Ihr Sohn Marius († 2026) wurde in Trier von einem Afghanen erstochen. Nun befürchten Elke und Thomas Dick, dass der Täter als vermindert schuldfähig bzw. schuldunfähig eingestuft werden könnte. Im Euronews-Interview appellieren Sie an die Politik.
Am 15. Juli 2026 wurde der 22-jährige Student Marius Dick in Trier auf offener Straße mit einem Messer getötet, als er nach dem Einkaufen in einem Supermarkt auf dem Nachhauseweg war. Tatverdächtig ist ein Mann aus Afghanistan, der 2017 als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland kam. Sein Asylantrag wurde zunächst abgelehnt, zugleich herrschte aber ein Abschiebungsverbot für Afghanistan. 2023 erhielt er eine unbefristete Niederlassungserlaubnis.
Berichten zufolge soll der Mann psychisch krank sein. Sollte dies seine Schuldfähigkeit beeinträchtigen, könnte sich das auf das Strafmaß auswirken – ein Szenario, gegen das sich die Eltern nun wehren.
Euronews: Nach der Tötung Ihres Sohnes Marius in Trier warten Sie auf das Verfahren gegen den afghanischen Tatverdächtigen Sajad M. Was wissen Sie über den aktuellen Stand?
Thomas Dick: Ich habe noch keine offiziellen Informationen von unserem Anwalt und kann zu dem laufenden Verfahren nichts sagen, aber durch andere Quellen habe ich erfahren, dass der Prozess möglicherweise in drei Monaten losgehen soll, und dass das Ganze nun die Tendenz hat, den Täter als psychisch krank einzustufen.
Euronews: Der Mann kam ja auch gleich nach der Tat in die Forensik?
Thomas Dick: Er kam gleich in die Forensik, weil er auffällig war im Umgang mit der Polizei und dort gewalttätig wurde, er wurde von einem Arzt bereits dort als psychisch krank eingestuft. Seit dieser Zeit sitzt er in der Forensik und eine psychische Krankheit ist offenbar bestätigt worden. Wir können momentan nur feststellen, dass es weiterhin in diese Richtung läuft, dass er nicht als Mörder gilt, sondern eher als "nicht zurechnungsfähig".
Euronews: Was macht das mit Ihrer Hoffnung auf Gerechtigkeit?
Elke Dick: Es wäre für uns sehr unbefriedigend, wenn es in diese Richtung ginge und ein Urteil in diesem Sinne gefällt werden würde. Dies war für uns ein Mord, und er sollte als Mörder verurteilt werden.
Euronews: Um die Unterschiede darzulegen: Bei einer Haftstrafe richtet sich die Dauer vor allem nach dem Urteil. Täter, die aufgrund einer psychischen Erkrankung bei der Tat schuldunfähig oder erheblich vermindert schuldfähig waren, werden in einer forensischen Psychiatrie untergebracht. Und dafür gibt es keine feste Höchstdauer, wie bei einer Haftstrafe.
Thomas Dick: Nach dem, was ich im Internet dazu gefunden habe, kommt jedes Jahr ein externer Gutachter, der beurteilt, ob er weiter in der Klinik bleiben muss. Das wird möglicherweise dann gefährlich, wenn ein Gutachter nach ein paar Jahren sagt: "Der war jetzt lange genug in der Forensik, hat sich gut verhalten, ist nicht mehr auffällig, kann wieder raus." Und wenn dann das Gericht entsprechend entscheidet, weiß man nie, wie hoch das Potenzial für einen zweiten Mord ist.
Hinzu kommt, dass die Versorgung in einer forensischen Klinik laut unserem Stand zwischen 150.000 bis 300.000 Euro im Jahr kostet. Und wir haben ja tatsächlich ein Täterprofil, das sich immer wieder zeigt: abgelehnter Asylbewerber, männlich, aus einem gewissen Kulturkreis.
Euronews: Hier landen wir wieder beim Thema illegale Migration und Politik.
Thomas Dick: Genau das muss man in Relation bringen, wie viele Leute lassen wir noch ins Land, von denen wir nicht wissen, wo sie herkommen, die keinen Pass haben, welche psychischen Leiden und Störungen haben die?
Man weiß über die Leute nicht Bescheid, außer, dass sie offenbar "traumatisiert sind". Die lässt man seit 2015 unkontrolliert ins Land und die Bürger laufen als Beta-Tester herum. Wenn etwas passiert, sind es immer wieder "Einzelfälle".
