Die USA stufen Helium als kritischen Rohstoff ein. Krieg im Nahen Osten und Exportbremsen aus Russland und China verknappen das Gas, Europa sichert Vorräte.
Die USA haben Helium am Freitag als strategischen Rohstoff eingestuft. Begründet wurde der Schritt mit der zentralen Rolle des Gases für die Produktion von Halbleitern und Energie sowie mit der wachsenden Sorge vor Störungen der globalen Versorgung.
Der Beschluss des Energieministeriums der USA verschafft Heliumproduzenten Zugang zu zusätzlichen Bundesmitteln und stellt den Rohstoff unter engere staatliche Aufsicht.
Helium fällt vor allem als Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Erdgas an. Die USA sind der größte Produzent sowohl von Erdgas als auch von Helium; auch Katar und Russland zählen zu den wichtigsten Förderländern.
Die Ausfuhren von Helium aus Katar sind stark beeinträchtigt, seit Iran im Zuge seines Kriegs mit Israel und den USA die Straße von Hormus geschlossen hat. Iranische Angriffe auf katarische Energieinfrastruktur haben das Angebot zusätzlich gedrückt, während Russland im April befristete Ausfuhrbeschränkungen verhängte, um seinen Binnenmarkt zu schützen.
US-Energieminister Chris Wright erklärte, die Regierung von Donald Trump wolle die Abhängigkeit von ausländischen Quellen für kritische Rohstoffe verringern, die heimische Industrieproduktion ankurbeln, Arbeitsplätze sichern und die wirtschaftliche wie die nationale Sicherheit stärken.
„Präsident Trump holt Amerikas Industrieproduktion zurück nach Hause. Das bedeutet, dass wir sicherstellen müssen, dass wir die Materialien haben, die wir brauchen, um in Amerika wieder Dinge zu bauen“, hieß es in seiner Erklärung.
Heliumversorgung: Druck auf Europa wächst
Die USA setzen damit auf mehr Produktion im eigenen Land. Europa hat dagegen zunehmend Mühe, sich Helium zu sichern. Zusätzlichen Druck brachte Chinas Entscheidung, im Juli ein befristetes Exportverbot für das Gas zu verhängen.
China ist zwar kein großer Heliumproduzent, diente nach einem Bericht der „Financial Times“ vom Juli jedoch als Transitdrehscheibe für russische Lieferungen nach Europa.
Im Jahr 2024 untersagte die EU direkte Importe von russischem Helium. Berichten zufolge gelangten dennoch weiter Lieferungen über den Umweg China auf die europäischen Märkte.