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Netflix-Aktie fällt: schwächere Nutzung und langsameres Umsatzwachstum

ARCHIV - Foto mit Werbung für die Netflix-Serie „Bridgerton“
ARCHIV: Foto einer Werbung für die Netflix-Serie „Bridgerton“. -  Copyright  AP Photo
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Von Angela Barnes
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Aktie von Netflix gibt nach: Quartalszahlen enttäuschen Anleger, Konkurrenz wächst, der Konzern plant laut Medien bis zu 1.000 Stellen zu streichen.

Die Netflix-Aktie ist am Dienstag um mehr als fünf Prozent gefallen, nachdem der Quartalsbericht die Sorgen der Anleger über eine nachlassende Nutzerbindung und ein schwächeres Umsatzwachstum nicht ausräumen konnte.

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„Wir wissen, dass sich einige Anleger wegen des Wachstums unserer Sehstunden Sorgen machen“, schrieb das Unternehmen in einem Brief an Investoren. Netflix erklärte, dies sei der zentrale Gradmesser für die Nutzung und zeigte sich „zuversichtlich“, das Wachstum wieder beschleunigen zu können.

Der Streamingriese aus Kalifornien tut sich seit mehreren Quartalen schwer, die Erwartungen der Anleger zu erfüllen. Zugleich wächst der Druck durch konkurrierende Plattformen, Videospiele und Sportangebote.

Netflix habe „in den vergangenen sechs bis zwölf Monaten deutlich schlechter abgeschnitten“, sagte John Belton, Portfoliomanager bei Gabelli Funds, der Nachrichtenagentur AFP. Anleger seien wegen „schwachen Nutzungszahlen, einem sich verlangsamenden Umsatzwachstum, einer gedämpften Aussicht auf höhere Margen und zuletzt Veränderungen in der Content-Führungsebene“ verunsichert.

Im dritten Quartal bis Ende September erzielte Netflix nach Daten des Analysehauses FactSet einen Umsatz von 12,87 Milliarden Dollar (11,09 Milliarden Euro) und einen Nettogewinn von 3,7 Milliarden Dollar (3,19 Milliarden Euro) – mehr als von vielen Anlegern erwartet.

Gesamtzahlen zu den Sehstunden der Abonnenten legte Netflix nicht vor. In Indien stiegen diese Werte jedoch um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im Juli teilte der Konzern mit, dass Abonnenten im ersten Halbjahr 97 Milliarden Stunden Inhalte angesehen haben. Das entspricht einem Plus von zwei Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 2025.

Seit der ersten Jahreshälfte 2025 veröffentlicht Netflix keine Abonnentenzahlen mehr.

Das Unternehmen verweist jedoch auf kräftiges Wachstum außerhalb der USA und räumt zugleich ein, dass es auf dem Heimatmarkt größere Hürden gibt.

„Wir müssen in den USA besser liefern. Unsere Inhalte funktionieren in weiten Teilen der Welt“, sagte Co-Chef Ted Sarandos am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Er verwies auf starke Nutzung, steigende Abonnentenzahlen, höhere Umsätze und Gewinne in Lateinamerika, Europa und Asien.

„Auch in den USA läuft es, aber das Wachstum ist nicht so stark, wie es sein könnte oder wie wir es uns wünschen“, ergänzte Sarandos.

Stellenabbau bei Netflix

Nach Medienberichten will Netflix zudem rund sechs Prozent seiner Belegschaft abbauen, etwa 1.000 Stellen.

Darunter sind nach Angaben des Branchenmagazins The Hollywood Reporter sieben Führungskräfte, die für TV-Deals und Inhalte verantwortlich waren.

Kürzlich tauschte der Konzern zudem seine oberste Content-Managerin Bela Bajaria aus. Sie hatte laut CNBC Erfolgsserien wie „Stranger Things“, „Bridgerton“ und „Squid Game“ betreut und die Live-Entertainment-Strategie von Netflix vorangetrieben.

Als neuen Content-Chef setzte Netflix den früheren Disney-Manager Peter Rice ein.

„Peter Rice versteht das Verhältnis zu kreativen Talenten, und in einem wettbewerbsintensiven Markt können sich Kreative aussuchen, wo sie arbeiten wollen“, sagte Sarandos in der Runde am Dienstag.

Vielfältige Formate

Die Konkurrenz anderer Streamingdienste zwingt Netflix, mehr Aufwand zu betreiben, um zahlende und werbefinanzierte Nutzer zu gewinnen und zu halten.

Netflix setzt zunehmend auch auf Live-Sport. Der Dienst sicherte sich Vereinbarungen zur Übertragung großer Ereignisse wie Olympia und der Fußball-Weltmeisterschaft und baut parallel sein Angebot an Games und Kurzformaten aus. Auch die NFL und die Wrestling-Liga WWE wollen Live-Events auf Netflix zeigen.

In den USA kam Netflix im Juli laut dem Medienanalyseunternehmen Nielsen auf einen Anteil von 7,8 Prozent an den Streaming-TV-Zuschauern. YouTube erreichte 14,2 Prozent und stellte damit einen Rekord für die Google-Plattform auf.

Die Weltmeisterschaft trieb Nielsen zufolge die Fernsehnutzung im Juli insgesamt nach oben.

„Man darf nicht vergessen: Rund 95 Prozent unserer Ausgaben und fast unser gesamter Umsatz entfallen auf dieses Kerngeschäft, in dem wir noch viel Potenzial für künftiges Wachstum sehen“, betonte Sarandos am Dienstag und unterstrich damit das Bekenntnis zu klassischem Serien- und Filmprogramm.

Beim Wachstum der Werbeerlöse blieb Netflix hinter den Erwartungen zurück.

„Wir liegen derzeit etwas hinter unserem ehrgeizigen Jahresziel zurück. Trotzdem wachsen unsere Werbeumsätze weiter“, sagte Co-Chef Greg Peters in der Telefonkonferenz.

„Wir sehen die positiven Effekte, wenn wir weitere Produkte wie neue Anzeigenformate einführen, die unser Wachstum unterstützen“, fügte Peters hinzu.

Weitere Quellen • AFP

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