Trump hatte Amodei zuvor scharf attackiert, weil dieser wiederholt verlangte, die Entwicklung fortgeschrittener KI zu bremsen – aus Sorge vor Superintelligenz – und betont, Washington dürfe seinen Vorsprung vor Peking nicht verlieren.
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, am Sonntagabend ein spätes Abendessen mit Anthropic-Chef Dario Amodei zu haben. Amodei gehört zu den wichtigsten Managern der KI-Branche und warnt vor dem rasanten Tempo der Entwicklung. Trump wiederum warnt davor, diese Entwicklung zu bremsen.
Das Treffen folgt auf monatelangen offenen Streit zwischen dem KI-Start-up Anthropic, das hinter dem Chatbot Claude steht, und der Regierung Trump.
Laut dem US-Medium Axios, das zuerst über die Pläne berichtete, ist das private Abendessen das erste direkte Gespräch unter vier Augen zwischen den beiden Männern.
Bei seiner Ankunft auf dem Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews nahe Washington, nach einem Golfturnier in Chicago, scherzte Trump über seinen langen Arbeitstag und das späte Essen mit Amodei.
„Und heute Abend esse ich mit dem Chef von Anthropic zu Abend. Es sind lange Tage, aber offenbar komme ich damit zurecht. Oder?“, sagte Trump zu Reporterinnen und Reportern auf dem Rollfeld.
„Jetzt habe ich also ein Abendessen mit Dario, wie Sie wissen, sehr angesehen, von Anthropic“, fügte Trump hinzu.
Die Einladung erfolgte zwei Tage, nachdem ein Bundesberufungsgericht die Entscheidung des Pentagons bestätigt hatte, Anthropic als Risiko für die Lieferkette einzustufen. Damit darf das US-Militär die Modelle des Unternehmens nicht nutzen.
Das Start-up war von der Regierung Trump mit Sanktionen belegt worden, nachdem es im Februar abgelehnt hatte, seine Modelle für vollautonome Waffen oder umfassende Massenüberwachung im Inland freizugeben.
Trump griff Amodei auch verbal an und warf ihm vor, sich „wie ein perfekter kleiner Engel“ zu geben, nachdem der Anthropic-Chef eine Pause in der KI-Entwicklung gefordert hatte.
Amodei fehlte am Donnerstag beim Staatsbankett im Weißen Haus für Chinas Präsident Xi Jinping. Dort waren Führungspersönlichkeiten der KI-Branche geladen, darunter Amodeis größter Rivale Sam Altman von OpenAI, dem Unternehmen hinter ChatGPT.
Trotz immer lauterer Forderungen, die KI-Entwicklung zu verlangsamen, aus Sorge vor einem Kontrollverlust des Menschen über die Technologie, beharrt Trump darauf, dass die großen Akteure – OpenAI, Anthropic, Google und Meta – nicht nachlassen dürfen. Er warnt, China könne sonst in einer Entwicklungspause die Oberhand gewinnen.
Am Sonntag nach den zahlreichen Sicherheitsvorfällen gefragt, die fortgeschrittene KI-Modelle ausgelöst haben – darunter Angriffe auf kommerzielle und staatliche Websites –, wischte der republikanische Präsident die Bedenken beiseite. „Ich mache mir deswegen keine Sorgen“, sagte er.
Trump und Mike Johnson, der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, wollen sich zudem am Dienstag mit weiteren Spitzenvertretern der KI-Industrie treffen.