Die spanische Polizei nimmt 18 Personen fest, darunter 13 Minderjährige. Sie alle stehen im Verdacht Teil des "Blocus" Netzwerks zu sein, das wegen über das Internet organsierte Plünderungen im Fokus steht.
Die Policía Nacional hat 18 Personen festgenommen, dreizehn davon minderjährig, wegen ihrer mutmaßlichen Verbindung zur Gruppe Blocus, von der aus Aufrufe organisiert und verbreitet wurden, um Plünderungen und Unruhen in verschiedenen spanischen Städten auszulösen, besonders in der Halloween-Nacht.
Die Festnahmen erfolgten in Palma de Mallorca (4), Málaga (4), Valencia (3), Barcelona (3), Lleida (2), Bilbao (1) und Sevilla (1). Unter den Festgenommenen sind sechzehn Männer und zwei Frauen mit unterschiedlichem Grad an Beteiligung an Planung, Koordinierung und Verbreitung dieser Aktionen.
Die „Blocus“-Bewegung (abgeleitet vom französischen Wort für „Blockade“) ist eine massive Protestwelle von Schülerinnen, Schülern und Studierenden in Frankreich und Spanien, die seit September 2026 existiert. Bei dieser Aktionsform werden die Eingänge von Schulen und Universitäten blockiert – oft mit Mülltonnen, Absperrungen oder Sitzstreiks –, um den Unterricht lahmzulegen und Aufmerksamkeit zu erregen.
Der Ursprung und das Spanien-Phänomen
Die Blocus-Bewegung schwappte im Oktober 2026 über Social Media aus Frankreich nach Spanien rüber. Jugendliche in Spanien haben den französischen Begriff und die Optik (maskiertes Auftreten, Barrikaden) durch Nachahmung übernommen. Während es in Frankreich um Missstände an den Schulen geht, hat sich der Begriff in Spanien zu einer Welle von organisierten Krawallen und Plünderungen unter dem Deckmantel von Schülerprotesten entwickelt. Zu massiven Ausschreitungen kam es unter anderem am Halloween-Wochenende Ende Oktober.
Die Ermittlungen in Spanien begannen nach den Ausschreitungen in Barcelona am 24. Oktober. Seitdem stellten die Beamten fest, dass sich die Aufrufe rasch ausweiteten und über soziale Netzwerke und digitale Kommunikationskanäle andere Städte im Land erreichten.
In diesen Kanälen wurden Hinweise geteilt zu Orten und Zielen der Angriffe. Teilweise erklärten sie sogar, wie man Brandsätze wie Molotowcocktails baut, und riefen dazu auf, Waffen einzusetzen, um Chaos zu stiften.
Die Polizei konnte die Kanäle und Verbindungspunkte lokalisieren und außer Betrieb setzen, über die die vandalischen Aktionen koordiniert wurden. Nach Angaben der Polizei war das Ziel, die Aufrufe zu Plünderungen zu stoppen und neue Gewaltausbrüche zu verhindern.
Gegen die Festgenommenen wird ermittelt wegen des Verdachts mehrerer Straftaten. Dazu gehören Verschwörung zur Begehung von Straftaten des öffentlichen Unfriedens, Verschwörung zu Straftaten gegen das Eigentum sowie Zugehörigkeit zu einer organisierten Gruppe.
Am Einsatz beteiligten sich die provinziellen Informationsbrigaden von Valencia, Bilbao, Málaga, Barcelona, Lleida, Mallorca und Sevilla, koordiniert von der Comisaría General de Información.
Die Ermittlungen laufen weiter und die Beamten setzen ihre Arbeit zur Spurensuche und Überprüfung fort, um neue Vorfälle zu verhindern. Die Polizei schließt weitere Festnahmen nicht aus.