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Europaweite Hackerangriffe auf Supermarkt-Tiefkühlen: Experten warnen vor KI-Bedrohung

Vernichtete Kühlwaren werden am Montag, den zweiten November 2026, aus ausgefallenen Tiefkühltruhen im ICA-Baronen-Markt an der Odengatan in Stockholm entsorgt.
Im Supermarkt ICA Baronen in der Odengatan in Stockholm werden am Montag, 2. November 2026, verdorbene Kühlwaren aus ausgefallenen Gefriertruhen entsorgt. -  Copyright  Fredrik Sandberg/TT News Agency via AP
Copyright Fredrik Sandberg/TT News Agency via AP
Von Pascale Davies
Zuerst veröffentlicht am
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Wer steckt hinter Cyberangriffen auf Tiefkühltruhen in Europas Supermärkten – und wieso verschärft KI die Lage? Euronews Next fragt IT-Sicherheitsexperten.

Supermarkt-Kühlregale und Tiefkühltruhen geraten immer häufiger ins Visier von Hackern. Dadurch verderben Lebensmittel, und die Sorge wächst, dass Nahrungsmittel selbst zu einem Ziel von Technologieangriffen werden.

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Die jüngste Serie von Cybervorfällen,die am Montag gemeldet wurden, traf Supermarktketten in Belgien, Luxemburg, Estland, den Niederlanden und Irland. Auch Schweden war betroffen, ein Geschäft machte einen Cyberangriff dafür verantwortlich.

Die Vorfälle folgen nur wenige Wochen nach einem schweren Cyberangriff auf Tiefkühltruhen in rund 500 bis 700 französischen Supermärkten. Dabei stiegen die Temperaturen auf bis zu 50 Grad Celsius.

Bislang hat keine Gruppe die Verantwortung übernommen, und niemand ist offiziell für einen der Angriffe auf Supermarktkühlgeräte verantwortlich gemacht worden. Französische Behörden gehen jedoch davon aus, dass der Angriff am zwölften Oktober internationale Akteure einbezog. Eine offizielle Schuldzuweisung gibt es nicht.

Warum sind Kühlschränke online?

Kühlschränke, Heizungen und Sicherheitssysteme werden immer häufiger online angebunden. So können Betreiber sie aus der Ferne überwachen und einfacher steuern.

Grundsätzlich gilt: Wenn ein Gerät über eine App oder ein Cloud-Netzwerk mit dem Internet verbunden ist, kann es gehackt werden.

Hat ein Hacker erst einmal Zugang zum Netzwerk, kann er Informationen sammeln oder ein Gerät direkt steuern. Er kann Einstellungen verändern, Nutzer aus ihren Konten aussperren oder ein Gerät komplett abschalten.

Warum werden die Systeme gehackt?

Dass sich niemand zu den Angriffen bekennt, kann vieles bedeuten. Die Hacker könnten zum Beispiel Unruhe stiften wollen oder weitere Attacken vorbereiten. Diese Möglichkeit nennt Marta Rybczynska, Gründerin und Cybersicherheitsexpertin beim Unternehmen Ygreky. Sie weist auch darauf hin, dass die Angreifer keinen direkten finanziellen Gewinn erzielen.

„Ermittler äußern sich nicht zu den bisherigen Ergebnissen der Untersuchung in Frankreich, aber nach dem Ausschlussprinzip liegt es nahe, dass wir es mit einer staatlich unterstützten Gruppe zu tun haben“, sagte sie gegenüber Euronews Next.

„Nach dem Angriff in Frankreich habe ich zunächst an eine Gruppe junger Leute gedacht. Nach dem letzten Fall erscheint eine staatlich unterstützte Gruppe jedoch deutlich wahrscheinlicher. Es sei denn, sie haben die Methode nur kopiert“, fügte sie hinzu.

Aus ihrer Sicht gibt es einen Hauptgrund, warum Supermarkt-Tiefkühltruhen und Kühlschränke angegriffen werden: Sie sind „leichte Ziele“, weil Anleitungen für solche Attacken im Netz leicht zu finden sind.

Die größere Frage, die sie stellt, ist „warum jetzt“. Sie fragt außerdem, warum die betroffenen Geschäfte ihre Anlagen nach den Angriffen in Frankreich nicht besser geschützt haben.

„Das große Problem ist aus meiner Sicht, dass Geschäfte sich selbst nicht als mögliche Ziele gesehen haben. Ich denke, es besteht dringender Handlungsbedarf, um Dienste zu schützen, die bislang nicht als wichtig genug galten“, sagte sie.

Das Infrastrukturproblem

Auch wenn möglicherweise nie bekannt wird, wer hinter den Angriffen auf Supermarktkühlgeräte steckt, rechnen Experten mit weiteren Fällen. Der Grund sei „ganz einfach, dass sie verwundbar sind“, sagte Pavlina Pavlova, Gründerin der Cybersicherheitsfirma Critical Cyber.

„Sie laufen auf alten Systemen, die niedrige Priorität haben oder gar nicht mehr gepatcht werden können. Viele der Steuerungen, die in Frankreich getroffen wurden, waren ältere Modelle, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten, obwohl ihre Schwachstellen seit 2025 bekannt sind.“

„Sie werden angegriffen wegen der Matrix aus Verfügbarkeit, Attraktivität und Verwundbarkeit: Sie sind erreichbar und ungeschützt“, sagte sie gegenüber Euronews Next.

Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz dürften die Bedrohungen zudem zunehmen. KI senkt die Einstiegshürde für komplexe Angriffe und kann Attacken in einem Tempo und Umfang automatisieren, mit dem Menschen nicht mithalten.

„KI-gestützte Schwachstellenerkennung macht es so leicht wie nie zuvor, Schwachpunkte zu finden und auszunutzen, auch bei zentralen Funktionen, von denen Menschen abhängig sind. Das Schließen dieser Lücken bleibt für Verteidiger ein Nadelöhr“, sagte Pavlova.

„Es wird vermutlich schlimmer, bevor es besser wird.“

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