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EU-Zulassungen für E-Autos steigen um fast 63 Prozent, China-Marken holen auf

Archiv: Ein e-Golf wird bei einer Pressetour im Werk des deutschen Herstellers Volkswagen in Zwickau an einer Ladesäule angeschlossen. 14. Mai 2019.
Archivbild: Ein e-Golf lädt an einer Ladestation während eines Pressetermins im Werk des deutschen Autobauers Volkswagen in Zwickau, 14. Mai 2019. Copyright  AP Photo/Jens Meyer
Copyright AP Photo/Jens Meyer
Von Doloresz Katanich
Zuerst veröffentlicht am
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Die Verkäufe neuer E-Autos stiegen im August 2026 im Vergleich zum Vorjahr um fast zwei Drittel; zugleich erreichten die Spritpreise in der EU neue Rekorde. Deutsche Autobauer können von der Erholung des EU-Markts kaum profitieren.

In der EU sind im August deutlich mehr Elektroautos neu zugelassen worden – vor dem Hintergrund steigender Spritpreise und wachsender geopolitischer Unsicherheit.

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Nach Angaben des europäischen Herstellerverbands ACEA lagen die Neuzulassungen reiner Stromer rund 63 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Ihr Anteil an allen Neuwagen in der EU kletterte im gleichen Zeitraum von knapp 18 auf fast 28 Prozent.

Das belebte auch den Gesamtmarkt. In den 27 EU-Staaten stiegen die Neuwagenverkäufe im August im Jahresvergleich um etwa fünf Prozent. In den ersten acht Monaten 2026 lag das Plus bei gut fünf Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Laut einer Auswertung von EY steckt vor allem zweierlei hinter dem Wachstum: Kaufprämien für E-Autos und ein zusätzlicher Arbeitstag in vielen Ländern im Vergleich zum August des Vorjahres.

Constantin M. Gall, globaler Leiter des Bereichs Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Mobilität bei EY, warnt jedoch davor, in dem Plus bereits eine breit angelegte Erholung zu sehen. „Der Aufwärtstrend auf dem europäischen Neuwagenmarkt wird in erster Linie von Subventionen für E-Mobilität getragen“, sagte er. Fielen die Förderungen weg, könnten die Verkäufe von Elektroautos seiner Einschätzung nach deutlich einbrechen.

EU-weit legten Plug-in-Hybride im Vergleich zum August des Vorjahres um fast elf Prozent zu, Hybridfahrzeuge ohne Stecker um etwas mehr als zwei Prozent. Hybride blieben damit die beliebteste Antriebsart: Sie machten im August rund ein Drittel aller Neuzulassungen aus und in den ersten acht Monaten 2026 gut 36 Prozent.

Seit Jahresbeginn kamen reine Elektroautos und Benziner jeweils auf rund 22 Prozent Marktanteil.

Deutschland war im August der größte Markt für Elektroautos in der EU: Fast 69.000 neue Stromer wurden zugelassen, gefolgt von Frankreich mit mehr als 36.000. Danach lag Dänemark mit knapp 13.900 Fahrzeugen, vor Belgien und den Niederlanden. Am schnellsten wuchs der Markt in Estland (plus 278 Prozent) und Slowenien (plus 266 Prozent), auch wenn das lediglich 174 beziehungsweise 1.651 Autos waren.

Die Kraftstoffpreise in der EU erreichten in der Woche ab dem 21. September neue Rekordstände, wie die EU-Kommission mitteilte. Ein Liter Benzin kostete im Schnitt etwas mehr als zwei Euro, Diesel noch etwas mehr. Beide Werte lagen so hoch wie noch nie seit Beginn der Statistik im Jahr 2005. EZB-Experten erwarten Spitzenwerte bei Dieselmargen, nicht unbedingt an der Zapfsäule, im Oktober. Diese Prognose gaben sie ab, bevor die USA ein mögliches teilweises oder vollständiges Verbot von Diesel-Exporten prüften.

Chinesische Autokonzerne holen Marktanteile

Chinesische Autogruppen sichern sich zunehmend Anteile am EU-Markt, während europäische Hersteller mit harter Konkurrenz, US-Zöllen und den Kosten des Umstiegs auf Elektroantriebe kämpfen.

Die von ACEA aufgeführten fünf chinesischen Konzerne steigerten ihren Absatz im August im Jahresvergleich um etwa 71 Prozent. Ihr gemeinsamer Marktanteil kletterte von 6,6 auf 10,8 Prozent – etwa jedes neunte neue Auto in der EU stammt inzwischen von ihnen. Die Zahl umfasst auch Marken mit europäischen Wurzeln wie Volvo Cars, das ACEA dem Geely-Konzern zurechnet.

Zu den am schnellsten wachsenden Herstellern zählten Leapmotor (plus 211 Prozent), Chery (201 Prozent), BYD (129 Prozent) und die Geely-Gruppe (24 Prozent). Tesla, der US-Autobauer, legte um 53 Prozent zu. Die Zahlen betreffen alle von den Konzernen verkauften Modelle, nicht nur Elektrofahrzeuge.

Deutsche Autogruppen verloren dagegen an Boden. Die kumulierten Verkäufe von Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz sanken um gut ein Prozent, ihr gemeinsamer Marktanteil in der EU schrumpfte von 41,3 auf 39,1 Prozent.

„Die aktuellen Fördermaßnahmen in europäischen Ländern kommen überproportional chinesischen Herstellern und Tesla zugute, die sehr wettbewerbsfähige Modelle anbieten – vor allem in den unteren und mittleren Preissegmenten – oft kombiniert mit attraktiven Finanzierungsangeboten“, so Gall. Er rechnet damit, dass chinesische Anbieter ihren Marktanteil weiter ausbauen, besonders im günstigen Segment und in südlichen EU-Staaten.

Europas Autobauer vor Sparkurs

EY warnt, dass das Plus im August schnell wieder verpuffen könnte, falls die Subventionen auslaufen. Gall verweist zudem auf schwaches Wirtschaftswachstum, hohe Ölpreise und geopolitische Spannungen – Gründe, aus denen viele Haushalte den Kauf eines neuen Autos aufschieben könnten. Hersteller sollten sich daher auf schwierigere Jahre und steigenden Preisdruck einstellen.

Hinzu kommt ein weiterer Preistreiber: Ein jüngst von Euronews aufgegriffener Bericht kommt zu dem Schluss, dass geplante Made-in-Europe-Batterieregeln den Preis eines Elektroautos um etwa 2.100 Euro erhöhen könnten. Das würde es europäischen Herstellern schwerer machen, günstige Modelle auf den Markt zu bringen – selbst wenn der Wettbewerb weiter zunimmt.

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