Olympia-Bewerbung steht fest. München soll 2036 wieder olympische und paralympische Sommerspiele bekommen.
Auf der heutigen außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Baden-Baden ist die Entscheidung gefallen: München geht als offizieller deutscher Kandidat in das Rennen um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044.
Die bayerische Landeshauptstadt setzte sich direkt im ersten Wahlgang der geheimen Abstimmung durch, woraufhin Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier München offiziell verkündete.
Die Olympiakonzepte aus München und von Köln-Rhein-Ruhr standen zur Wahl - und am Ende machte München das Rennen. Das dann doch deutliche Ergebnis von 91:50 Stimmen verkündete der DOSB im Nachgang auf der Pressekonferenz.
"Es war schon ein Krimi heute den ganzen Tag, wir haben ganz schön gebangt", sagte Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Bündnis 90/Die Grünen) direkt nach der Verkündung live im Ersten. "Die Freude ist jetzt unendlich und wir freuen uns, dass wir jetzt richtig loslegen können, Olympia nach Deutschland zu holen."
Zu Beginn des nationalen Auswahlprozesses war das Feld der Bewerber noch deutlich größer. Ursprünglich hatten vier deutsche Kandidaten ihr Interesse bekundet. Hamburg schied jedoch bereits im Frühjahr nach einem negativen Bürgerentscheid aus dem Verfahren aus. Erst vor zwei Tagen zog auch Berlin seine Bewerbung kurzfristig zurück, da sich nach der dortigen Abgeordnetenhauswahl die politischen Mehrheiten gegen das Projekt verschoben hatten. Damit verblieb bis heute nur noch die Region Köln-Rhein-Ruhr als direkter Gegenkandidat, gegen die sich das Münchner Konzept im finalen Duell erfolgreich durchsetzen konnte.
Das große Ziel ist nun die internationale Vergabe durch das IOC, die für das Jahr 2036 voraussichtlich Mitte 2029 stattfinden wird.
Erleichterung pur bei Bayerns Landeschef Markus Söder (CSU)
Er schickte ein großes Lob in Richtung des Westens und gab offen zu, dass die starke Bewerbung von Köln-Rhein-Ruhr für viel Nervenkitzel im bayerischen Lager gesorgt hatte. Damit rückt ein zweites Olympia-Märchen in München nach 1972 in greifbare Nähe.
Der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) bewies Sportsgeist und stellte im Interview mit der Sportschau klar, dass man nun geschlossen hinter München stehe, damit der Traum von Olympia in Deutschland wahr wird. In die gleiche Kerbe schlug NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der ankündigte, die Kampagne der Bayern ab jetzt mit voller Energie zu unterstützen.