Am Rande des WTTC Global Summit in Malta sagte Dubai-Airports-Chef Paul Griffiths, der Ausbau regionaler Flughäfen werde für die nächsten zehn Jahre des Reisens entscheidend sein.
Der Chef von Dubai Airports, Paul Griffiths, rechnet mit einem grundlegenden Wandel im Luftverkehr: Neue Flugzeugtechnik ermöglicht kleineren Maschinen deutlich längere Strecken und verändert damit die Art, wie Menschen reisen.
Bei einem Roundtable am Rande des Global Summit des World Travel & Tourism Council in Malta sprach Griffiths über den Ausbau des Al Maktoum International Airport (DWC). Geplant sind Direktverbindungen von Dubai in mehr als 600 Städte weltweit.
„Das Beeindruckende ist, dass sich die Flugzeugtechnologie ständig weiterentwickelt. Kleinere Flugzeuge schaffen heute große Distanzen. So werden nach und nach alle sekundären Städte in Europa direkt an Dubai angebunden. Künftig können Sie etwa von Exeter, Valencia, Lyon, Marseille oder Baden-Baden nach Dubai fliegen und von dort aus in die ganze Welt weiterreisen. Das wird die Reisegewohnheiten grundlegend verändern“, sagte er.
Dubai Airports hatte bereits 2024 angekündigt, DWC zum größten Flughafen der Welt zu machen. Nach Fertigstellung soll der Airport 400 Flugsteige und fünf Start- und Landebahnen haben und bis zu 260 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen können.
Der Ausbau des Flughafens soll bis 2032 abgeschlossen sein.
„Ich denke, in den nächsten zehn Jahren eröffnen sich großartige Chancen für Regionalflughäfen, ihr Angebot auszuweiten“, ergänzte Griffiths.
„Schmalrumpfflugzeuge können inzwischen den Atlantik zu kleineren Zielen überqueren, bei denen man keinen Großraumjet füllen muss, damit die Verbindung wirtschaftlich ist. Das eröffnet riesige Möglichkeiten für Regionalflughäfen.
Alles, was sie dafür tun müssen, ist eine gute Anbindung am Boden zu schaffen. Dann werden sie zu attraktiven Standorten für Investitionen und stärken die regionale Wirtschaft.“
Luftfahrt strebt Netto-Null-Emissionen an
Beim Thema Ausbau der Luftfahrt spielt die Frage der Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle.
Griffiths hob nachhaltigen Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) hervor, den er „wahrscheinlich als einzigen Weg“ sieht, die CO₂-Emissionen der Branche zu beseitigen. Als Vorbild nannte er Singapur, das eine Ökosteuer auf Flugkraftstoff eingeführt hat.
Nach seinen Worten muss die Privatwirtschaft überzeugt werden, in die Produktion von SAF zu investieren. Regierungen sollten den Einsatz vorschreiben und den Anteil von SAF im Gemisch mit konventionellem Kerosin Schritt für Schritt erhöhen.
„Meine Botschaft lautet: Bitte balancieren Sie die Auswirkungen auf die Bevölkerung aus, indem Sie Umweltauflagen ernst nehmen. Setzen Sie Ziele und einen klaren Rahmen, damit die Infrastruktur wachsen kann und die Einnahmen aus Reisen und Tourismus steigen“, sagte er.
Zukunft der Flughäfen
In einem Panel zur digitalen Identität und zur Neugestaltung der Kontrollerfahrung an Grenzen erklärte Griffiths, dass seiner Ansicht nach die Notwendigkeit von Pässen innerhalb der nächsten fünf Jahre wegfallen könnte. Beim Roundtable präzisierte er diese Einschätzung.
Mit Blick auf den neuen Flughafen sagte er: „Ich kann die Technologie, die Sie sehen, nicht kommentieren, denn im Idealfall sehen Sie gar keine Technologie – dann haben wir unseren Job extrem gut gemacht.
Die Idee ist, den gesamten Ablauf und die gesamte Kundenerfahrung auf menschliche Begegnungen auszurichten.“
Gesichtserkennung soll im Zentrum dieser neuen Abläufe stehen. An der Grenze müssen Reisende keinen Pass mehr vorzeigen und auch keine Bordkarte präsentieren. Künstliche Intelligenz (KI) wird zudem das Gepäck scannen.
„Wir können das viel schneller und weniger aufdringlich erledigen“, sagte er. „Ich finde, dass die Sicherheitskontrollen an Flughäfen – besonders an einigen Standorten, die ich nicht an den Pranger stellen möchte – wahrscheinlich der aufdringlichste Vorgang sind, den ein Mensch außerhalb eines Operationssaals erlebt. Genau das wollen wir unseren Kundinnen und Kunden ersparen.“