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US-Midterms 2026: Demokraten erobern laut Hochrechnungen das Repräsentantenhaus

Eine Studentin geht am Wahltag am Wandgemälde mit der Aufschrift „VOTE\!“ am Campus der University of Texas in Austin, Texas, vorbei. Dienstag, 3. November 2026
Eine Studentin geht am Wahltag am Wandgemälde mit der Aufschrift „VOTE\!“ am Campus der University of Texas in Austin, Texas, vorbei. Dienstag, 3. November 2026 -  Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Bei den Zwischenwahlen in den USA steht die politische Machtverteilung für die zweite Hälfte der Amtszeit von Präsident Donald Trump auf dem Spiel. Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner sind aufgerufen, über die Zusammensetzung des Kongresses und zahlreiche Gouverneursposten abzustimmen.

Bei den US-Zwischenwahlen zeichnet sich ein schwieriger Wahlabend für die Republikaner von Präsident Donald Trump ab.

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Die Republikaner haben ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus Prognosen zufolge verloren. Die Demokraten werden künftig die Kontrolle über die Parlamentskammer übernehmen. Das berichteten die US-Sender CNN und NBC News auf Grundlage von Stimmauszählungen und Wählerbefragungen.

Die Kongresskammer wurde seit 2023 von den Republikanern kontrolliert. Eine endgültige Entscheidung über die Sitzverteilung steht noch aus.

Die Wahl gilt als Stimmungstest für die zweite Amtszeit Trumps. Im Mittelpunkt standen vor allem die hohen Lebenshaltungskosten, die wirtschaftliche Entwicklung, die Einwanderungspolitik und der Krieg mit dem Iran. Erste Nachwahlbefragungen deuten auf eine deutliche Unzufriedenheit vieler Wähler mit der politischen Entwicklung des Landes hin.

Auch im Rennen um die Mehrheit im Senat können die Demokraten auf einen Erfolg hoffen. Um die Kontrolle über die Kammer zu übernehmen, müssen sie den Republikanern vier Sitze abnehmen und zugleich ihre eigenen Mandate verteidigen. Bislang ist ihnen das gelungen: Nach bisherigen Hochrechnungen konnten sie sämtliche eigenen Sitze halten und den Republikanern zudem zwei Mandate abnehmen.

Demokraten gewinnen Senatssitze hinzu

Im Senat gelang den Demokraten gleich zu Beginn des Wahlabends mit dem Sieg ihres Kandidaten Roy Cooper in North Carolina ein wichtiger Sitzgewinn. Damit nehmen sie den Republikanern einen bislang von ihnen gehaltenen Sitz ab.

Nachdem die Demokraten bereits in North Carolina einen Senatssitz von den Republikanern erobert hatten, gelang ihnen nun auch ein Sieg in South Carolina. Die Demokratin Annie Andrews setzte sich gegen ihre republikanische Konkurrentin Darline Graham Nordone durch. Diese ist die Schwester des im Sommer verstorbenen Senators Lindsey Graham.

Die demokratische Senatskandidatin Dr. Annie Andrews spricht am Dienstag, dem 3. November 2026, am Wahltag mit Bürgern in North Charleston, South Carolina.
Die demokratische Senatskandidatin Dr. Annie Andrews spricht am Dienstag, dem 3. November 2026, am Wahltag mit Bürgern in North Charleston, South Carolina. AP Photo

Damit stellen die Demokraten erstmals seit fast drei Jahrzehnten wieder eine Senatorin in South Carolina. Andrews ist zugleich die erste Frau, die den Bundesstaat im US-Senat vertritt. Der Wahlsieg bedeutet einen weiteren Sitzgewinn für die Demokraten und verändert die Mehrheitsverhältnisse in der Kongresskammer.

Gouverneurswahl: Historischer Erfolg für Demokraten in Georgia

Neben den Wahlen zum US-Kongress fanden in zahlreichen Bundesstaaten auch Gouverneurswahlen statt. Dabei wurden die politischen Machtverhältnisse auf Ebene der Bundesstaaten neu bestimmt. Insgesamt standen in 36 Bundesstaaten die Gouverneursposten zur Wahl.

Die Demokraten haben bei der Gouverneurswahl im Bundesstaat Georgia Prognosen zufolge einen historischen Erfolg erzielt. Ihre Kandidatin Keisha Lance Bottoms setzte sich gegen den Republikaner Rick Jackson durch. Das berichteten mehrere US-Medien auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen.