Daneben steigen die Krankenkassenbeiträge, die Arbeitszeiten bis zur Rente werden verlängert, ab 2027 kommt die Gesundheitsreform, die natürlich wieder negativ für alle Bürger sein wird. Was mutet man der Bevölkerung zu und wie lange noch?
Euronews: Was würden Sie sich von der Bundespolitik jetzt wünschen, konkret? Wie könnte das aussehen?
Thomas Dick: Klare Grenzschließungen, keine illegale Migration, wie es Dänemark und Schweden und Ungarn oder auch Polen macht, die nehmen einfach keine mehr auf. Natürlich können wir gern die Leute aufnehmen, die mich zum Beispiel auch im Krankenhaus behandelt haben, da hatten viele einen Migrationshintergrund. Es geht nicht um die qualifizierten Fachkräfte, die hier sind, die ihre Steuern bezahlen, sich integriert haben und unsere Gesetze beachten, von denen reden wir nicht.
Euronews: Wie beurteilen Sie Abschiebungen von Menschen, die hier arbeiten und gut integriert sind? Auch diese finden ja nach Medienberichten immer wieder statt.
Thomas Dick: Korrekt, die haben die Kinder, die haben studiert, und dann werden sie eingesammelt und müssen weg, obwohl sie klar integriert sind und Arbeit haben.
Nichts gegen die Menschen, die kommen, wer Hilfe braucht, kann gerne Hilfe bekommen, aber illegal geht halt leider nicht mehr. Deutschland hat das Geld nicht mehr, die Gefängnisse sind voll, die Forensik ist voll, wir können es uns nicht mehr erlauben.
Euronews: Ich denke, es gibt auch Probleme in Deutschland, das technisch umzusetzen, Thema Datenaustausch.
Thomas Dick: Ja richtig, die Behörden können wohl untereinander teils keine Daten austauschen, das merkt man ja immer wieder. Warum haben wir keine Behörde, die das Ganze zusammenführt und auch die Abschiebungen durchführt? Es wird so viel Geld ausgegeben für andere Dinge, und ich behaupte mal, allein durch Behördenversagen wäre so mancher Mord verhinderbar gewesen, wenn die Datenaustauschvorgänge früher oder besser stattgefunden hätten.
Euronews: Es gibt ja auch Streit innerhalb der EU zum Thema Migration. Die Staaten können die Aufnahme von Asylsuchenden ablehnen, aber sie sind grundsätzlich verpflichtet, sich am Solidaritätsmechanismus zu beteiligen. Polen erklärte im Juni 2026, weder Asylsuchende aus anderen EU-Staaten aufnehmen noch entsprechende Kosten übernehmen zu wollen und beruft sich dabei unter anderem auf die Aufnahme vieler ukrainischer Kriegsflüchtlinge. Ungarn und die Slowakei wollen sich 2026 offenbar weder an der Aufnahme von Asylsuchenden noch finanziell am EU-Solidaritätsmechanismus beteiligen. Euronews berichtete im Juni 2026 (Quelle auf Englisch), dass die EU-Kommission deshalb im Juni noch keine Sanktionen verhängt hat, gegen Ungarn könnte aber ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet werden.
Thomas Dick: Und da wäre die Frage, sollen diese Länder irgendwann aus der EU herausgeworfen werden? Diese Migration in Europa bringt das so nicht mehr. In die USA, nach Australien oder Kanada kommt niemand ins Land ohne ein Visum oder ohne Geld, ohne Arbeitsvertrag.
Euronews: Frau Dick, Sie als Kommunalpolitikerin, was würden Sie vorschlagen?
Elke Dick: Die, die nicht hier sein dürfen, die straffällig werden, müssen so schnell wie möglich in ihr eigenes Land wieder zurückgeschickt werden und ich verstehe nicht, warum das nicht passiert. Zum Teil bin ich auch davon überzeugt, dass die, die wirklich psychische Probleme bekommen haben durch ihre Erlebnisse, nicht nach unseren europäischen Maßstäben therapiert werden können.
Thomas Dick: Ich geh sogar so weit, zu denken, dass es fraglich ist, wenn ein psychiatrischer Gutachter, der hier studiert, gelernt und Erfahrungen gemacht hat, einen afghanischen, nordafrikanischen Menschen nach europäischen Maßstäben beurteilt. Der müsste wohl 10 Jahre in den entsprechenden Ländern gelebt haben und die Mentalität der Leute kennen. Ich glaube, dann würden ganz andere Beurteilungen stattfinden.
