Eine Frau hat in Braunschweig-Rüningen eine rund vier Meter lange Schlangenhaut auf einem Gehweg entdeckt. Die Polizei geht davon aus, dass sie von einem Netzpython stammen könnte. Jetzt suchen die Ermittler nach Hinweisen auf die Herkunft des ungewöhnlichen Fundes.
Wer am Montag im Braunschweiger Stadtteil Rüningen unterwegs war, dürfte bei diesem Anblick zweimal hingeschaut haben: Auf einem Gehweg am Heerstieg lag eine rund vier Meter lange Schlangenhaut. Eine 40-jährige Anwohnerin entdeckte das ungewöhnliche Fundstück, nahm es an sich und brachte es anschließend zum Polizeikommissariat Braunschweig-Süd.
Seitdem beschäftigt der Fund die Polizei.
Netzpython erreicht mehrere Meter Länge
Nach Einschätzung der Beamten handelt es sich bei dem Fundstück tatsächlich um eine echte Schlangenhaut. Sie könnte von einer Netzpython stammen, einer großen Würgeschlangenart aus Südostasien. Dieser Kaltblüter zählt zu den größten Schlangenarten der Welt und kann mehrere Meter lang werden.
Nach Informationen des NDR ist die Haut bereits älter. Zudem gehen die Ermittler davon aus, dass sie nicht im Rahmen einer normalen Häutung abgestreift wurde. Vielmehr spricht nach derzeitigem Ermittlungsstand einiges dafür, dass die Haut einem Tier von Menschenhand abgezogen wurde. Ob die Python dabei getötet wurde, ist nicht geklärt.
Schlangen und ihre Körperteile können unter Artenschutzbestimmungen fallen. Für die Netzpython (Python reticulatus) bestehen beispielsweise internationale Regelungen im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES. Das Bundesamt für Naturschutz führt die Art in seinen entsprechenden Unterlagen, für bestimmte Herkunftsländer und Produkte wie Häute gelten dabei konkrete Handelsregelungen.
Niedersachsen hat mit der Gefahrtier-Verordnung eigene Vorschriften für die Haltung bestimmter gefährlicher Tiere, eine nicht gewerbliche Haltung der in der entsprechenden Anlage aufgeführten Tiere ist genehmigungspflichtig.
Die Polizei prüft derzeit, woher die Haut stammt und unter welchen Umständen sie auf dem Gehweg gelandet ist.
Woher kommt die Haut?
Die Polizei Braunschweig sucht Menschen, die am Montagnachmittag im Bereich des Heerstiegs in Rüningen verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Auch Hinweise auf Personen, die mit Reptilien in Verbindung stehen und möglicherweise eine solche Schlangenhaut besessen haben, können für die Ermittler interessant sein.
Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst der Polizei Braunschweig unter 0531/476 2516 entgegen.
Bis geklärt ist, woher die Haut stammt, bleibt der Fund vor allem eines: ein ungewöhnlicher Fall für die Polizei.