Von einer Mülldeponie in der Westpfalz aus verbreitet sich die Grüngelbe Zornnatter in Deutschland. Der Repitilienexperte Hubert Laufer hat schon mehr als 300 Exemplare dieser invasiven Art eingefangen. Der Naturschützer erklärt Euronews, warum er weiter Zornnattern jagt.
Die Schlangenart der Coluber trägt auf Deutsch den Namen "Zornnatter", weil sich diese Tiere - wenn sie festgehalten werden - vehement und aggressiv durch Beißen und Würgen verteidigen. Die Grüngelbe Zornnatter (Coluber virdiflavus) kann bis zu 1,5 oder sogar 2 Meter lang werden.
Reptilienexperte Hubert Laufer wurde schon oft von einer solchen Schlange gebissen, denn er jagt seit Jahren Zornnattern in Deutschland. Mehr als 300 Exemplare der Grüngelben Zornnatter sind in seinem Fangbeutel aus Stoff gelandet. "Beim Fangen der Zornnatter, versuchen sie den Fänger zu beißen. Aber wenn die Schlangen fliehen können, tun sie das. Lässt man die Schlangen in Ruhe, machen sie auch nichts", erklärt der Experte Euronews.
"Stellen Sie sich vor, Sie greifen in einen Brombeerstrauch und haben viele kleine Kratzer auf ihrer Haut. So in etwa fühlt sich ein Schlangenbiss der Zornnatter an", hatte er in einer SWR-Reportage erklärt. Die Schlangen sind also für Menschen nicht wirklich gefährlich.
Viele Tierschützer sehen das Vorkommen von Zornnattern als Zeichen für eine intakte Natur. Die Reptilien sind meist schwarz mit einem feinen, gelbgrünen Muster – ihr gut getarntes Schuppenkleid macht sie im Gras und in der Vegetation nahezu unsichtbar.
Artenschutz Franken, eine Organisation, die sich für den Erhalt der Biodiversität in Deutschland einsetzt, berichtet mit Fotos, dass Zornnattern oft auf Straßen von Autos überfahren werden, und fordert dazu auf, diese Schlangen zu schützen.
Warum sind Grüngelbe Zornnattern in Deutschland ein Problem?
Landschaftsökologe Laufer, der die Grüngelbe Zornnattern auf einer Müllhalde in Zweibrücken - etwa 40 Kilometer von Saarbrücken entfernt - einfängt, ist auch Amphibienschützer. "Auf der Mülldeponie sind fast keine Eidechsen mehr. Wenn es gar nichts mehr gibt, dann fressen sie Mäuse oder junge Ratten. Eidechsen sind aber ihre Lieblingsspeise", sagt Hubert Laufer.
Und er erklärt: "Die Zornnattern sind invasiv und haben negative Auswirkungen auf die einheimische Fauna in Deutschland. Daher möchten wir die Zornnattern so schnell als möglich abfangen."
Coluber viridiflavus kommen eigentlich in Südfrankreich und in Italien vor. In Deutschland sind diese Schlangen eine invasive Art, die heimische Tiere bedrohen und dadurch gefährlich werden für die Biodiversität - ähnlich wie die giftigen Kugelfische im Mittelmeer andere Fischarten verdrängen.
Auf der Mülldeponie in Zweibrücken machen es sich die Zornnattern vor allem unter Dachpappe gemütlich, weil es darunter schnell warm wird und diese Tiere aus Südeuropa höhere Temperaturen lieben.
Experte Laufer geht davon aus, dass die Schlangen 2017 mit entsorgtem Müll auf die Deponie gekommen sind. "Darunter war bestimmt ein trächtiges Tier. Die haben sich vermehrt." Inzwischen gibt es offenbar mehrere hundert Grüngelbe Zornnattern auf der Abfalldeponie und im angrenzenden Gebiet.
Aufruf zur Beobachtung! Zornnattern bitte mit Foto melden
Der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ), der für die Mülldeponie Mörsbach verantwortlich ist, fordert ebenso wie der Schlangenjäger alle, die glauben, eine Zornnatter in der Region gesehen zu haben, dazu auf, dies zu melden.
Am besten ist es, erklärt Reptilienschützer Laufer Euronews, wenn ihm ein Handyfoto der Schlange mitgeschickt wird. In diesem Jahr hat es schon etwa 25 Meldungen gegeben. "Aber nicht alles sind Zornnattern Es wurden auch andere einheimische Arten gemeldet. Uns ist es aber lieber, wir bekommen auch Ringelnatternbeobachtungen, als wenn eine Zornnatter nicht gemeldet wird."
Die Schlangen, die Hubert Laufer einfängt, gibt er an Menschen weiter, die die Tiere artgerecht unterbringen und dafür sorgen, dass sie keine Eidechsen und andere Reptilien verspeisen.
Für sein Engagement hat der BUND Baden-Württemberg Hubert Laufer 2025 mit dem Gerhard-Thielcke-Naturschutzpreis ausgezeichnet.
Wenn Sie glauben, eine Zornnatter in Deutschland gesehen zu haben, fordern die UBZ Zweibrücken und Amphibienschützer Hubert Laufer dazu auf, sich zu melden. Die UBZ hat ein Meldeportal im Internet. Der Experte will am besten mit einem Foto per Email laufer@bfl-laufer.de, Telefon 0175 9983307 oder Whatsapp informiert werden.