"Damit anderen Eltern so etwas erspart bleibt"
Euronews: Woher nehmen Sie die Kraft, nach dem Tod Ihres Sohnes so stark ins Engagement zu gehen? Was hoffen Sie, damit zu erreichen?
Elke Dick: Damit anderen Eltern so etwas erspart bleibt, auch deshalb machen wir das. Und ich denke, wir sprechen hier ein bisschen für all die, die auf eine ähnliche Weise ihr Kind verloren haben und es nicht schaffen, in die Öffentlichkeit zu gehen. Es gibt verschiedene Arten, wie Menschen trauern.
Thomas Dick: Wir setzen uns auch dafür ein, dass es keine Opfer 2. Klasse gibt. In Hanau hatte ein rechtsradikaler Deutscher 2020 neun Migranten erschossen und später seine Mutter und sich selbst. Es gibt jedes Jahr ein Gedenken, auch mit hochrangigen Vertretern der Politik.
Zur Trauerwache Deutschland kommt kein Politiker, es gibt keinen Gedenktag für die Opfer, die seit 2015 durch Gewalttaten ums Leben gekommen sind. Da möchten wir auch an die Politik appellieren, alle gleich zu behandeln.
Als CDU-Mitglieder gegen die Brandmauer
Euronews: Wie beurteilen Sie die derzeitige Parteienlandschaft in Deutschland?
Thomas Dick: Wir sagen es noch einmal explizit, die Brandmauer müsste endlich eingerissen werden, weil es zu nichts geführt hat, außer, dass sich die CDU verzwergt, falls es noch keiner gemerkt haben sollte.
Wir wünschen uns auch aufgrund unserer Aktivitäten, zum Teil im Rahmen der Trauerwache Deutschland mit Michael Kyrath, eine Einladung, damit wir diese Themen im Bundestag oder in einem Landtag vorbringen können. Stattdessen wird weiterhin über ein AfD-Verbotsverfahren geredet. Man arbeitet sich an anderen Parteien ab, die eigentlich mit zur Lösung beitragen könnten, falls man mit ihnen reden würde statt über sie. Das geben wir der Politik so mit, und das machen wir auch weiterhin als CDU-Basismitglieder.
Euronews: Sie haben vorhin das Thema "Opfer 2. Klasse" angesprochen. Haben Sie das Gefühl, dass die Öffentlichkeit und die Teile der Zivilgesellschaft bei vergleichbaren Gewalttaten mit zweierlei Maß messen?
Elke Dick: Ja, aktuell fühlen wir uns selbst wie Opfer 2. Klasse. Ich sage es einfach mal krass, stellen Sie sich vor, unser Marius hätte einen Migranten niedergestochen und der wäre gestorben. Was meinen Sie, was dann los gewesen wäre? Die hätten bei uns im Vorgarten gezeltet, die Omas gegen Rechts wären auf die Barrikaden gegangen und hätten hier vor dem Haus demonstriert. Umgekehrt gibt es nichts, keine Gruppe steht dafür auf.
Euronews: Wird Ihr Engagement schnell als rechtsradikal eingeordnet?
Elke Dick: Sofort. Wissen Sie, Landstuhl ist eine Garnisonsstadt. Ich habe immer mit amerikanischen Kindern gespielt, sprach schon Englisch, bevor ich in die Schule ging. Und auch später waren dann türkische Kinder hier, vietnamesische, italienische und viele mehr. Wir haben ganz viele Nationen in unserer Region durch die Ramstein Air Base, den US-amerikanischen Militärflugplatz, der zugleich eine wichtige NATO-Einrichtung beherbergt. Wir haben tagtäglich Kontakt mit anderen Nationen, die unser Leben bereichern. Aber dass jemand einfach jemand anderen umbringt, einfach so, obwohl er den überhaupt gar nicht kennt, im Vorbeilaufen ersticht, so etwas liegt außerhalb von meiner Vorstellungskraft.
Der Täter hat hier offenbar seine Mittlere Reife gemacht, dann auch eine Ausbildung, hat gearbeitet und alles. Da ist man doch eigentlich dankbar und denkt: "Was für ein tolles Land, das hat mir alle Möglichkeiten geboten. Ich kann vielleicht sogar Geld nach Hause schicken, kann meine Familie unterstützen, ist doch toll." Und der Marius läuft dem entgegen, wird von ihm angefallen und einfach umgebracht.
