WC statt exklusives Shopping. Ein Besuch in einer Hermès-Filiale endete für die US-Komikerin Zarna Garg unerfreulich. Fast anderthalb Stunden soll sie in der Toilette des Berliner Luxusgeschäfts festgesessen haben, weil die Tür blockierte. Garg und ihre Begleiter filmten die Befreiungsversuche.
Die indisch-amerikanische Komikerin Zarna Garg, in den USA durch zahlreiche TV-Auftritte sehr bekannt, hat sich insbesondere mit ihrer humorvollen Auseinandersetzung mit dem Leben von indischen Einwanderern einen Namen gemacht. In US-amerikanischen Medien macht allerdings derzeit eine Meldung die Runde, die sich um ihre Erfahrung in einem Luxusladen am Berliner Kudamm dreht.
Garg, die sich derzeit im Rahmen ihrer Comedy-Tour in Berlin aufhält, veröffentlichte Aufnahmen des Vorfalls auf Instagram.
Folgendes soll passiert sein: Die Komikerin wollte, kurz nachdem sie das stille Örtchen in der Hermès-Filialebesucht hatte, die Schiebetür wieder öffnen, die aber klemmte.
Zunächst nahm Garg die Situation mit Humor und begann gemeinsam mit ihrem Team, die Wartezeit zu filmen: sie von innen, das Team von außen. Sie bastelte aus Papiertüchern sogar kleine Origami-Figuren. Als jedoch immer mehr Zeit verging, war die Situation selbst für die Komikerin nicht mehr witzig.
Garg zufolge hätten Mitarbeiter des Geschäfts zunächst auf eigene Faust versucht, die Tür zu öffnen.
Brechstange und Hausalarm
Das Personal habe sie aufgefordert, die Tür von innen aufzudrücken, während sie eine Brechstange einsetzten. Zu allem Überfluss wurde währenddessen der Alarm ausgelöst. Garg erklärte, dass sie Angst bekam, die Brechstange könnte sie verletzen, während ihre Tochter und ihr Team draußen blieben und den zunehmend angespannten Rettungsversuch beobachteten.
Sie berichtet, dass ihr Team darauf gedrängt habe, die Feuerwehr zu rufen, aber die Mitarbeiter hätten gezögert – nach Angaben von Garg, weil sie Sorge hatten, dass die Tür beschädigt werden könnte.
Nach 80 Minuten wurde sie schließlich doch von der Berliner Feuerwehr befreit.
Nach dem Vorfall zeigte sich Garg zunächst erleichtert, dass nicht noch obendrauf ein Feuer ausgebrochen war. Sie habe sich Sorgen gemacht, hinter einer Tür eingeschlossen zu sein, die ihrer Einschätzung nach möglicherweise nicht den erforderlichen Brandschutzstandards entsprach.
Wollte danach nicht mit Champagner anstoßen
Die Badezimmertür bezeichnete sie als billig und wenig stabil und äußerte Zweifel daran, ob sie den geltenden Brandschutzvorschriften genügte.
Für Garg war der Vorfall mit dem Öffnen der Tür noch nicht beendet. Nach ihrer Befreiung habe sich niemand bei ihr entschuldigt, den Vorfall erklärt oder auch nur das Gespräch mit ihr gesucht, obwohl sie mehr als eine Stunde eingeschlossen gewesen sei.
Stattdessen sei ein Mitarbeiter mit einer Flasche Champagner auf sie zugekommen – offenbar als Zeichen der Wiedergutmachung. Garg und ihr Team hätten das Angebot abgelehnt, denn nach einer solchen Situation seien sie keinesfalls in der Laune für Champagner gewesen.
Ihre Familie musste alles mitansehen
Besonders aufgewühlt habe Garg, dass ihre Kinder und ihr Team die dramatische Rettungsaktion von außen miterleben mussten. Sie hätten hilflos mitangesehen, wie das Personal versuchte, die Tür zu öffnen. Auch danach habe sich niemand um sie gekümmert oder ihnen beruhigend zugesprochen.
Am Ende reagierte die Komikerin mit dem Humor, der zu ihrem Markenzeichen geworden ist: Sie zog einen spitzen Vergleich zu Hermès-Taschen, über die sie scherzte, dass sie bekanntlich oft schwer zu öffnen und zu schließen seien – ähnlich wie die Badezimmertür, die sie eingeschlossen hatte.
Ihr abschließendes Urteil fiel allerdings deutlich weniger humorvoll aus: Sie bezeichnete den Vorfall als Geschichte von einer "nutzlosen Tasche, einer nutzlosen Tür und nutzlosen Menschen". Ihr Beitrag löste in den Sozialen Medien zahlreiche Reaktionen aus.
Viele Nutzer meinten, eine einfache Entschuldigung und eine Anerkennung des Vorfalls wären angemessener gewesen als ein "Geschenk".
Eine Stellungnahme von Hermès gab es bisher nicht. Garg äußerte Verständnis dafür, dass die Luxusmarke sich möglicherweise aufgrund möglicher rechtlicher Konsequenzen bislang zurückhält und verwies dabei auch auf ihren eigenen juristischen Hintergrund.
Vor ihrer Karriere als Komikerin war Garg als Anwältin für Zivilprozesse in New York tätig – ausgerechnet im Bereich Personenschadensrecht und Schadensersatzklagen.