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Weltbank: Golfstaaten rutschen trotz höherer Ölpreise wegen Iran-Krieg in Rezession

Ein Motorboot passiert ein vor Anker liegendes Frachtschiff in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas im Iran, früh am Montag, dem 28. September 2026.
Vor Bandar Abbas im Iran fährt am frühen Montag, dem 28. September 2026, ein Motorboot an einem vor Anker liegenden Frachtschiff in der Straße von Hormus vorbei. -  Copyright  Amirhosein Khorgooi/ISNA via AP
Copyright Amirhosein Khorgooi/ISNA via AP
Von Mohamed Elashi
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Der Iran-Krieg trifft zwei tragende Säulen der Golfwirtschaft: Energieexporte und Luftfahrt. Die Folgen spürt auch Europa, das fehlendes Gas ersetzen muss.

Die Weltbank rechnet damit, dass die Volkswirtschaften der sechs Staaten des Golf-Kooperationsrats in diesem Jahr im Schnitt um 4,3 % schrumpfen. Grund ist, dass der Krieg mit Iran den Handel und die Geschäftstätigkeit in der Region weiter belastet.

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Höhere Ölpreise gleichen die geringeren Exportmengen nicht aus. Produktion und Einnahmen der Staaten gehen deshalb zurück, heißt es im am Dienstag veröffentlichten Regionalbericht der Bank.

Nach Angaben von Reuters übertrafen die Rohölausfuhren aus dem Nahen Osten an 14 Tagen im September bereits das Vorkriegsniveau. Die Nachrichtenagentur berief sich am Mittwoch auf vorläufige Daten des Analysehauses Kpler. Die Lieferungen umfassten sowohl Öl, das durch die Straße von Hormus transportiert wurde, als auch über alternative Routen.

Die Prognose der Weltbank bezieht sich auf das Gesamtjahr und schließt neben dem Ölsektor weitere Branchen ein.

Auch einige Gaslieferungen erreichen ihr Ziel. Reuters meldete am Montag, dass vier Schiffe mit verflüssigtem Erdgas (LNG) aus Katar um den zweiten und dritten Oktober herum erneut vor der Straße von Hormus aufgetaucht sind.

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Der italienische Energiekonzern Edison erklärte am 28. September, QatarEnergy habe seine Force-Majeure-Mitteilung bis Anfang Dezember verlängert und könne weitere geplante Lieferungen nicht ausführen.

Insgesamt seien damit von April bis Anfang Dezember 35 Frachtladungen betroffen, so Edison. Das entspreche rund 4,6 Milliarden Kubikmetern Gas, die eigentlich für das LNG-Terminal Adriatic LNG an Italiens Adriaküste bestimmt waren.

Das Unternehmen betonte, es habe Ersatzmengen eingekauft und könne seine Verpflichtungen gegenüber den Kunden weiterhin erfüllen.

Fluggesellschaften verzeichnen sinkende Nachfrage

Der Passagierverkehr von Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten ging im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,6 % zurück. Das zeigen Daten des internationalen Luftfahrtverbands IATA, die am 30. September veröffentlicht wurden.

Die Kennziffer erfasst sowohl die Zahl der zahlenden Fluggäste als auch die geflogene Distanz. Das vorhandene Sitzplatzangebot schrumpfte nur um 9,3 %. Dadurch blieben mehr Sitze leer, weil die Nachfrage schneller einbrach als die Kapazität.

Gleichzeitig übernehmen Fluggesellschaften aus der Region Passagiere, deren Flüge von europäischen oder anderen Anbietern gestrichen wurden.

Der Luftfahrtberater Omar Hashmi erklärte, Emirates, Qatar Airways und Etihad bedienten sowohl Umsteigepassagiere an ihren Drehkreuzen als auch Reisende, die den Golf als Ziel hätten.

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Längere Flugrouten treiben zudem die Treibstoffkosten in die Höhe, sagte er.

„Wenn Lufträume geschlossen werden und sich die Routen verlängern, gibt es zusätzlich das Problem, dass sich Flugzeiten verschieben“, sagte Hashmi gegenüber Euronews.

Katar warnte am Dienstag bei einem Briefing in Doha, „die ganze Welt zahlt den Preis“ für den Konflikt. Unterdessen bemühen sich Diplomaten weiter, die Gespräche zwischen Washington und Teheran voranzubringen.

Die Weltbank warnte zudem, zerstörte Infrastruktur und aufgeschobene Investitionen könnten das Wachstum auch dann noch bremsen, wenn die unmittelbaren Störungen überwunden sind.

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