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Wetterwarnung für die Balearen: Rekordregen durch Sturm Adam in Spanien

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Luftaufnahme von Oliva in der Provinz Valencia.
Luftaufnahme von Oliva in der Provinz Valencia. -  Copyright  Salvamento Marítimo vía X
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Von Christina Thykjaer
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Spaniens Wetterdienst erhält die Wetterwarnung für die Balearen aufrecht. Zwar hat sich Sturmtief Adam inzwischen abgeschwächt, doch die Front der sintflutartigen Regenfälle zieht weiter.

Das Sturmtief Adam lässt im Osten Spaniens jetzt langsam nach, doch zuvor hat es mindestens vier Todesopfer gefordert und schwere Überschwemmungen ausgelöst. In der Region Valencia musste die Guardia Civil seit Beginn des Sturms mehr als 2.100 Menschen in Sicherheit bringen. Fast 500 weitere Menschen mussten auch teils sehr komplizerter Lage gerettet werden, wie aus der jüngsten Bilanz der Behörde hervorgeht.

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Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez besucht an diesem Dienstag Valencia, um sich vor Ort ein Bild von den Folgen des Unwetters zu machen.

Die valencianische Küstenstadt Oliva gehört zu den am stärksten betroffenen Orten, mit 600 Litern Regen pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden. Rund 600 Menschen erhielten Unterstützung im städtischen Mehrzweckzentrum, 400 verbrachten dort die Nacht von Montag auf Dienstag.

Guardia Civil mit 1.300 Kräften im Einsatz

Für die Einsätze sind mehr als 1.300 Kräfte der Guardia Civil ausgerückt, unterstützt von Hubschraubern, Booten und Spezialteams für Wasser- und Bergrettung.

Die Regenfälle haben in der Region Valencia inzwischen zwar an Stärke verloren und die Ausgangsbeschränkungen sind aufgehoben. Dennoch hält die Wetterbehörde Aemet Warnungen für neun Provinzen aufrecht, besonders wegen der erwarteten Niederschläge in Katalonien und auf den Balearen.

Die Behörden berichten von vier Todesopfern: zwei in Oliva, eines in Sagunto, beide in der Region Valencia, und ein Todesopfer in Cabrera de Mar in der Provinz Barcelona. In Oliva, einem der am stärksten getroffenen Orte, entdeckten Einsatzkräfte einen Mann tot auf einem Campingplatz und eine Frau mit eingeschränkter Mobilität, die allein im Erdgeschoss ihres Hauses lebte.

Historische Regenmassen: über 700 Liter pro Quadratmeter

Aemet stuft das Regenereignis als außergewöhnlich für die valencianischen Bezirke La Safor und Marina Alta ein. Dort gehören die gemessenen Niederschlagsmengen zu den höchsten der vergangenen Jahrzehnte. In L’Atzúvia in der Provinz Alicante fielen innerhalb weniger Stunden 713 Liter pro Quadratmeter. Pego kam in 36 Stunden auf 632 Liter, davon 430 innerhalb von nur sechs Stunden.

Die Wucht der Niederschläge ließ die Flüsse Girona und Vernisa sowie den Bach Beniopa über die Ufer treten und setzte zahlreiche Orte unter Wasser.

Nach Angaben des Senders RTVE zählt das Ereignis zu den heftigsten in Spanien, nur übertroffen von den historischen Regenfällen in Oliva 1987 mit 817 Litern pro Quadratmeter in 24 Stunden und von der DANA 2024, als in Turís 772 Liter gemessen wurden.

In Oliva standen die Straßen vollständig unter Wasser. Viele Bewohner mussten sich in die oberen Stockwerke ihrer Häuser flüchten oder gar auf die Dächer klettern, um auf die Rettungskräfte zu warten.

Wegen der schweren Überschwemmungen ordnete die Generalitat Valenciana am Montag vorübergehende Ausgangsbeschränkungen in 145 Gemeinden der Provinzen Valencia und Alicante an. Die Bevölkerung sollte möglichst zu Hause bleiben und sich angesichts der Gefahr neuer Fluten in höhere Stockwerke zurückziehen.

Im Laufe des Nachmittags hob die Regierung die meisten Auflagen schrittweise wieder auf. Das Unwetter führte zudem zu Straßensperrungen, Störungen im Verkehr und Unterrichtsausfällen für mehr als 100.000 Schülerinnen und Schüler.

Unwetter trifft die Balearen und Katalonien

Das Unwetter hat auch die Balearen erfasst, besonders Ibiza und Formentera. Dort führten die Regenfälle zu über die Ufer tretenden Sturzbächen, Überschwemmungen und zahlreichen Straßensperrungen. Auf Ibiza verzeichneten die Behörden mehr als 130 Zwischenfälle, darunter umgestürzte Bäume und Probleme bei den Zufahrten zum Flughafen, wo sich Wasser staute und einige Flüge gestrichen wurden.

Auf Formentera wurden binnen 24 Stunden bis zu 203 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Die Militär-Spezialeinheit UME war ebenfalls auf den Inseln im Einsatz, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen und Wasser abzupumpen. Die Balearen-Regierung setzte am Montag vorsorglich den Schulunterricht auf Mallorca, Ibiza und Formentera aus; betroffen waren rund 160.000 Schülerinnen und Schüler.

In Katalonien verlagerten sich die stärksten Regenfälle am Montagnachmittag in die Provinzen Barcelona, Girona und Tarragona, nachdem Aemet dort Warnungen vor heftigen und anhaltenden Niederschlägen ausgegeben hatte.

Mobile Warnmeldungen

Die Generalitat Valenciana nutzte das System ES-Alert, um Warnhinweise direkt auf die Mobiltelefone der Menschen in den bedrohten Gebieten zu schicken. Die ersten Nachrichten gingen bereits am Wochenende raus, bevor der Sturm seinen Höhepunkt erreichte, weitere folgten am Montag, als die Überschwemmungsgefahr weiter zunahm.

In den Warnmeldungen wurden die Bürger aufgefordert, auf Autofahrten zu verzichten, Flüsse und Schluchten zu meiden und sich wenn nötig in höhere Gebiete zu retten.

Der massive Einsatz der Flutkatastrophe im Oktober 2024, als verspätete Notfallkommunikation für heftige Kritik sorgte. Damals kamen mehr als 240 Menschen ums Leben.

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