Der Papst begrüßt Tausende Gläubige vor der Generalaudienz, segnet Kinder und dankt für die erhaltenen Gebete. Seine Stimme klingt gefasst, öffentliche Termine nimmt er langsam wieder auf.
Acht Tage nach dem Eingriff an der Lunge kehrt Papst Leo XIV. zu den Gläubigen auf den Petersplatz zurück. Am Mittwoch, dem 21. Oktober, fährt das Kirchenoberhaupt vor der Generalaudienz im Papamobil über den Platz. Er grüßt dietausenden Anwesenden und bleibt immer wieder stehen, um Kinder zu segnen. Viele hatten diesen Moment erwartet, seitdem ihm im römischen Krankenhaus Policlinico Gemelli am 13. Oktober der untere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt wurde.
Das "Papamobil" ist an den Seiten offen, hat aber ein Dach, das den Papst vor dem Regen schützt. Es rollt unter Applaus und Jubelrufen der Gläubigen über den Platz. Leo XIV. lächelt, winkt und spendet den Segen. So hält er den gewohnten direkten Kontakt zur Menge. Das schlechte Wetter hält die Pilger nicht davon ab, zur ersten Generalaudienz des Papstes nach dem Klinikaufenthalt zu kommen.
Dank an die Gläubigen: „Danke für eure Gebete“
Zu Beginn der Generalaudienz bedankt sich Leo XIV. bei allen, die ihn während des Eingriffs und der anschließenden Genesung begleitet haben. "Danke für eure Unterstützung, für eure Gebete, Dank sei Gott für seine Großzügigkeit. Erneuern wir alle unser Vertrauen in die Güte und Barmherzigkeit Gottes“, sagt er.
Die Stimme des Papstes wirkt bei der Begegnung sicher. Der Auftritt markiert einen weiteren Schritt auf dem Weg zurück zu seinen öffentlichen Terminen. Am Ende der Audienz leitet Leo XIV. das Gebet des Vaterunsers. Anschließend begrüßt er die Kardinäle und die weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer der traditionellen Handkusszeremonie.
In seinem Grußwort an die polnischen Gläubigen dankt der Papst zudem den Organisatoren und Dolmetschern des Konzerts "Salmi di Pace“, das anlässlich des 45. Jahrestags der Vatikanischen Stiftung Johannes Paul II. stattfindet. Er verbindet damit die Hoffnung, dass die Initiative "Vorsätze für Frieden und Versöhnung“ stärkt.
Der Eingriff im Gemelli und die schrittweise Rückkehr in den Alltag
Am 13. Oktober unterziehen die Ärzte Leo XIV. im Policlinico Gemelli einem chirurgischen Eingriff von rund 90 Minuten, durchgeführt mit videoassistierter Technik. Die Operation umfasst die Entfernung des unteren Lappen des rechten Lungenflügels. Die histologische Untersuchung bestätigt die Diagnose eines Lungenadenokarzinoms.
Der postoperative Verlauf fällt nach Einschätzung der Ärzte positiv aus, und der Papst wird am 17. Oktober nach fünf Tagen im Krankenhaus entlassen. In den Tagen vor der Entlassung melden die ärztlichen Bulletins zufriedenstellende Kontrollen nach der Operation, eine gute Erholung der Atmung und zunehmende Mobilität, auch dank Physiotherapie.
Nach seiner Rückkehr in den Vatikan nimmt Leo XIV. bereits erste Verpflichtungen wieder auf. Er erscheint am Fenster des Apostolischen Palastes, um am Sonntag, dem 18. Oktober, das Angelus-Gebet zu sprechen, und dankt all jenen, die für ihn gebetet haben. Die Generalaudienz am Mittwoch ist ein weiterer Schritt zurück zur gewohnten Routine, wenn auch im Rahmen einer schrittweisen Belastungssteigerung.
Weiter offen bleibt der apostolische Besuch in Lateinamerika vom 6. bis 17. November mit Stationen in Uruguay, Argentinien und Peru. Der Fortschritt seiner Genesung wird entscheidend sein, um mögliche Anpassungen des Programms zu prüfen, während der Papst seine öffentlichen Termine nach und nach wieder aufnimmt.