Die demokratische Gouverneurskandidatin in Georgia, Keisha Lance Bottoms, trifft am Dienstag, dem 3. November 2026, am Wahltag in Smyrna, Georgia, an einem Wahllokal ein.
Die demokratische Gouverneurskandidatin in Georgia, Keisha Lance Bottoms, trifft am Dienstag, dem 3. November 2026, am Wahltag in Smyrna, Georgia, an einem Wahllokal ein. AP Photo

Bottoms, die während der Präsidentschaft von Joe Biden als Beraterin tätig war, wird damit die erste Frau und die erste Schwarze an der Spitze des Bundesstaates Georgia. Zugleich wäre sie die erste schwarze Gouverneurin in der Geschichte der USA.

Mit dem Sieg der Demokraten wechselt das Gouverneursamt erstmals seit 1998 wieder die Partei.

Auch bei den Gouverneurswahlen in anderen US-Bundesstaaten gab es mehrere Entscheidungen. In Florida setzte sich der Republikaner Byron Donalds gegen den Demokraten David Jolly durch. In Colorado gewann der Demokrat Phil Weiser gegen den Republikaner Victor Marx. In Wyoming ging das Gouverneursamt an die Republikaner: Eric Barlow besiegte den Demokraten Kenneth Casner.

In mehreren Bundesstaaten konnten die Demokraten ihre Gouverneursposten verteidigen. In New York gewann Amtsinhaberin Kathy Hochul gegen den Republikaner Bruce Blakeman. Auch in Pennsylvania setzte sich der demokratische Gouverneur Josh Shapiro gegen Stacy Garrity durch. In Illinois gewann JB Pritzker gegen Darren Bailey, in Maryland Wes Moore gegen Dan Cox. Weitere Siege für die Demokraten gab es in Connecticut, wo sich Ned Lamont gegen Ryan Fazio durchsetzte, und in Massachusetts. Dort gewann Maura Healey gegen den Republikaner Mike Minogue.

Wähler geben am Wahltag, Dienstag, dem 3. November 2026, im Raccoon River Park Nature Lodge in West Des Moines im US-Bundesstaat Iowa ihre Stimmen ab.
Wähler geben am Wahltag, Dienstag, dem 3. November 2026, im Raccoon River Park Nature Lodge in West Des Moines im US-Bundesstaat Iowa ihre Stimmen ab. AP Photo

North Carolina: Demokraten nehmen Republikanern ersten Senatssitz ab

Zurück zu den Senatswahlen: Im US-Bundesstaat North Carolina haben die Demokraten einer Prognose zufolge einen Sitz im Senat hinzugewonnen. Ihr Kandidat Roy Cooper konnte sich gegen den Republikaner Michael Whatley durchsetzen. Das meldet die Nachrichtenagentur AP sowie CNN.

Der frühere Gouverneur Roy Cooper erklärte in seiner Siegesrede zum Senatssitz in North Carolina, die Menschen im Bundesstaat hätten sich für all jene eingesetzt, die von der Politik in Washington enttäuscht worden seien. Sie hätten ihrer Stimme Gehör verschafft.

Der demokratische Senatskandidat aus North Carolina, Roy Cooper, trifft am Dienstag, dem 3. November 2026, am Wahlabend in Raleigh, North Carolina, mit seiner Frau Kristin ein
Der demokratische Senatskandidat aus North Carolina, Roy Cooper, trifft am Dienstag, dem 3. November 2026, am Wahlabend in Raleigh, North Carolina, mit seiner Frau Kristin ein AP Photo

„Wir wussten, dass das Chaos und die Korruption in Washington den Menschen in unserem Land schaden. Heute habt ihr deutlich gemacht: Damit muss Schluss sein“, sagte Cooper vor einer jubelnden Menschenmenge in Raleigh.

Cooper war bis zum vergangenen Jahr Gouverneur von North Carolina. Nach zwei Amtszeiten schied er aus dem Amt aus und trat nun für einen Sitz im US-Senat an. Dabei setzte er sich gegen Whatley durch, der von US-Präsident Donald Trump unterstützt wurde. Der bisherige republikanische Senator Thom Tillis hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet.

Florida geht an die Republikaner

In Florida hat sich die republikanische Senatorin Ashley Moody gegen ihre demokratische Herausforderin Angie Nixon durchgesetzt. Laut Associated Press lag Moody bei einem Auszählungsstand von 96 Prozent bei 50,8 Prozent der Stimmen, Nixon kam auf 48,1 Prozent. Damit fiel der Vorsprung vergleichsweise knapp aus.