Eine Umarmung am Ort der Tat
Euronews: Es gibt auch Menschen mit migrantischem Hintergrund, die Ihnen jetzt beistehen oder ihr Beileid ausdrücken.
Elke Dick: Ja, am Freitag sind wir nach einem Gedenkgottesdienst in Trier an den Ort gegangen, wo Marius getötet wurde, um dort eine Kerze anzustecken.
Wir sahen, dass Menschen weiterhin Kerzen dort aufstellen, Blumen ablegen, jemand hat auch ein Bild von Marius hingehängt, das fand ich sehr rührend. Und dann kam eine Deutsch-Türkin auf uns zu, sie hat selbst zwei Söhne, einer studiert, der andere ist Pilot. Sie fragte, ob sie uns umarmen darf.
Jetzt, seitdem Marius tot ist, sagte sie, hat sie Angst, auch um ihre Söhne, auch am helllichten Tag. Sie meinte, sie weiß nicht, was ist in Deutschland los, wer hier alles illegal ins Land kommt, und sie betonte, sie möchte nicht als Nazi bezeichnet werden.
Euronews: Hat sich inzwischen noch einmal jemand aus der Politik bei Ihnen gemeldet?
Thomas Dick: Nach dem Mord an Marius hat ja Bundeskanzler Merz angerufen, der Ministerpräsident war hier, der Leiter der Staatskanzlei, ein Bundestagsabgeordneter, alle aus unserem Wahlkreis, die waren hier. Aber danach ist leider nichts mehr passiert, keine Nachfragen, wie "Wie können wir helfen? Was können wir tun? Wie können wir uns für Veränderungen einsetzen?" Da kam leider nichts. Schade.
Vater von Marius: Fünf Bypässe nach dem Tod des Sohnes
Euronews: Im August, rund 14 Tage, nachdem wir zum ersten Mal gesprochen hatten, ging es Ihnen gesundheitlich sehr schlecht, Herr Dick. Was ist da geschehen?
Thomas Dick: Ich habe beim Tennisspielen einen Herzinfarkt bekommen. Vor einem Jahr hatte ich bereits zwei Stents gesetzt bekommen, also eine gewisse Vorerkrankung war da, aber sicherlich hat der Tod von Marius und der ganze Stress das Ganze beflügelt.
Es war mein erstes Einzel, das ich gespielt habe, ich spiele noch nicht so lange Tennis. Ich habe durchgespielt und dann wollten alle später noch was essen gehen, aber wir sind dann lieber ins Krankenhaus gefahren.
Elke Dick: Wir haben in dem Moment eigentlich gar nicht so richtig gedacht, dass es ein Herzinfarkt sein könnte, wir dachten eher, es wäre die Aufregung wegen dem Spiel.
Euronews: Was wurde im Krankenhaus festgestellt?
Thomas Dick: Meine Frau fuhr mich zuerst in die Klinik, dann haben sie ein EKG durchgeführt und dabei sofort den Herzinfarkt festgestellt. Schließlich habe ich in einer fünfstündigen Operation fünf Bypässe bekommen. Am nächsten Tag ließen mich die Ärzte vorsichtshalber noch im Koma, eine Herz-Lungen-Maschine hat die Funktionen übernommen. Und dann bekommt man als Patient einen Impuls, der das Herz wieder zum Schlagen bringt oder nicht. Es hat anscheinend bei mir funktioniert, ich bin dann wieder da gewesen.
Euronews: Frau Dick, wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Elke Dick: Ich bin fast verrückt geworden daheim, es war wirklich grausam. Aber es ist ja, Gott sei Dank, alles gut gegangen. Wir sind fest davon überzeugt, dass unser Sohn für uns ein Schutzengel war, dass Marius dafür gesorgt hat, dass es auf dem Tennisplatz passiert ist, wo wir dann die richtigen Maßnahmen einleiten konnten. Sonst hätte ich ihn wahrscheinlich morgens tot im Bett gefunden und das hätte mit Sicherheit nicht mehr lang gedauert, die Adern waren ja komplett verschlossen. Marius wusste, wenn der Papa jetzt noch gehen muss, dann ist das für die Mama, ganz allein, zu viel.