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Tarantel-Invasion in Österreich: Mehr als 200 Meldungen in 2 Monaten

Taranteln hinter einem Fenster
Taranteln hinter einem Fenster -  Copyright  AP Photo
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Von Kevin Koehrmann
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Taranteln breiten sich in Österreich immer weiter aus. Über 200 Sichtungen seit September sorgen für Aufsehen. Besonders im Herbst sind die imposanten Spinnen unterwegs.

Man kennt sie aus Horrorfilmen - allein bei ihrem Anblick läuft vielen ein eiskalter Schauer über den Rücken. Doch jetzt sind die haarigen Krabbler ganz real auf dem Vormarsch: Taranteln breiten sich in Österreich immer weiter aus.

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Südrussische Tarantel (Lycosa Singoriensis)
Südrussische Tarantel (Lycosa Singoriensis) Vongiawe

Seit Anfang September wurden auf der Citizen-Science-Plattform naturbeobachtung.at mehr als 200 Sichtungen der beiden Tarantelarten gemeldet. 175 davon konnten Expertinnen und Experten bereits bestätigen.

Steiermark führt bei Tarantel-Sichtungen

Die meisten Tarantel-Sichtungen wurden seit Anfang September aus der Steiermark gemeldet. Mit 66 Beobachtungen liegt das Bundesland vor Niederösterreich mit 49 und dem Burgenland mit 43 Meldungen.

Während in der Steiermark und in Kärnten ausschließlich die Schwarzbäuchige Tarantel gesichtet wurde, gingen aus Wien und Niederösterreich nur Meldungen der Südrussischen Tarantel ein. Im Burgenland wurden hingegen beide Arten nachgewiesen.

Südrussische Tarantel
Südrussische Tarantel Christian Pinatel de Salvator

Besonders im Herbst sind die Spinnen häufiger zu sehen. Auf der Suche nach einem frostgeschützten Winterquartier verirren sie sich mitunter auch in Wohnungen, Häuser oder Garagen. In der Natur bevorzugen sie geschützte Verstecke wie Erdhöhlen und Felsspalten.

Ungewöhnliche Fundorte sorgen für Aufsehen

Einige Tarantel-Sichtungen sind für Fachleute besonders interessant. So wurde die Südrussische Tarantel im niederösterreichischen Tulln entdeckt – ungewöhnlich weit im Nordwesten ihres bislang dokumentierten Verbreitungsgebiets. Aus der umliegenden Region, etwa dem Tullnerfeld und Korneuburg, lagen bisher keine Meldungen vor, erklärt Carolina Trcka-Rojas vom Naturschutzbund Österreich.

Auch bei der Schwarzbäuchigen Tarantel gibt es bemerkenswerte Funde: Ende August wurde sie in Stossau im unteren Gailtal gesichtet – der bislang westlichste Nachweis der Art in Österreich. Die nördlichste Meldung stammt aus Lackendorf im Burgenland. Laut Naturschutzbund könnte es dort künftig zu einer Überschneidung der Lebensräume beider Tarantelarten kommen.

Schaurig-schön, für den Menschen ungefährlich

In Österreich sind vor allem zwei heimische Tarantelarten zu finden: die Südrussische Tarantel und die Schwarzbäuchige Tarantel. Beide gehören zu den Wolfsspinnen und können durchaus zubeißen, wenn sie sich bedroht fühlen - allerdings passiert das äußerst selten – etwa wenn sie bedrängt oder angefasst werden.

Ein Biss kann schmerzhaft sein und Rötungen oder Schwellungen verursachen. Für gesunde Menschen ist er in der Regel jedoch nicht gefährlich.

Südrussische Tarantel
Südrussische Tarantel Сергій Марков

Laut Naturschutzbund wurde die Südrussische Tarantel bereits in den frühen 1920er-Jahren im Raum des Neusiedler Sees und in Wien nachgewiesen. Die Schwarzbäuchige Tarantel wurde erstmals in den 1970er-Jahren in der Steiermark dokumentiert.

Inzwischen gibt es Nachweise aus weiteren Regionen. 2024 wurde die Südrussische Tarantel erstmals in der Steiermark dokumentiert.

Eine wissenschaftliche Studie aus 2025 zeigt außerdem, dass sich die Tarantel auch in Tschechien nach jahrzehntelangem Rückgang wieder ausbreitet. Forscher sehen wärmere und trockenere Sommer als wesentlichen Faktor.

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