Loader
Finden Sie uns
Werbung

Stellantis: Filosa warnt vor Überkapazität in Europa, sucht Abkommen gegen Werksschließungen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Mitte, besucht gemeinsam mit Stellantis-Präsident John Elkann, links von ihm, den Pariser Autosalon.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Bildmitte, neben Stellantis-Verwaltungsratschef John Elkann, links daneben, besucht den Autosalon in Paris. -  Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Stefania De Michele
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

In Paris: Filosa stellt Stellantis-Strategie vor, mit Allianzen zu chinesischen Herstellern, neuen globalen Plattformen und Investitionen in europäische Batterien

Überkapazitäten in der Produktion, vor allem in Europa, gehören zu den dringendsten Herausforderungen für Stellantis. Der Autokonzern will keine Werke schließen. Stattdessen soll freie Kapazität über Partnerschaften mit den chinesischen Herstellern Leapmotor und Dongfeng genutzt werden. Diese Strategie erläuterte Konzernchef Antonio Filosa beim Paris Automotive Summit im Rahmen des Pariser Autosalons.

WERBUNG
WERBUNG

„Wir haben Überkapazitäten, vor allem in Europa, aber wir wollen keine Werke schließen“, sagte der Manager. Die gefundene Lösung setze auf die gemeinsame Nutzung industrieller Kapazitäten. Ziel ist, die bestehenden Standorte je nach Nachfrage auszulasten, ohne dort Produkte zu bauen, die direkt mit den übrigen Marken von Stellantis konkurrieren.

Stellantis setzt auf Partnerschaften mit chinesischen Herstellern

Die Zusammenarbeit mit Leapmotor, erklärte Filosa, ermögliche die Kombination aus Technologie-Know-how, industrieller Kapazität und Marktzugang. Ein Teil der Fertigung könnte nach Europa verlagert werden. So ließen sich europäische Kundinnen und Kunden effizienter bedienen und das Angebot an erschwinglichen Elektrofahrzeugen ausbauen.

Das Kooperationsmodell soll auch andere chinesische Anbieter sowie Partner in Märkten wie Indien einbeziehen. Stellantis will die Technologien der Partner mit eigener Industrieerfahrung, dem Vertriebsnetz und der Kenntnis der Verbraucherinnen und Verbraucher verbinden. Damit soll die Entwicklung neuer Modelle schneller vorankommen und die Auslastung der Werke steigen.

Als weiterer Pluspunkt gilt das europäische Vertriebsnetz. Es ermöglicht, wettbewerbsfähige Produkte über bereits etablierte Handelsstrukturen in den Markt zu bringen.

Mehr Batterie-Gigafabriken in Europa

Der Umstieg auf Elektromobilität erfordert zusätzliche Investitionen in die Batterieproduktion. Stellantis verfügt bereits über europäische Gigafabriken, die gemeinsam mit zwei Partnern entstanden sind. Nach Einschätzung Filosas werden jedoch weitere Werke nötig sein, um die Nachfrage zu bedienen und die Vorgaben des Labels Made in Europe zu erfüllen.

Der Manager betonte, die Industrie müsse sich auf angemessene Zeiträume für diese Investitionen verlassen können. Die europäische Batteriekapazität bleibt deshalb ein zentrales Thema, wenn es darum geht, die Wettbewerbsfähigkeit der Autoindustrie zu stärken.

Plattform Stla One startet bei Peugeot

Auf der industriellen und technologischen Seite bereitet Stellantis den Start der neuen globalen Plattform Stla One vor. Zunächst soll Peugeot in Frankreich darauf setzen. Danach folgen weitere Marken des Konzerns in Europa und Nordamerika.

Das Projekt ist Teil des Plans Fastlane 2030, der Gesamtinvestitionen von 60 Milliarden Euro vorsieht. Davon sollen 40 Prozent in querschnittliche Technologien fließen, die mehrere Marken und Märkte gemeinsam nutzen.

Nach demselben Prinzip sollen auch Motoren entwickelt werden. Geplant sind gemeinsame Antriebsfamilien, die in mehreren Regionen einsetzbar sind. So will Stellantis Doppelstrukturen abbauen, Skaleneffekte nutzen und einen großen Teil der Investitionen auf gemeinsame Lösungen bündeln. Die übrigen 60 Prozent bleiben den spezifischen Bedürfnissen der einzelnen Marken vorbehalten.

CO2-Regeln und Made in Europe: Filosa drängt auf schnelle Einigung

Filosa forderte außerdem eine rasche Einigung auf die Reform der europäischen CO2-Regeln sowie auf Maßnahmen zur Stärkung des Made in Europe. Die Autoindustrie teile bereits einen großen Teil der Ziele, nun müssten die verbleibenden Differenzen überwunden werden.

„Bei 90 Prozent der Fragen sind wir uns einig“, sagte er und drängte auf eine zügige Verabschiedung der neuen Regeln. In den Dialog fließen auch die diplomatischen Initiativen Frankreichs und Deutschlands ein, ebenso Treffen mit Herstellern und Zulieferern, die Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angestoßen hat.

In den Tagen davor hatte Stellantis sechs der neun für den Pariser Autosalon geplanten Konzeptfahrzeuge bei der Veranstaltung The Night Before vorgestellt. Die Prototypen von Alfa Romeo, Citroën, DS Automobiles, FIAT, Opel und Peugeot zeigen, wie der Konzern seine Marken mit Design, Innovation und neuen Mobilitätslösungen neu ausrichten will. Die Vorpremiere fügt sich in den Strategieplan FaSTLAne 2030 ein, den Konzernchef Antonio Filosa im Mai präsentiert hat. Ziel ist es, die Entwicklung der Modelle zu beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit der Gruppe zu stärken.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Stellantis legt wegen fehlender Teile vier französische Werke für mehrere Tage still

Autoriese Stellantis: Wer ist der Konzern und warum ruft er fast 1 Mio. Autos zurück?

Stellantis: Filosa warnt vor Überkapazität in Europa, sucht Abkommen gegen Werksschließungen