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Olympische Spiele 2036: So stark ist Münchens Konkurrenz

Olympische Ringe in Paris, Archiv
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Von Laura Fleischmann
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Neben München wollen auch Ungarn, die Türkei, Indien, Katar, Südkorea und Südafrika die Olympischen Spiele 2036 ausrichten. Das IOC will den Bewerberkreis bis 2027 verkleinern.

Im Rennen um die Olympischen Spiele 2036 bekommt München starke Konkurrenz: Nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wollen neben Deutschland auch Ungarn, die Türkei, Indien, Katar, Südkorea und Südafrika Gastgeber der Sommerspiele werden. Alle sieben Bewerber befinden sich derzeit in Gesprächen mit dem IOC.

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Noch bis zum 31. Oktober können weitere Interessenten ihre Bewerbung ankündigen. Anschließend beginnt die nächste Phase des Auswahlverfahrens. Bereits im November sollen sich die Bewerber virtuell der "Kommission für zukünftige Gastgeber" des IOC vorstellen.

Im März 2027 will das IOC den Kreis der Bewerber auf diejenigen Kandidaten verkleinern. Ein gezielter Austausch mit einem oder mehreren Bewerbern ist anschließend für 2028 vorgesehen. Wer die Olympischen Spiele 2036 letztlich ausrichten darf, soll im Sommer 2029 entschieden werden.

Als Bewerber gelten derzeit unter anderem Ahmedabad für Indien, Doha für Katar, Budapest für Ungarn und Istanbul für die Türkei. Südafrika könnte mit Kapstadt oder Durban beziehungsweise Johannesburg antreten. Für Südkorea wird die Provinz Jeonbuk-do als möglicher Standort genannt.

München setzt auf Olympia-Erbe

Die deutsche Bewerbung wird von München getragen. Die Stadt hatte sich in einer Abstimmung der Delegierten des Deutschen Olympischen Sportbundes gegen die Bewerbung Köln/Rhein-Ruhr durchgesetzt. Auch Berlin galt lange als möglicher Kandidat, hatte die Bewerbung zuletzt aber zurückgezogen.

München war bereits 1972 Gastgeber der Olympischen Sommerspiele. Die aktuelle Bewerbung knüpft unter anderem an dieses olympische Erbe an. Nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes ist das Konzept zudem nicht ausschließlich auf 2036 ausgerichtet, sondern soll auch für die Spiele 2040 und 2044 geeignet sein.

Für die Auswahl der Gastgeber will das IOC verschiedene Kriterien berücksichtigen. Dazu gehören unter anderem die Planung der Wettkampfstätten, die Bedingungen für die Athleten, die Finanzierung des Projekts sowie die politische und gesellschaftliche Unterstützung.

Auch die organisatorischen Fähigkeiten des jeweiligen Bewerbers und Konzepte für Nachhaltigkeit in den Gastgeberregionen fließen in die Bewertung ein. Der Deutsche Olympische Sportbund sieht München bei diesen Punkten gut aufgestellt.

Gleichzeitig deutet das IOC an, dass der Wettbewerb um künftige Olympische Spiele auch über die derzeit bekannten Bewerbungen hinausgehen könnte. Nach Angaben des Komitees führen mehrere Nationale Olympische Komitees bereits unverbindliche Gespräche über eine mögliche Ausrichtung von Spielen nach 2036.

Katar hat bereits reichlich Erfahrung mit der Ausrichtung von sportlichen Großereignissen. Unter anderem fand die Fußball-WM 2022 dort statt. Problematisch könnte hingegen die Sommerhitze werden mit Temperaturen von über 40 Grad. Aktuell ist die Region zudem aufgrund des Iran-Kriegs unsicher, wobei dieser bis 2036 vorbei sein könnte. Katar hatte sich bereits für Olympia 2032 beworben.

Auch Indien war schon 2032 im Rennen. Problematisch werden könnte die aktuell fehlende Infrastruktur sowie Umwelt- und Luftverschmutzung. Vielversprechend sein könnte hingegen die hohe Einwohnerzahl Indiens. Damit könnte das südasiatische Land ein attraktiver Markt für das IOC sein.

IOC-Präsidentin fordert Fokus auf Athleten

Sollte die Wahl auf Südafrika fallen, wäre es das erste Mal, dass die Olympischen Spiele auf dem afrikanischen Kontinent stattfinden. Ende Oktober finden in Senegal bereits die olympischen Jugendspiele statt. Aufgrund der Herrenfußball-WM, die Südafrika 2010 ausgerichtet hatte, ist bereits einiges an Infrastruktur vorhanden. "Selbst wenn uns die Spiele morgen angeboten würden, ist das Kabinett zuversichtlich, dass wir in der Lage sein sollten, sie mit unseren vorhandenen Einrichtungen auszurichten", erklärte Khumbudzo Ntshavheni, Südafrikas Ministerin in der Präsidentschaft, Ende vergangenen Jahres.

Die türkische Stadt Istanbul war bereits mehrmals im Rennen für Olympia. Allerdings ist unklar, ob das IOC das Land als stabil einordnet angesichts der Präsidentschaft von Recep Tayyip Erdogan und anhaltenden politischen Spannungen.

Ungarns Kandidatur für 2017 scheiterte unter anderem am Widerstand in der Bevölkerung. Die Sorge vor hohen Kosten sowie Vetternwirtschaft bei der Auftragsvergabe war groß. Nun hat Budapest sich offiziell für 2036 beworben. Budapests Oberbürgermeister Gergely Karácsony erklärte im September, dass das Olympia-Konzept der ungarischen Hauptstadt keine staatlichen Ausgaben aus der derzeitigen Legislaturperiode benötige und keine neuen Stadien gebaut werden müssten, so Daily News Hungary.

Kritisch sieht das Koreanische Olympische Komitte die Bewerbung aus dem südkoreanischen Jeonbuk-do. Es erklärte, "wenn die Olympischen Sommerspiele 2036 in Jeonbuk-do nicht auf einem Niveau ausgetragen werden können, das dem Status Südkoreas angemessen ist, wäre es besser, sie nicht auszurichten."

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry betonte bei der Vorstellung der Bewerber die Bedeutung der Athleten. Die frühere Schwimm-Olympiasiegerin aus Simbabwe verwies auf ihre Erfahrungen bei fünf Olympischen Spielen auf vier Kontinenten.

"Jeder Gastgeber hat durch seine Menschen, seine Kultur und die Art und Weise, wie er die Spiele ausgerichtet hat, etwas Einzigartiges beigetragen. Aber wo auch immer die Spiele stattfinden, eines darf sich niemals ändern: Die Athleten müssen im Mittelpunkt unseres Handelns stehen", erklärte Coventry.

Die nächsten Olympischen Spiele werden 2028 in Los Angeles, USA ausgerichtet. 2032 findet Olympia im australischen Brisbane statt.

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