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EU-Klimadienst Copernicus: August weltweit heißester Monat seit Beginn der Aufzeichnungen

Eine Person kühlt sich an einem Kühlnebelpunkt am Sensoji-Tempel im Tokioter Stadtteil Asakusa ab – an einem heißen, sonnigen Tag am siebten August 2026.
Eine Person sucht an einem Sprühnebelpunkt Abkühlung vor dem Sensoji-Tempel im Tokioter Stadtteil Asakusa am siebten August 2026 bei Hitze und Sonne. Copyright  AP Photo
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Von Sertac Aktan
Zuerst veröffentlicht am
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EU-Klimabeobachter berichten: August ist weltweit der heißeste jemals gemessene Monat bisher, der Sommer in Westeuropa war der wärmste.

Der August war der heißeste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen auf der Erde. Ursache ist laut dem europäischen Klimadienst Copernicus eine gefährliche Kombination aus menschengemachtem Klimawandel und einem außergewöhnlich starken El Niño.

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Die Temperaturen lagen deutlich über einem wichtigen Klimschwellwert. Weltweit und auf der Nordhalbkugel war es der heißeste Sommer seit Beginn der Messungen.

Im vergangenen Monat lag die weltweite Durchschnittstemperatur bei 16,96 Grad Celsius. Das ist rein technisch ein Hundertstel Grad mehr als der bisherige Rekord aus dem Juli 2023.

Weltweit lag der August 1,65 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Damit wurde der langfristige Grenzwert von 1,5 Grad Celsius, den das Pariser Klimaabkommen von 2015 festlegt, deutlich überschritten. Nach Copernicus-Daten fallen die acht heißesten Monate seit Beginn der Aufzeichnungen alle in die Zeit seit Juli 2023.

Im August erreichten die globalen durchschnittlichen Meerestemperaturen denselben Rekordwert wie im März 2024, dem bislang wärmsten Monat im Ozean. Laut Copernicus stellte der 22. August zudem einen neuen Rekord für den bislang heißesten Tag in den Weltmeeren auf.

Reiseveranstalterin Amanda Lovejoy tupft sich am 26. August 2026 in der Hitze im Stadtteil Hollywood in Los Angeles mit einem gekühlten Handtuch ab.
Reiseveranstalterin Amanda Lovejoy tupft sich am 26. August 2026 in der Hitze im Stadtteil Hollywood in Los Angeles mit einem gekühlten Handtuch ab. AP Photo

Fossile Brennstoffe und El Niño treiben Rekordhitze

Mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betonen, dass El Niño zwar eine Rolle spielt. Doch diese natürliche, vorübergehende Erwärmung von Teilen des Pazifiks, die das Wetter weltweit beeinflusst, sei längst nicht so ausschlaggebend wie die wärmespeichernden Gase aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas.

„El Niño heizt inzwischen zusätzlich ein, doch der eigentliche Motor bleibt unsere ungebremste Verbrennung fossiler Brennstoffe. Der Klimawandel macht jedes El-Niño-Ereignis heißer, und solange wir nicht aufhören, Kohle, Öl und Gas zu verbrennen, werden diese rekordbrechenden Monate einfach weiterkommen“, sagte Friederike Otto, Klimawissenschaftlerin am Imperial College London.

Burgess erklärte, El Niño erhöhe die globale Temperatur im Allgemeinen nur um ein oder zwei Zehntel Grad Celsius. Der überwiegende Teil der zusätzlichen Wärme gehe auf die Verbrennung fossiler Energieträger zurück.

Für das aktuelle El-Niño-Ereignis sagen Prognosen allerdings eine Rekordstärke in den kommenden Monaten voraus. Steigen die Temperaturen weiter, werden Hitzewellen, Stürme, Überschwemmungen und Waldbrände häufiger und gefährlicher, sagte die Klimaforscherin Katharine Hayhoe von der Texas Tech University.

„Wir dürfen nicht länger überrascht tun“

„Wir müssen endlich aufhören, so zu tun, als sei es überraschend, dass sich unser ohnehin erhitzter Planet weiter aufwärmt. Das passiert exakt so, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler es bereits vor Jahrzehnten vorausgesagt haben“, sagte Andrew Dessler, Klimaforscher an der Texas A&M University. „Die spannende Frage ist nicht, ob wir weiter Hitzerekorde brechen, sondern ob wir etwas dagegen unternehmen oder einfach stehen bleiben, während uns der Klimazug überrollt.“

„Unser Klimasystem bewegt sich inzwischen weit außerhalb des Bereichs, den wir noch vor einem Jahrzehnt erwartet hätten“, sagte Samantha Burgess, strategische Klimaexpertin bei Copernicus. „Klimawandel ist nicht mehr abstrakt und etwas, das vielleicht nur den globalen Süden oder ferne Regionen betrifft. Er greift direkt in unseren Alltag ein und bringt ihn durcheinander: Schulen schließen, Krankenhäuser stoßen an ihre Grenzen, Straßen schmelzen, Bahntrassen verbiegen sich. Und die Realität ist, dass wir mehr von diesen Bedingungen erleben werden, wie wir sie in diesem Sommer gesehen haben.“

Die Copernicus-Daten reichen bis 1940 zurück. Die Messreihen der US-Wetterbehörde NOAA für die Vereinigten Staaten beginnen 1895, weltweite Daten – sie stimmen im Wesentlichen mit Copernicus überein, benötigen aber mehr Zeit für die Auswertung – gibt es seit 1880.

Weitere Quellen • AP, AFP

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