Der argentinische Präsident sucht frisches Kapital für die Wirtschaft seines Landes und trifft Emmanuel Macron im Élysée. Frankreich plant neue Energieprojekte, besonders in Patagonien.
Javier Milei ist nach Paris gereist, um neue ausländische Investoren anzulocken. Der argentinische Präsident wurde am Donnerstag im Élysée-Palast von Emmanuel Macron empfangen.
Die Reise brachte eine Ankündigung von großer Tragweite: TotalEnergies will in Argentinien knapp 10 Milliarden Dollar investieren. Der französische Konzern, wichtigster internationaler Gasproduzent des Landes, plant den Ausbau von drei bestehenden Projekten, vor allem in der Provinz Neuquén im Norden Patagoniens. Dort liegen einige der weltweit größten Vorkommen an Schieferöl und Schiefergas.
Für Javier Milei kommt diese Zusage zur rechten Zeit. Argentiniens Wirtschaft findet nur schwer zu dauerhaftem Wachstum zurück. Nach einem Rückgang der Inflation und der Sanierung der Staatsfinanzen um den Preis einer drastischen Sparpolitik kühlt die Konjunktur deutlich ab. Besonders die Industrie schwächelt, die Arbeitslosigkeit steigt.
Milei bleibt in Argentinien hoch umstritten
Die Politik und die wirtschaftliche Bilanz von Javier Milei stoßen in Argentinien regelmäßig auf Widerstand, der sich auf den Straßen entlädt. Kritik richtet sich auch gegen die stark konservativen Positionen des libertären Staatschefs, eines Bewunderers von Donald Trump. Er attackiert immer wieder Medien sowie feministische und LGBT-Bewegungen.
Noch wenige Tage vor seinem Treffen mit Emmanuel Macron erklärte Javier Milei, Europa sei dabei, „unterzugehen“.
Vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen griff der Präsident die Organisation und den Multilateralismus scharf an.
In Paris versammelten sich am Trocadéro rund hundert Demonstrierende, um gegen seinen Besuch zu protestieren.
Der Élysée-Palast versucht, die tiefen politischen Differenzen mit den wirtschaftlichen Interessen Frankreichs in Argentinien zu vereinbaren. Paris will vor allem die Zusammenarbeit mit dem Land bei kritischen Rohstoffen wie Lithium und Kupfer vertiefen.