Bei einer Aufräumaktion mit einem Hubschrauber an der Zugspitze in den bayerischen Alpen haben Ehrenamtliche der Bergwacht neben Müll und alter Ausrüstung auch mehrere Knochen entdeckt. Die Polizei prüft mögliche Zusammenhänge mit Vermisstenfällen.
Eigentlich sollte es ein 08/15-Job werden, doch bei einer ehrenamtlichen Aufräumaktion haben Mitarbeiter der Bergwacht Grainau in Bayern einen gruseligen Fund gemacht. Neben einer Menge Müll und verlorenen Ausrüstungsgegenständen wurden auch Knochen gefunden.
"Letztere werden nun durch die Polizei weiter untersucht und unter anderem im Zusammenhang mit möglichen Vermisstenfällen überprüft», teilte die Bergwacht Grainau in den sozialen Medien mit. Zuvor hatten mehrere Medien über die Aktion berichtet.
Die Aufräumaktion am Höllentalferner an der Zugspitze fand am Samstag im Rahmen einer gemeinsamen Übung der Bergwacht und der Polizeihubschrauberstaffel Bayern statt. Während die Besatzung Landungen und Rettungswinden-Einsätze im schwierigen Gelände trainierte, wurden die Bergwachtler an verschiedenen Stellen des Gletschers abgesetzt.
Bei der als "Ramadama“ bezeichneten Sammelaktion bargen die Ehrenamtlichen neben Plastikflaschen und anderem Müll auch alte Ausrüstungsgegenstände wie Kleidung, Schlafsäcke, Rucksäcke und Steigeisen. Zu den besonderen Funden zählten zwei GoPro-Kameras und mehrere Knochen. Zudem sammelten sie alte Drahtseile und Metallreste früherer Klettersteig-Bauarbeiten ein.
Insgesamt wurden rund 700 Kilogramm Müll und Altmaterial in drei großen Säcken ins Tal geflogen. Die Aktion diente zugleich dem Naturschutz und der Ausbildung der Bergwacht in alpinen Eistechniken sowie dem Training von Transportflügen mit Außenlast für die Hubschrauberbesatzung.
Immer wieder menschliche Überreste in den Bergen
Immer wieder geben schmelzende Gletscher in den Alpen menschliche Überreste frei – darunter die sterblichen Überreste von Bergsteigern, die seit Jahrzehnten als vermisst galten. In einigen Fällen konnten DNA-Analysen die Identität der Toten klären.
Schweiz, 2023: Auf dem Theodulgletscher bei Zermatt wurden die Überreste eines deutschen Bergsteigers entdeckt, der seit 1986 vermisst worden war. Eine DNA-Analyse bestätigte seine Identität.
Schweiz, 2017: Auf dem Tsanfleuron-Gletscher kamen die sterblichen Überreste eines Ehepaars zum Vorschein, das 1942 verschwunden war. DNA-Tests brachten nach 75 Jahren Gewissheit.
Ötztaler Alpen, 1991: Deutsche Wanderer-Ehepaar entdeckt am Tisenjoch die rund 5300 Jahre alte Gletschermumie „Ötzi“. Der Fund ist ein berühmtes Beispiel dafür, wie Eis menschliche Überreste über Jahrtausende konservieren kann.