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Iran und Russland nutzen laut OpenAI ChatGPT für Propaganda mit „Fake-Journalisten“

Auf einem Smartphone ist das OpenAI-Logo zu sehen, dahinter ein Computerbildschirm mit ChatGPT-Ausgabe.
Auf einem Handy ist das OpenAI-Logo zu sehen, dahinter ein Computerbildschirm mit ChatGPT-Ausgabe. -  Copyright  AP Photo
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Von Jonathan Benton
Zuerst veröffentlicht am
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Der US-Technologiekonzern meldet, er habe russische und iranische Konten gesperrt. Sie nutzten ChatGPT, um Schein-Journalisten und Desinformation zu den Kriegen in Ukraine und Nahost zu erzeugen.

OpenAI hat nach eigenen Angaben am Donnerstag zwei Einflusskampagnen aus Russland und Iran gestoppt. Sie nutzten ChatGPT, um erfundene Journalistinnen und Journalisten aufzubauen und einen angeblichen „Thinktank“ zu betreiben. Darüber verbreiteten sie verdeckt antiukrainische Propaganda und versuchten, über den Krieg zwischen den USA und Iran die Gesellschaften in den Vereinigten Staaten und Israel zu spalten.

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Der Bericht zeigt erneut, wie staatliche Akteure frei verfügbare KI-Werkzeuge einsetzen können, um massenhaft ausgefeilte Propaganda gegen ihre Gegner zu produzieren und zu verbreiten.

Der US‑Konzern teilte mit, er habe eine Gruppe von ChatGPT‑Konten gesperrt, die aus Russland und Iran stammten. Sie stützten Scheinorganisationen, die geopolitische Botschaften und Inhalte zu aktuellen Konflikten verbreiteten.

Die iranische Operation nutzte sieben erfundene Reporterprofile. Jede dieser Personen gab vor, aus einem westlichen Land zu stammen, darunter aus den Vereinigten Staaten. Mit ihnen wurden lange Meinungsbeiträge und Analysen in Medien weltweit platziert.

„Wir haben fast 100 Artikel identifiziert, die unter den Namen dieser Operation veröffentlicht oder weiterverbreitet wurden – in rund einem Dutzend Online‑Medien weltweit“, erklärte OpenAI.

„Dabei handelt es sich um kleinere und mittlere Angebote, die sich meist mit internationaler Politik, Geopolitik und Entwicklungen im Nahen Osten beschäftigen.“

Der früheste Beitrag, den OpenAI zuordnen konnte, erschien im Juli 2025, der jüngste im Oktober 2026. Die Veröffentlichungen nahmen deutlich zu, nachdem der Krieg zwischen den USA und Iran Anfang dieses Jahres ausgebrochen war.

Die Operation erzeugte zudem Kommentare in sozialen Netzwerken zu Themen rund um den US‑Iran‑Konflikt, wie OpenAI weiter berichtete.

Eine der Kunstfiguren, Ervin B. Hoskins, stellte sich in der Biografie als „US‑Freelance‑Autor“ dar. Das Profil war auf mehreren Plattformen aktiv, unter anderem auf Elon Musks Netzwerk X und auf der zu Meta gehörenden Plattform Instagram.

Laut Transparenzangaben von X war das Konto über eine „West Asia Android‑App“ angebunden. Die Transparenzinformationen von Instagram zeigten dagegen, dass das Konto in Iran verortet war. Das geht aus Screenshots hervor, die OpenAI vorlegte.

Beide Konten sind offenbar gesperrt.

Die russische Operation band nach OpenAI‑Angaben ahnungslose Personen in Lateinamerika ein, um einen Thinktank namens Social Research Center (SRC) zu betreiben. Das Projekt sollte verdeckt die Reputation der Ukraine in der Region beschädigen und die lokale Politik beeinflussen.

„Die vorliegenden Hinweise sprechen dafür, dass die Mitarbeitenden des SRC in Lateinamerika nicht wussten, dass sie für eine russische Gruppe arbeiteten“, so OpenAI.

„Das SRC scheint den Großteil seiner Originalinhalte über diese angeworbenen Beschäftigten erstellt zu haben. Dies war der komplexeste Versuch, eine Scheinidentität zu betreiben, den wir in den vergangenen zweieinhalb Jahren zerschlagen haben.“

Die Betreiber nutzten ChatGPT, um interne Berichte über ihre Aktivitäten zu verfassen, Inhalte für ihre Kampagnen zu erstellen und Auswertungen zur Leistung des Thinktanks zu schreiben. Die KI half ihnen außerdem beim Entwurf von Texten für Beiträge und Kommentare in sozialen Medien.

Zu den Aktivitäten in sozialen Netzwerken gehörten laut OpenAI auch Reaktionen auf den polnischen rechtsradikalen Europaabgeordneten Grzegorz Braun. Er hatte vorgeschlagen, Menschen, denen er „Anti‑Polnischkeit“ vorwirft, in Polen zur persona non grata zu erklären – ein Vorstoß, der gezielt neue Risse in der Debatte über Polens Unterstützung für die Ukraine schaffen sollte.

Weitere Quellen • AP

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