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Langlebigkeit: Warum sterben Polen früher als Menschen in Westeuropa?

Straßenlauf in Warschau, 2018
Straßenlauf in Warschau, 2018 -  Copyright  AP Photo, Alik Keplicz
Copyright AP Photo, Alik Keplicz
Von Jan Bolanowski
Zuerst veröffentlicht am
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Polen bleibt bei Lebenserwartung und gesunden Lebensjahren klar hinter Westeuropa zurück. Laut dem Gesundheits-Experten Robert Mordaka sind Vorbeugung und tägliche Gewohnheiten entscheidend.

„Wir liegen nicht nur bei der durchschnittlichen Lebenserwartung zurück, sondern auch bei den gesunden Lebensjahren. Und genau diesen Wert müssten wir verbessern“, sagte der Experte im Gespräch mit Euronews beim Wirtschaftsforum in Karpacz.

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Ihm zufolge gehen rund 60 Prozent der Todesfälle auf zwei große Krankheitsgruppen zurück: Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. In beiden Fällen spielen Vorsorge und ein frühes Reagieren auf Risikofaktoren eine wichtige Rolle.

Prävention in Polen weiter unterfinanziert

Nach Ansicht des Arztes geht es jedoch nicht nur um persönliche Entscheidungen der Polen. Entscheidend ist auch, wie das Gesundheitssystem arbeitet. Polen gehört in der EU zu den Staaten, die den kleinsten Anteil ihrer Gesundheitsausgaben in Prävention investieren.

„Im EU-Durchschnitt fließen rund 6 Prozent der Gesundheitsbudgets in die Vorsorge, in Polen sind es nicht einmal 2 Prozent. Ohne Geld lässt sich dieser Trend nicht umkehren“, sagte Dr. Mordaka.

Gleichzeitig haben die Patienten viele Faktoren, die über Länge und Qualität ihres Lebens entscheiden, selbst in der Hand. Mordaka verweist auf die sogenannten „Life’s Essential 8“ – acht Bereiche, die für ein gesundes Herz-Kreislauf-System entscheidend sind.

Dazu gehören unter anderem die Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin, ein normales Körpergewicht, ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung sowie der Verzicht auf Zigaretten. Wichtig ist auch regelmäßige Bewegung.

„Das sind die kleinen Alltagsentscheidungen. Gehen wir in den Laden und kaufen ein zuckerreiches Getränk, oder nehmen wir Wasser?“, erklärte der Experte.

Dr. Robert Mordaka im Euronews-Studio in Karpacz
Dr. Robert Mordaka im Euronews-Studio in Karpacz Paweł Głogowski, Euronews

Adipositas und Rauchen verkürzen Leben um viele Jahre

Eine der größten Gesundheitsgefahren ist heute Adipositas. Nach Angaben Mordakas zeigen Studien, dass starkes Übergewicht die Lebenserwartung um bis zu rund 15 Jahre senken kann. Ein weiterer wichtiger Risikofaktor ist das Rauchen, das je nach Zahl der täglich gerauchten Zigaretten und Dauer der Sucht einige Lebensjahre kostet.

Auch Bewegungsmangel wirkt sich negativ auf die Lebensdauer aus. Darum gehört mehr Bewegung im Alltag zu den einfachsten Wegen, die Gesundheit zu verbessern. Der Experte rät, mit zwei Grundelementen zu beginnen: die eigene Ernährung zu prüfen und die körperliche Aktivität zu steigern.

„Schauen wir uns unsere Ernährungsweise genau an. Planen wir einen gesunden Teller und passen ihn an Alter und Gesundheitszustand an. Und zweitens: Fangen wir an, uns zu bewegen“, appellierte Mordaka. „Bewegung ist die beste Medizin“, fasste der Experte zusammen.

Nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sollten Erwachsene pro Woche mindestens 150 Minuten körperlich aktiv sein, und zwar in moderater Intensität. Das muss kein Leistungssport sein. Schon zügiges Gehen, Radfahren oder andere Formen mäßiger Bewegung reichen aus.

Cutter • Pawel Glogowski

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