Moody war 2025 vom Gouverneur Floridas, Ron DeSantis, zur Nachfolgerin von Marco Rubio ernannt worden, nachdem dieser das Amt des Außenministers übernommen hatte. Zuvor war sie Generalstaatsanwältin des Bundesstaates.

Die republikanische Senatorin Ashley Moody aus Florida trifft am 30. Oktober 2026 vor dem Auftritt von US-Präsident Trump bei einer Wahlveranstaltung in Daytona Beach, FL ein.
Die republikanische Senatorin Ashley Moody aus Florida trifft am 30. Oktober 2026 vor dem Auftritt von US-Präsident Trump bei einer Wahlveranstaltung in Daytona Beach, FL ein. AP Photo

Nixon, eine ehemalige Abgeordnete des Parlaments von Florida, trat als demokratische Sozialistin an. Sie setzte im Wahlkampf insbesondere auf soziale Themen wie eine allgemeine Krankenversicherung (Medicare for All), höhere Mindestlöhne und eine stärkere Besteuerung großer Vermögen. Moody konzentrierte sich dagegen auf öffentliche Sicherheit, Grenzschutz und eine konservative Wirtschaftspolitik.

Für die Republikaner ist der Sieg von Bedeutung: Florida galt früher als umkämpfter Swing State, hat sich in den vergangenen Jahren aber zunehmend republikanisch entwickelt. Moody konnte den Senatssitz somit für ihre Partei sichern.

New Hampshire bleibt bei den Demokraten

In New Hampshire konnten die Demokraten dagegen einen wichtigen Erfolg verbuchen. Der demokratische Kongressabgeordnete Chris Pappas setzte sich gegen den Republikaner und ehemaligen Senator John E. Sununu durch. Damit bleibt der Sitz der ausscheidenden demokratischen Senatorin Jeanne Shaheen in den Händen der Demokraten.

Der demokratische Senatskandidat und Kongressabgeordnete Chris Pappas aus New Hampshire, am 3. November 2026, bei einer Wahlabendveranstaltung in Manchester, New Hampshire
Der demokratische Senatskandidat und Kongressabgeordnete Chris Pappas aus New Hampshire, am 3. November 2026, bei einer Wahlabendveranstaltung in Manchester, New Hampshire AP Photo

Pappas vertritt seit 2019 den ersten Kongresswahlbezirk von New Hampshire im US-Repräsentantenhaus. Im Wahlkampf stellte er sich als Gegenpol zur Politik von Donald Trump dar und warb für eine stärkere Kontrolle der Regierung durch den Kongress.

Der Republikaner Sununu hingegen versuchte, sich von Trump zu distanzieren. Er war bereits von 2003 bis 2009 Senator und stammt aus einer politisch bekannten republikanischen Familie: Sein Vater und sein Bruder waren Gouverneure von New Hampshire.

Der Wahlausgang ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Republikaner gehofft hatten, den traditionell umkämpften Senatssitz zurückzugewinnen. Pappas' Sieg verhindert diesen Sitzgewinn und ist für die Demokraten ein wichtiger Schritt im Kampf um die Mehrheit im Senat. Zudem wird er der erste offen homosexuelle Mann im US-Senat sein.

Georgia: Jon Ossoff verteidigt seinen Senatssitz

Der Demokrat Jon Ossoff hat seinen Senatssitz im Bundesstaat Georgia verteidigt. Der 39-Jährige setzte sich gegen den republikanischen Herausforderer Mike Collins durch. Ossoff gehört seit 2021 dem US-Senat an und zählt zu den jüngeren Hoffnungsträgern seiner Partei. Vor seiner politischen Karriere arbeitete er als Journalist und Dokumentarfilmer.

Der demokratische Senator Jon Ossoff spricht am Montag, dem 2. November 2026, bei einem Wahlkampftermin in Decatur im US-Bundesstaat Georgia mit Medienvertretern.
Der demokratische Senator Jon Ossoff spricht am Montag, dem 2. November 2026, bei einem Wahlkampftermin in Decatur im US-Bundesstaat Georgia mit Medienvertretern. AP Photo

Im Wahlkampf kritisierte er insbesondere die Politik von US-Präsident Donald Trump, die hohen Lebenshaltungskosten und die wirtschaftlichen Folgen der amerikanischen Zollpolitik. Für die Demokraten ist sein Sieg von besonderer Bedeutung: Georgia gilt als umkämpfter Swing State, den Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024 für sich entscheiden konnte.

Mit der Verteidigung des Senatssitzes verhindern die Demokraten einen weiteren Zugewinn der Republikaner.

