Sturmtief Adam hat mit sintflutartigen Regenfällen die Region Valenica heimgesucht. Auf den Balearen bleiben die Schulen geschlossen - es gilt Alarmstufe Orange, auch auf Mallorca.
Die Region Valencia in Spanien scheint das Schlimmste nach dem Durchzug eines neuen Sturmtiefs (auf Spanisch: „DANA“) überstanden zu haben. Die Rettungsdienste melden allerdings zwei weitere Todesfälle in Oliva, das sich zum Epizentrum von Sturm Adam entwickelt hat. Ein 64-jähriger Mann starb nach Herz-Kreislauf-Problemen auf einem Campingplatz, und eine 78-jährige Frau konnte in ihrem Haus nicht rechtzeitig gerettet werden.
Allein in Oliva südlich von Valencia wurden bis 14.00 Uhr am Montag rund 2.000 Menschen evakuiert. Nach Angaben des Wetterdienstes Avamet fielen in einer Nacht 440,7 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Opfer in Oliva kommen zu denen in Sagunto hinzu, wo eine Frau am Sonntag gegen 20.00 Uhr offenbar ertrank, sowie zu jener Frau in Cabrera de Mar bei Barcelona, die von einer Sturzflut mitgerissen wurde und deren Leiche in einem nahegelegenen Hafen gefunden wurde.
In Xàbia, rund 40 Kilometer südöstlich, mussten Einsatzkräfte etwa 100 Menschen in Sicherheit bringen. Die staatliche Wetterbehörde hat inzwischen die roten Warnungen für den Küstenstreifen im Süden der Provinz Valencia und den Norden von Alicante aufgehoben.
Laut der Behörde liegt eine vergleichbare Lage in den Bezirken Safor und Marina Alta, südlich von Valencia, 39 Jahre zurück. Diese Gebiete sind weit entfernt von der Horta Sud, die bereits die meteorologische Katastrophe von 2024 erlebt hat.
Auch wenn das aktuelle Unwetter nicht die Folgen von vor zwei Jahren erreicht, hat die DANA schwere Überschwemmungen ausgelöst. Keller stehen unter Wasser, Abwassersysteme sind völlig verstopft und tausende Menschen sitzen in ihren Häusern oder sogar in Dachgeschossen fest. Bäche und Flüsse traten über die Ufer, hunderte Menschen mussten von Rettungskräften aus den betroffenen Bezirken geborgen werden.
Oliva und Xàbia gehören zu den acht Gemeinden der Region Valencia, die weiter abgesperrt bleiben. Betroffen sind außerdem Bellreguard, Daimús, Miramar, Piles, Pego und Els Poblets, wie der Notfallrat der Regionalregierung, Juan Carlos Valderrama, mitteilte. Die Militärische Notfalleinheit UME ist von ihrer Basis in Bétera ausgerückt, um die Arbeiten in Oliva und anderen Gemeinden der Umgebung zu verstärken. Die Guardia Civil hat in dem Gebiet mehr als 800 Kräfte im Einsatz.
Die Regionalregierung hat die Notfallstufe 2 ausgerufen und eine Sitzung des Integrierten Operativen Koordinationszentrums Cecopi einberufen. Zudem unterstützen Kräfte des Dritten Interventionsbataillons der UME die örtlichen Rettungsdienste bei den Einsätzen wegen der Überschwemmungen in Oliva.
Warnstufe Orange auf den Balearen
Unterdessen stehen auf den Balearen Spezialeinheiten bereit, um die Hilfsteams zu unterstützen und gegen die Folgen des Sturms anzukämpfen. Die rote Unwetterwarnung für den Inselarchipel wurde gegen 6.00 Uhr auf Orange herabgestuft.
Aus Vorsicht bleiben die Schulen auf Mallorca, Ibiza und Formentera vorerst geschlossen, ebenso in 15 Gemeinden der Provinz Alicante und 27 der Provinz Valencia. Insgesamt sind derzeit mehr als 100.000 Schülerinnen und Schüler ohne Unterricht, davon 80.913 in der Provinz Valencia und 21.868 in Alicante.
Die Wetterlage bleibt auch im Südosten Spaniens mit der Region Murcia und Almería, im Süden Kataloniens und auf den Balearen, vor allem auf Ibiza und Formentera, instabil. Im Tagesverlauf lassen die Niederschläge in diesen Gebieten nach und verlagern sich nach Katalonien, wo mit kräftigen und teils sehr starken, anhaltenden Schauern gerechnet wird. Mäßige Regenfälle sind zudem an der Küste Asturiens, auf der nördlichen und südlichen Hochebene, in Aragón und Navarra möglich.
Der Präsident der Generalitat Valenciana, Juan Francisco Pérez Llorca, erklärte, die Regenfälle gingen zwar langsam zurück, die Lage bleibe jedoch schwierig. Er bat die Menschen, die in ihren Häusern auf Hilfe warten, um „Geduld“. Pérez Llorca trat gemeinsam mit Notfallrat Valderrama und der Vertreterin der Zentralregierung, Pilar Bernabé, vor die Presse. Aus Madrid reiste Regierungschef Pedro Sánchez in das Nationale Zentrum für Überwachung und Koordinierung von Notfällen CENEM, um sich persönlich über die Entwicklung der Lage zu informieren.