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Polizeieinsätze in Lissabon und Porto: rund 100 Verletzte bei Räumung von Zeltprotesten

Protest in Lissabon: Demonstranten ziehen vom Camões zum Rossio
Protest in Lissabon beginnt mit Marsch zwischen Camões und Rossio -  Copyright  Armando França / AP
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Von Ricardo Figueira
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Nach mehreren Warnungen ging die Polizei in der vergangenen Nacht erneut gewaltsam gegen die Zeltlager der Demonstranten in den zwei größten Städten Portugals vor. Es gibt rund 100 Verletzte, darunter 13 Polizisten.

Polizeiliche Räumungen haben in der vergangenen Nacht erneut Lissabon und Porto erschüttert, nachdem Demonstranten für Wohnraum und gegen die hohen Lebenshaltungskosten in beiden Städten darauf bestanden hatten, ihre "Acampadas“ über Nacht auf dem Rossio in der Hauptstadt und auf dem Praça D. João I in Porto fortzusetzen.Damit widersetzten sie sich einer Anordnung der Polizei, die das Aufstellen von Zelten in den beiden Plätzen während der Nacht untersagt.

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Die Einsätze der Polizei sollen in beiden Städten zusammen 100 Verletzte gefordert haben, außerdem wurden 13 Personen festgenommen. Sie kamen zunächst in Polizeiwachen, sind inzwischen wieder frei, ihnen wird die Straftat des Ungehorsams vorgeworfen. Unter den Verletzten sind mindestens 13 Polizisten, darunter 10 Mitglieder der Interventionseinheit und drei Zivilpolizisten. Diese drei gehörten zu einer Vierergruppe, die auf der Avenida dos Aliados in Porto im Einsatz war und von den Demonstranten enttarnt wurde. In dieser Gruppe zog einer der Zivilpolizisten seine Schusswaffe, was die Kommunikationsabteilung der PSP mit „Abschreckung und legitimer Selbstverteidigung“ begründete. Acht Polizisten kamen ins Krankenhaus.

Zivilpolizist zieht Schusswaffe auf der Avenida dos Aliados in Porto, wird von Demonstranten eingekreist und flüchtet schließlich in ein Geschäft

Diesmal wartete die Polizei länger mit dem Eingreifen als bei den Räumungen am vergangenen Wochenende. Als die Demonstranten Menschenketten bildeten, um die Zelte zu schützen, rückte die Interventionseinheit mit Schilden, Schlagstöcken und Hunden an. Sie durchbrach die Menschenketten und begann gegen vier Uhr 30, nach mehreren Verwarnungen, die Zelte abzubauen. In Lissabon gingen die Polizisten mit Hunden anders vor als in der Vorwoche: Statt in einer breiten Linie rückten sie im Gänsemarsch vor und gelangten so direkt zu den Zelten.

Die Demonstranten hielten ihr Versprechen ein, nach null Uhr 30 keinen Lärm mehr zu machen, dem Zeitpunkt, zu dem die Polizei sie zur Auflösung der Versammlung aufforderte. Auf den Zelten bestanden sie jedoch weiterhin.

In Porto versuchten die Demonstranten, die „Acampada“ auf die Avenida dos Aliados zu verlegen, wo die Polizei erneut räumte. In Lissabon drängten die Beamten die Demonstranten in Richtung Praça da Figueira ab, wo diese eine Barrikade errichteten, was zu einem weiteren Einsatz führte. Anschließend umstellte die Polizei den Platz Martim Moniz, um zu verhindern, dass die Demonstration dorthin weiterzog, und die Kundgebung löste sich schließlich auf.

Sá Fernandes: "Einzigen Verbrecher sind das Innenministerium und der Polizeidirektor“

Unter den in Porto Festgenommenen befinden sich Mitglieder der Gruppe „Mães pela Acampada“. In Lissabon beteiligten sich mehrere Abgeordnete an dem Protest und übernahmen auch eine Rolle in den Verhandlungen mit der Polizei. Zeitweise bildeten sie eine "Barriere“ zwischen den Polizeikräften und den Demonstranten. Dazu gehörten Pedro Delgado Alves und Eva Cruzeiro von der PS, Isabel Mendes Lopes, Jorge Pinto und Paulo Muacho von Livre sowie Fabian Figueiredo vom Bloco de Esquerda.

Die "Acampadas“ fanden im Anschluss an Demonstrationszüge am späten Nachmittag statt, an denen Tausende Menschen teilnahmen, in Lissabon zwischen dem Largo do Camões und dem Rossio und in Porto zwischen der Batalha und dem Praça D. João I.

Ricardo Sá Fernandes, Anwalt der „Acampada“, erklärte vor den Fernsehkameras: "Die einzigen Menschen, die in diesem Fall Verbrechen begangen haben, sind der Innenminister Luís Neves und der nationale Direktor der Polizei für öffentliche Sicherheit (PSP), Pedro Coelho de Moura“, und er kündigte an, beide wegen Amtsmissbrauchs zu verklagen.

Der Präsident der Republik, António José Seguro, teilte mit, er habe von den Verantwortlichen dieser jüngsten Polizeieinsätze Aufklärung verlangt.

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