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Demo in Brüssel: Zehntausende fordern mehr Klimaschutz

Brüssel: Demonstrierende marschieren und fordern strengere Maßnahmen gegen den Klimawandel. Sonntag, zehnter Oktober 2026.
Demonstrierende ziehen durch Brüssel und fordern mehr Klimaschutz. Sonntag, zehnter Oktober 2026. -  Copyright  Evelyn Dom / Euronews
Copyright Evelyn Dom / Euronews
Von Evelyn Ann-Marie Dom & Gael Camba
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Vor einem wichtigen UN-Gipfel sind in Brüssel Tausende Demonstrierende durch die Straßen gezogen. Sie forderten von der Europäischen Union entschlossene Maßnahmen gegen die Klimakrise.

Zehntausende Menschen haben am Sonntag in der belgischen Hauptstadt vor dem Sitz der Europäischen Union für mehr Maßnahmen gegen den Klimawandel demonstriert. Anlass war ein bevorstehender Gipfel der Vereinten Nationen. Die Sorge der Demonstrierenden dürfte durch die Rekord-Hitze im Sommer dieses Jahres genährt werden. Temperaturen oberhalb der Marke von 40 Grad Celsius haben die Folgen des menschengemachten Klimawandels einmal mehr verdeutlicht.

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COP31 steht bevor

Im November kommen Delegierte aus aller Welt im türkischen Badeort Antalya zur jährlichen Klimakonferenz der Vereinten Nationen, der COP31, zusammen. Die Erwartungen an das Treffen sind allerdings gering. Die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump haben sich aus dem Prozess zurückgezogen, auch in Europa scheint die Dynamik nachzulassen.

Demonstrierende am Startpunkt des Klimamarschs in Brüssel, Belgien. Die Forderung: Entschlossenes Handeln gegen den Klimawandel. 11.10.2026
Demonstrierende am Startpunkt des Klimamarschs in Brüssel, Belgien. Die Forderung: Entschlossenes Handeln gegen den Klimawandel. 11.10.2026 Evelyn Dom / Euronews

Der Protest am Sonntag wurde von der Climate Coalition organisiert, gemeinsam mit weiteren Gruppen, darunter Groen, die grüne Partei in Flandern.

Was fordern die Demonstranten?

Die Climate Coalition formulierte fünf zentrale Forderungen:

1. Subventionen für fossile Energien abschaffen und den Sektor besteuern

2. Grünflächen schaffen

3. Klimawandel gerecht gestalten

4. Bürger und Unternehmen stärker beim Ausstieg aus fossilen Brennstoffen unterstützen

5. Internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Klimakrise ausbauen

Aimen Horch, Vorsitzender der Grünen in Flandern und Brüssel, sagte Euronews, die Forderungen seien unverändert, doch die Dringlichkeit sei so hoch wie nie zuvor.

Wie viele andere europäische Länder hat Belgien während der extremen Hitzewellen dieses Sommers einen beispiellosen Anstieg der Sterblichkeit verzeichnet.

Menschen sind tatsächlich an der Hitze gestorben. Sie hatten das Gefühl, dass die Bedingungen in ihren Wohnungen es unmöglich machten, nachts zu schlafen.
Aimen Horch
Vorsitzender der Grünen in Flandern und Brüssel

Viele Demonstrierende, darunter Horch, brachten ihren Ärger über die Untätigkeit der Politik zum Ausdruck. Klimaziele verlieren auf der politischen Agenda offebar an Priorität.

"Wir müssen im Europäischen Parlament und hier in Belgien dafür kämpfen, dass das Thema Klima ganz oben auf der Agenda bleibt. Die Dringlichkeit ist nicht verschwunden. Die Hitzewellen sind nicht verschwunden. Die Auswirkungen der Klimakrise auf den Alltag der Menschen sind nicht verschwunden“, so Horch.

Bis zu 60.000 Teilnehmer in Brüssel

Die Polizei sprach von 45.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei dem Marsch, dem jüngsten in einer ganzen Reihe von Demonstrationen in Brüssel. Die Veranstalter schätzen die Zahl der Teilnehmenden auf rund 60.000.

„Die Sorge in der Bevölkerung ist sehr groß, und sie geht weit über die heutige Gruppe von Demonstrierenden hinaus“, sagte der Ökonom Etienne de Callatay am Rande des Marsches. Und weiter: „Die extreme Hitze in diesem Sommer haben alle gespürt. Politikerinnen und Politiker sollten keine Angst vor möglichen Wahlnachteilen haben, wenn sie mutige Schritte in der Umweltpolitik gehen.“

COP31: EU dämpft Erwartungen

Nachdem sich im vergangenen Jahr in Brasilien die Hoffnung auf ein ehrgeizigeres Abkommen zerschlagen hatte, setzt die Europäische Union ihre Erwartungen für die COP31 im kommenden Monat niedrig an.

Der klimaskeptische Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten bereits aus den Verhandlungen herausgezogen. Die internationalen Bemühungen gegen die Erderwärmung haben dadurch einen schweren Rückschlag erlitten.

Inzwischen wirkt die Lage noch aussichtsloser. Die kräftig gestiegenen Energiepreise verschaffen großen Öl- und Gasproduzenten Rückenwind. Das macht es unwahrscheinlicher, dass sie über einen Ausstieg aus fossilen Energien überhaupt verhandeln wollen.

Studierende demonstrieren in Brüssel und fordern entschlossenes Handeln gegen den Klimawandel. 11.10.2026
Studierende demonstrieren in Brüssel und fordern entschlossenes Handeln gegen den Klimawandel. 11.10.2026 Evelyn Dom / Euronews

Die EU betont, sie bleibe weltweit treibende Kraft beim Klimaschutz und sei wichtigster internationaler Geldgeber in diesem Bereich. Im Konkurrenzkampf mit China und den Vereinigten Staaten setzt Brüssel zunehmend auf wirtschaftsfreundliche Politik.

Zuletzt schlug die EU-Kommission vor, den Start eines Gesetzes gegen Methan, ein besonders klimaschädliches Treibhausgas, um ein Jahr zu verschieben. Der Beginn soll von 2027 auf 2028 verlegt werden.

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