Virginia geht erneut an die Demokraten

Der Demokrat Mark R. Warner hat seinen Senatssitz im Bundesstaat Virginia erfolgreich verteidigt. Der 71-jährige Amtsinhaber setzte sich mit rund 61 Prozent der Stimmen gegen seinen republikanischen Herausforderer Bert Mizusawa durch, der auf etwa 38 Prozent kam.

Für Warner ist es bereits die vierte Amtszeit im US-Senat.

Zuvor war er von 2002 bis 2006 Gouverneur von Virginia. Im Senat ist er stellvertretender Vorsitzender des Geheimdienstausschusses und beschäftigt sich insbesondere mit Fragen der nationalen Sicherheit. Auch in den Ausschüssen für Finanzen, Banken und Haushalt ist er vertreten.

Sein Wahlsieg kommt für die Demokraten nicht überraschend: Virginia gilt inzwischen als überwiegend demokratisch geprägter Bundesstaat. Bei der Präsidentschaftswahl 2024 hatte Kamala Harris dort ebenfalls die Mehrheit geholt.

Arkansas bleibt in der Hand der Republikaner

Die republikanische Gouverneurin Sarah Huckabee Sanders wird ihre Wiederwahl im US-Bundesstaat Arkansas gewinnen. Das geht aus einer Prognose des CNN-Wahldesks hervor. Damit bleibt das Gouverneursamt in dem traditionell republikanisch geprägten Bundesstaat in der Hand der Republikaner.

Sarah Huckabee Sanders (links), spricht am Montag, dem 19. Oktober 2026, bei einer Veranstaltung zur Frauengesundheit im Rosengarten des Weißen Hauses mit Jennifer Hegseth.
Sarah Huckabee Sanders (links), spricht am Montag, dem 19. Oktober 2026, bei einer Veranstaltung zur Frauengesundheit im Rosengarten des Weißen Hauses mit Jennifer Hegseth. AP Photo

Sanders war während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump Pressesprecherin des Weißen Hauses. 2022 schrieb sie Geschichte, als sie als erste Frau zur Gouverneurin von Arkansas gewählt wurde.

Sie ist die Tochter des früheren Gouverneurs von Arkansas und heutigen US-Botschafters in Israel, Mike Huckabee.

Red States vs. Blue States vs. Swing States

In den USA werden die Bundesstaaten in sogenannte „Red States“ und „Blue States“ eingeteilt. Die Farben stehen für die politische Ausrichtung der Wählerschaft: In den Red States haben traditionell die Republikaner die Mehrheit, während in den Blue States die Demokraten dominieren.

Zu den republikanisch geprägten Staaten zählen beispielsweise Texas, Kentucky, Ohio, Florida und Alabama. Kalifornien, New York, Illinois und Massachusetts gelten dagegen als demokratische Hochburgen.

Ein Wähler gibt mit seiner Tochter auf dem Arm am Dienstag, dem 3. November 2026, in einem Wahllokal im National Veterans Memorial & Museum in Columbus, Ohio, seine Stimme ab.
Ein Wähler gibt mit seiner Tochter auf dem Arm am Dienstag, dem 3. November 2026, in einem Wahllokal im National Veterans Memorial & Museum in Columbus, Ohio, seine Stimme ab. AP Photo

Eine besondere Rolle spielen die sogenannten Swing States (Wechselstaaten). Dort ist das Rennen zwischen beiden Parteien immer besonders knapp, sodass sich die Mehrheitsverhältnisse von Wahl zu Wahl ändern können.

Bundesstaat New York: Stimmzettel teils für Wahlmaschinen zu dick

Bereits vor dem eigentlichen Wahltag hatten mehr als 59 Millionen Menschen ihre Stimme vorzeitig abgegeben. Gleichzeitig verlief der Wahltag nicht überall reibungslos.

Wegen technischer Schwierigkeiten und Verzögerungen verlängerten einzelne Landkreise in North Carolina und Pennsylvania die Öffnungszeiten ihrer Wahllokale, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten.

Nach Angaben des Senders ABC wurden in vier Landkreisen in North Carolina technische Probleme registriert. Auch im Chester County in Pennsylvania kam es zu Verzögerungen: Dort bereitete offenbar die Einrichtung der Wahlmaschinen Schwierigkeiten, sodass einige Wahllokale nicht pünktlich öffnen konnten.

