An diesem Sonntag wird die wieder zurückgedreht, obwohl das EU-Parlament die Abschaffung Ende 2019 auf den Weg gebracht hat. Warum?
Mehr als sieben von zehn Deutschen halten die Zeitumstellung für überflüssig. Zu diesem Ergebnis kommen die Meinungsforscher von Forsa alle Jahre wieder - schon seit einem Jahrzehnt.
EU-weit hatten sich 2018 in einer Umfrage 84 Prozent der Befragten gegen die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit ausgesprochen - die meisten Gegner der Zeitumstellung kamen damals aus Deutschland. Und eine große Mehrheit der Abgeordneten im Europaparlament hatte 2019 für den Vorschlag der EU-Kommission gestimmt, die halbjährliche Zeitumstellung abzuschaffen.
Doch umgesetzt wurde diese Entscheidung bis heute nicht. Zunächst waren die EU-Verantwortlichen mit der Coronakrise beschäftigt, es folgte Russlands Angriffskrieg in der Ukraine.
Und besonders unter jüngeren Deutschen ist der Widerstand gegen die Zeitumstellung laut Umfragen zuletzt zurückgegangen.
Am Sonntagmorgen ist es soweit
Traditionell erfolgt die Zeitumstellung im Herbst am letzten Sonntag im Oktober. In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2026 werden also die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Das bedeutet, dass diejenigien, die nicht nachts arbeiten, eine Stunde länger schlafen können. Dann ist es morgens früher hell und abends früher dunkel.
Mit der Umstellung Ende Oktober ist die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) zu Ende - und es gilt in weiten Teilen Europas wieder die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), die umgangssprachlich auch Winterzeit genannt wird. Auch in Portugal und in Großbritannien werden die Uhren umgestellt, aber in diesen beiden Ländern ist es eine Stunde früher.
In den USA endet die Sommerzeit erst am 1. November.
Laut dem Reisereporter werden die Uhren in Marokko, in Thailand, in Japan, in Argentinien und in Südafrika nicht umgestellt.
Die Bundesrepublik Deutschland und andere EU-Staaten hatten sich 1980 Frankreich angeschlossen, um die Uhrzeit zu harmonisieren. 1976 hatte die Regierung in Paris als Reaktion auf die Ölkrise die Sommerzeit eingeführt hatte, um Energie zu sparen. Dieses Argument gilt inzwischen als überholt. Weggefallen ist zuletzt ja schon die Schaltsekunde.
EU-Rat blockiert das Ende der Zeitumstellung
Das EU-Parlament stimmte 2019 mit 410 zu 192 Stimmen für die Abschaffung der Zeitumstellung, die ursprünglich ab 2021 umgesetzt werden sollte. Doch für ein endgültiges Gesetz fehlte die Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten.
Bis heute konnten sich die Länder nicht darauf einigen, ob dauerhaft die Sommer- oder Winterzeit gelten soll. Da unterschiedliche Regelungen wirtschaftliche und organisatorische Probleme verursachen könnten, wartet die Umsetzung weiterhin auf eine gemeinsame Lösung. Eine Abschaffung in naher Zukunft ist daher nicht absehbar.