Schweden schickt ein Patriot-System und etwa 100 Soldaten nach Polen, um den Logistik-Hub Rzeszów-Jasionka zu schützen. Der Einsatz startet am ersten Dezember und dauert sieben Monate.
Schwedens Regierungschef Ulf Kristersson gab die Entscheidung bekannt. Das schwedische Kontingent übernimmt die Aufgaben, die derzeit die Niederlande erfüllen. Die Soldaten sollen den Hub vor Bedrohungen aus der Luft schützen, darunter Drohnen und Raketen.
Die Kommandeurin des schwedischen Luftabwehrregiments, Sofia Westermark, bezeichnete die Operation als „die komplizierteste Mission, an der Schweden seit seinem NATO-Beitritt teilnimmt“. Die Lage vor Ort sei sowohl aus der Luft als auch vom Boden bedroht, betonte sie.
Der Flughafen Rzeszów-Jasionka spielt eine besondere Rolle. Er gehört zu den wichtigsten Drehkreuzen für internationale militärische und zivile Hilfe für die Ukraine. Nach Angaben der schwedischen Behörden laufen über den Hub rund 18.000 Tonnen Ausrüstung pro Monat. Polen verweist zudem darauf, dass über sein Staatsgebiet mehr als 80 Prozent der militärischen Lieferungen für die Ukraine abgewickelt werden.
Der polnische Vizepremier und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz begrüßte die schwedische Entscheidung, Patriot-Systeme nach Polen zu schicken. Er dankte Schweden für diesen Schritt und den Niederlanden für ihre bisherige Unterstützung Polens und der östlichen NATO-Flanke.
Schweden baut Militärpräsenz in Polen aus
Die Entsendung der Patriot-Systeme ist ein weiterer Baustein des wachsenden schwedischen Engagements für die Sicherheit Polens und der östlichen NATO-Flanke. Seit Anfang Oktober beteiligen sich schwedische Gripen-Kampfjets an einer NATO-Mission zum Schutz des polnischen Luftraums. Sie sichern zudem die Logistikrouten, über die Hilfe für die Ukraine transportiert wird.
Stockholm betont, dass der Ausbau der Militärpräsenz in der Region eine Reaktion auf wachsende Bedrohungen für Europas Sicherheit und auf häufigere Verletzungen des Luftraums von NATO-Staaten ist. Schweden, das 2024 dem Bündnis beigetreten ist, weitet seinen Beitrag zu NATO-Einsätzen an der Ostflanke Schritt für Schritt aus.
Ein zentrales Element dieser Maßnahmen ist der Schutz der Infrastruktur in Rzeszów-Jasionka. Der dortige Logistikhub wird von den vereinten Kräften Polens und seiner Verbündeten gesichert. An der Sicherung beteiligen sich derzeit unter anderem niederländische Patriot-Systeme sowie polnische Luftverteidigungssysteme Mała Narew und iLauncher mit CAMM-Raketen.
Die schwedische Mission ist damit ein weiteres Beispiel für die Zusammenarbeit der NATO-Staaten beim Schutz strategischer Infrastruktur an der Ostflanke. Ihre Bedeutung geht über die Sicherung polnischen Territoriums hinaus, denn der Hub in Rzeszów spielt eine Schlüsselrolle beim Transport internationaler Hilfe für die Ukraine.