US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine erlaubt, Lizenzen für die Produktion von Patriot-Luftabwehrsystemen zu erwerben, zog die Zusage später aber zurück.
In der Nacht hat ein russischer Raketenangriff auf Kyjiw mindestens 12 Menschen getötet. In der gesamten ukrainischen Hauptstadt waren Explosionen zu hören, wie die örtlichen Behörden am Donnerstag mitteilten.
Der ukrainische Zivilschutz berichtete von weiteren 33 Verletzten. Der Luftalarm dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.
Die Angriffe trafen zwölf Orte in den Bezirken Darnytskyi, Sviatoshynskyi und Solomianskyi in Kyjiw und beschädigten Wohnhäuser, eine medizinische Einrichtung und eine Bildungseinrichtung. Einsatzkräfte befreiten Menschen, die unter den Trümmern eingeschlossen waren.
Seit Monaten fehlt es den ukrainischen Streitkräften an Patriot-Luftabwehrsystemen. US-Präsident Donald Trump hatte Kyjiw eine Lizenz zur Herstellung von Patriot-Munition versprochen. Dieses Versprechen wird aber nicht umgesetzt.
Russland hat seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf die Hauptstadt der Ukraine verstärkt, um die Luftverteidigungsbestände Kyjiws zu erschöpfen. Kyjiw verfügt nur über wenige Systeme, die ballistische Raketen abfangen können. Die Vorräte an Abfangraketen für das US-Patriot-System bleiben knapp.
Im Bezirk Solomianskyi der ukrainischen Hauptstadt wurden die obersten zwei Etagen eines neungeschossigen Wohnhauses zerstört, auf weiteren Stockwerken brachen Brände aus. In zwei Wohnhäusern und einem Schutzraum einer Schule saßen zudem Menschen fest.
Der Gouverneur der Region Kyjiw, Tymur Tkachenko, erklärte, ein Angriff im Bezirk Browary am Stadtrand der Hauptstadt habe einen Mann getötet und einen weiteren verletzt.
„Eine Industrieanlage ist beschädigt worden. Alle zuständigen Dienste sind vor Ort und löschen den Brand“, fügte er hinzu.
Luftverteidigung in Polen aktiviert
Die Angriffe lösten auch Sicherheitsreaktionen in benachbarten NATO-Mitgliedstaaten aus.
Die polnischen Streitkräfte teilten mit, sie hätten Flugzeuge aufsteigen lassen und die Luftverteidigung aktiviert, um ihren Luftraum zu schützen. Besonders betroffen war der Bereich nahe der Grenze zur Ukraine.
Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums registrierten Radare Ziele nahe der ukrainischen Grenze. Daraufhin stiegen zwei spanische Kampfjets, die im Rahmen eines NATO-Einsatzes stationiert sind, sowie ein Hubschrauber der rumänischen Luftwaffe auf.
Die Ukraine hat ihrerseits Langstreckenangriffe auf Waffenlager, militärische Einrichtungen und andere strategische Ziele in Russland verstärkt. Sie will damit Moskaus Fähigkeit schwächen, ukrainische Städte weiter anzugreifen.
Die Moskauer Behörden erklärten, in der Nacht hätten rund 250 Drohnen die Region angegriffen. Sicherheitskräfte hätten die meisten in beträchtlicher Entfernung von der russischen Hauptstadt abgefangen.