Loader
Finden Sie uns
Werbung

Forscher warnen: Atomkrieg und Missbrauch von KI könnten Menschheit bis 2100 auslöschen

Quelle: Canva
Quelle: Canva -  Copyright  Source: Canva
Copyright Source: Canva
Von Jonathan Benton
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Sie zählen zu siebzehn globalen Bedrohungen für die menschliche Gesundheit. Das zeigt eine Lancet-Studie, die weltweit Gegenmaßnahmen anstoßen will.

Der böswillige Einsatz von KI oder ein Atomkrieg könnte die Menschheit, wie wir sie kennen, bis zum Jahr 2100 auslöschen. Zu diesem Schluss kommt eine neue globale Bewertung der Gesundheitsrisiken.

WERBUNG
WERBUNG

Diese beiden Gefahren stehen an der Spitze einer Pyramide mit 17 großen Bedrohungen für die menschliche Gesundheit. Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal The Lancet, nennt unter anderem Antibiotikaresistenzen, den Klimawandel, Pandemien, Einkommensungleichheit sowie Gesundheitsprobleme wie Tabakkonsum, Adipositas und psychische Erkrankungen.

Ein nuklearer Konflikt umfasst nach der Studie nicht nur die unmittelbare Wirkung von Raketenangriffen, sondern auch Folgen wie eine nukleare Hungersnot. Unter dem böswilligen Einsatz von KI verstehen die Forschenden vor allem die Entwicklung und Nutzung von Biowaffen gegen Menschen.

Die Untersuchung stammt von der neuen Lancet-Kommission zu globalen Gesundheitsbedrohungen im 21. Jahrhundert. In ihr arbeiten 37 Fachleute aus den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft, Sicherheit und Technologie zusammen.

Die Kommission nutzte behinderungsbereinigte Lebensjahre, sogenannte DALYs, als Messgröße. Damit verglich sie jede Bedrohung von 2025 bis 2100 in 204 Ländern und Territorien – nach Alter, Geschlecht und Ursache.

Die Forschung zeigt, wie viele gesunde Lebensjahre weltweit durch jede dieser globalen Gefahren verloren gehen könnten. Sie beschreibt Best- und Worst-Case-Szenarien und macht deutlich, welchen Unterschied es ausmacht, ob die Menschheit jetzt handelt oder untätig bleibt.

Die Pyramide zeigt Krankheiten, Verletzungen, Risiken, sozioökonomische Faktoren und andere Bedrohungen, geordnet nach der Schwere der Schäden.
Die Pyramide zeigt Krankheiten, Verletzungen, Risiken, sozioökonomische Faktoren und andere Bedrohungen, geordnet nach der Schwere der Schäden. Source: The Lancet

Die 17 Bedrohungen reichen von 1,02 Milliarden bis 23,1 Milliarden DALYs. Zum Vergleich: Die COVID-19-Pandemie verursachte rund 500 Millionen DALYs. Die größte kumulierte, eigentlich vermeidbare Belastung entsteht laut Studie durch Adipositas.

Ziel der Kommission ist es, Regierungen zu ermutigen und zu befähigen zu handeln. Sie will ihnen Informationen und Werkzeuge an die Hand geben, damit sie sich auf diese globalen Gefahren vorbereiten und jetzt entschlossene Schritte gegen mögliche Katastrophenszenarien einleiten.

Die Autorinnen und Autoren betonen zugleich, dass ihre Arbeit keine Rangliste von Bedrohungen oder politischen Prioritäten liefern soll. Sie wollen globale Risiken als Teil eines dynamischen Prozesses dokumentieren und analysieren, dessen Ergebnisse sich mit neuen Daten und Erkenntnissen verändern.

„Böswilliger Einsatz von KI, einschließlich Biowaffen, und ein nuklearer Konflikt mit nuklearer Hungersnot bergen das Risiko eines Aussterbens in den nächsten 75 Jahren“, warnen die Fachleute. Alle Bedrohungen seien miteinander verknüpft. Deshalb verlangen sie einen „ganzheitlichen Handlungsrahmen, der sich an Wissenschaft, Menschenrechten und Solidarität orientiert“.

Die Kommission empfiehlt zunächst, dass nationale Regierungen in „bedrohungsbereite Gesundheitssysteme“ investieren. Diese Systeme sollen im Ernstfall schnell reagieren können – auch bei globalen Herausforderungen wie der COVID-19-Pandemie.

Zudem fordert die Kommission mehr Geld für „Durchbruchlösungen“ wie Kernfusion und Technologien zur CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre. Solche Innovationen könnten den Verlauf des Klimawandels und anderer globaler Krisen entscheidend verändern – ähnlich wie die Impfstoffe, die in der Pandemie entwickelt wurden.

Die Kommission plädiert außerdem für regelmäßige Beobachtung und Bewertung dieser Risiken. Ergebnisse sollten internationalen Organisationen wie der G20 und den Vereinten Nationen vorgelegt werden. So soll der Handlungsdruck steigen und globale Antworten gefördert werden, statt dass einzelne Länder isoliert vorgehen.

Die Forschenden halten den derzeitigen „kompetitiven Ansatz“, große Herausforderungen nacheinander und getrennt voneinander anzugehen, für schädlich. Er verschlechtere die Chancen der Menschheit, diese Gefahren erfolgreich zu meistern.

Die Ergebnisse der Kommission wurden am Sonntag auf dem World Health Summit in Berlin vorgestellt. Die Bewertung soll jedes Jahr aktualisiert werden. Dann werden alle 17 identifizierten Bedrohungen neu geprüft, mit frischen Daten und möglichen neuen Herausforderungen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Citroën lässt Kult-2CV mit neuem Elektro-Konzept neu aufleben

US-Polizei rügt Anthropic: Claude-KI meldet falsche Hinweise zu ungelöstem Mord

Tech-Investitionen: welche Länder in Europa vorn liegen?