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Meteoriten-Streit: Wem gehört der Fund aus dem All?

Der Meteorit "Issigau" auf einen metallenen Ring montiert
Der Meteorit "Issigau" auf einen metallenen Ring montiert -  Copyright  Deutsches Museum/Reinhard Krause
Copyright Deutsches Museum/Reinhard Krause
Von Laura Fleischmann
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Der 136,4 Kilo schwere "Meteorit von Issigau" gilt als größter Fund dieser Art in Deutschland. Doch nun wird vor Gericht darum gestritten, wo er wirklich gefunden wurde.

Auf den ersten Blick wirkt er wenig spektakulär: Rostbraun und unförmig liegt der Stein mit dem Namen "Meteorit von Issigau" da. Doch bei dem unscheinbaren Brocken handelt es sich um einen außergewöhnlichen Fund. Entstanden sein soll er vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Wissenschaftler vermuten, dass er aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammt.

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Mit einem Gewicht von 136,4 Kilogramm und einer Länge von rund 60 Zentimetern gilt der Brocken als größter bislang bekannter Meteorit, der in Deutschland je gefunden wurde.

Offiziell entdeckt wurde der Meteorit 2020 im bayerischen Landkreis Hof. Noch vor wenigen Monaten wurde der Fund öffentlich gefeiert. Im Rahmen einer Ausstellung war er im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zu sehen, Besucher durften ihn sogar berühren. Inzwischen ist der Meteorit jedoch nicht mehr öffentlich ausgestellt. Denn um den Fund ist ein Streit entbrannt.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wo und wann der Meteorit tatsächlich entdeckt wurde. Ein Mann aus Reitzenstein, einem Ortsteil von Issigau, hatte den Stein nach eigenen Angaben 2020 bei Bauarbeiten auf seinem Grundstück gefunden. Ein Bagger soll den Meteoriten dabei aus dem Boden geholt haben.

Doch eine Land- und Forstwirtin aus der Region widerspricht dieser Darstellung, wie der Spiegel berichtet. Caroline Freifrau von Waldenfels behauptet, der Meteorit habe ursprünglich auf dem Gelände ihres Guts in Gumpertsreuth gelegen – rund 30 Kilometer vom späteren Fundort entfernt.

Nach ihrer Darstellung wurde der Stein bereits in den 1980er-Jahren von einem Mitarbeiter beim Pflügen eines Feldes aus dem Boden geholt. Damals habe niemand erkannt, dass es sich um einen Meteoriten handelte. Stattdessen sei der außergewöhnliche Stein anschließend auf dem Gutsgelände als Dekoration abgelegt worden.

Jahre später soll ein damaliger Betriebsleiter den Stein mitgenommen und in seinem privaten Garten aufgestellt haben. Der spätere Eigentümer dieses Grundstücks soll schließlich jener Mann gewesen sein, der den Meteoriten 2020 in Reitzenstein entdeckt haben will.

Von Waldenfels hat inzwischen Klage vor dem Landgericht Hof eingereicht. Sie verlangt unter anderem, dass der Beklagte nicht mehr behaupten darf, er habe den Meteoriten gefunden. Ihr Anwalt argumentiert, der Stein sei weder herrenlos noch als gewöhnlicher Fundgegenstand zu betrachten. Zudem habe der damalige Eigentümer des Guts dem Abtransport des Meteoriten nicht zugestimmt.

Die Gegenseite weist diese Darstellung zurück. Der Anwalt des Beklagten erklärte, sein Mandant sei davon überzeugt, der rechtmäßige Eigentümer des Meteoriten zu sein. Er habe den Stein auf seinem eigenen Grundstück entdeckt, seine ungewöhnlichen Eigenschaften erkannt und damit überhaupt erst die wissenschaftliche Untersuchung und Identifizierung ermöglicht.

Der wissenschaftliche Wert des Meteoriten ist unbestritten. Auch finanziell könnte ein solcher Fund erheblichen Wert besitzen. In den USA gibt es einen spezialisierten Markt für Meteoriten, auf dem insbesondere seltene Exemplare hohe Preise erzielen können. 2021 wurde ein ähnlich schwerer Meteorit vom Auktionshaus Christie's für 437.500 US-Dollar versteigert, was etwa 390.000 Euro entspricht.

Bereits vor Tausenden von Jahren soll er auf die Erde gefallen sein, so das Deutsche Museum. Das vermuten Forscher aufgrund der starken Verwitterung des Steins. Besonders ist auch die rechtliche Situation: Bayern verfügt – anders als einige andere deutsche Bundesländer – nicht über ein entsprechendes Gesetz, das dem Staat automatisch das Eigentum an Meteoriten zuspricht.

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