Ein Wähler geht am Dienstag, dem 3. November 2026, im American Legion Post 35 in Wasilla im US-Bundesstaat Alaska zu einer Wahlkabine, um seinen Stimmzettel auszufüllen.
Ein Wähler geht am Dienstag, dem 3. November 2026, im American Legion Post 35 in Wasilla im US-Bundesstaat Alaska zu einer Wahlkabine, um seinen Stimmzettel auszufüllen. AP Photo

Weitere Probleme wurden aus dem Bundesstaat New York gemeldet. In Westchester County fielen laut „Wall Street Journal“ die Scanner für die Stimmzettel aus. Howard Husock, ein US-amerikanischer Journalist, Autor und Politikexperte, der als Senior Fellow am konservativ ausgerichteten American Enterprise Institute (AEI) tätig ist und unter anderem für das „Wall Street Journal“ schreib, berichtete, dass seine Stimme möglicherweise nicht erfasst worden sei. Grund dafür sei gewesen, dass die verwendeten Stimmzettel zu dick für die Wahlmaschinen gewesen seien.

In einem Wahlbezirk in Kansas gingen der Zeitung zufolge zudem vorübergehend die Papierstimmzettel aus. Statt der benötigten 1.000 Exemplare waren lediglich 100 geliefert worden.

Auch Unwetter beeinträchtigten den Wahlablauf: In Florida, Arizona und Utah mussten Wähler nach Medienberichten teilweise auf andere Wahllokale ausweichen.

Linksaußen: Diese demokratischen Sozialisten haben gewonnen

Bei den US-Midterms konnten zudem mehrere Kandidaten aus dem linken Flügel der Demokratischen Partei ihre Wahlkreise gewinnen.

Darunter ist Chris Rabb aus Pennsylvania, der den dritten Kongresswahlbezirk gewann und damit der erste demokratische Sozialist aus Philadelphia im US-Kongress wird.

In Colorado setzte sich Melat Kiros, eine 29-jährige Juristin und Doktorandin, durch. Sie hatte bereits in der demokratischen Vorwahl die langjährige Abgeordnete Diana DeGette besiegt.

In New York gewannen gleich zwei Vertreterinnen des linken Parteiflügels: Claire Valdez, eine Gewerkschafterin und Mitglied der Democratic Socialists of America (DSA), sowie Darializa Avila Chevalier, eine ehemalige Wahlkampfmitarbeiterin von New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani.

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani feiert mit der demokratischen Kandidatin Darializa Avila Chevalier am Wahlabend in New York.
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani feiert mit der demokratischen Kandidatin Darializa Avila Chevalier am Wahlabend in New York. AP Photo

Auch Donavan McKinney aus Michigan konnte seinen Wahlkreis im Raum Detroit gewinnen. Der 34-Jährige gehört ebenfalls der DSA an. Gemeinsam stehen die fünf Politiker und Politikerinnen für einen Kurs, der unter anderem eine allgemeine Krankenversicherung, höhere Steuern für Wohlhabende, stärkere Arbeitnehmerrechte und bezahlbaren Wohnraum fordert.

Ein Signal für die Präsidentschaft 2028

Mit einer Mehrheit in mindestens einer der beiden Kongresskammern könnten die Demokraten den politischen Handlungsspielraum von Donald Trumps Regierung deutlich einschränken. Denn die Mehrheitspartei stellt die Vorsitzenden der Ausschüsse und kann dadurch parlamentarische Untersuchungen vorantreiben sowie Regierungsvertreter zu Aussagen unter Eid vorladen.

Darüber hinaus hat das Repräsentantenhaus laut US-Verfassung das Recht, ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) gegen den Präsidenten einzuleiten. Über eine tatsächliche Amtsenthebung entscheidet anschließend der Senat, für die eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist.

Die Amtszeit des bisherigen Kongresses endet am 3. Januar 2027 um 12 Uhr mittags Ortszeit. Anschließend tritt der neu gewählte Kongress zusammen. Zu seinen ersten Aufgaben gehört die Wahl des Sprechers des Repräsentantenhauses (Speaker of the House). Dieses Amt bekleidet derzeit der Republikaner Mike Johnson.

Die Zeitverschiebung zwischen Deutschland (MEZ) und den USA beträgt je nach Bundesstaat sechs bis neun Stunden.

Bis auch die letzten Wahllokale ihre Türen schließen, dauert es noch bis in die frühen Morgenstunden des Mittwochs. Dann dürfte sich allmählich ein erstes konkretes Bild vom Wahlausgang abzeichnen.

Dieser Artikel wird regelmäßig mit neuen Informationen versehen.

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