Der Naturschutzbund NABU beobachtet die vermehrte Ausbreitung der riesigen Nosferatu-Spinne in Deutschland schon seit ein paar Jahren. Jetzt hat diese Webspinne offenbar die Ostsee erobert und ist häufig auf Rügen und Usedom anzutreffen. Doch wie gefährlich ist die Nosferatu-Spinne?
Für einige ist diese Spinne ein Tier wie aus dem Albtraum. Die Nosferatu-Spinne breitet sich in Europa immer weiter aus. Die eigentlich rund ums Mittelmeer lebende Art wird jetzt auch an der Ostsee immer öfter gesichtet. Der Naturschutzbund NABU dokumentiert die Verbreitung dieser besonderen Spinne, die auch Menschen beißen kann, in Deutschland schon seit einigen Jahren.
Nach einem Horrorfilm benannt
Auf Deutsch ist die große Spinne Zoropsis spinimana tatsächlich nach einem Horrorfilm benannt, nämlich nach dem Vampir aus dem Stummfilm "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" von Friedrich Wilhelm Murnau. Der Nosferatu im Film hat spitze Zähne und - wie die Spinne - filigrane Arme und Beine. Die Namensgeber meinten wohl auch, die Zeichnung auf dem Brustpanzer der Nosferatu-Spinne erinnere an das Gesicht des blutsaugenden Dracula. Andere erkennen im Muster auf der Nosferatu-Spinne einen Totenkopf oder eine Maske. Der NABU spricht auch von "der Spinne mit dem Vampir-Tattoo", die ein Glücksfall sei, weil sich so viele Menschen für sie interessieren.
Die Männchen sind in der Regel kleiner und werden zwischen 10 und 13 Millimeter groß, während die Weibchen eine Größe von 10 bis 19 Millimetern erreichen können. Zählt man die Beine mit, kann Zoropsis spinimana eine beeindruckende Länge von bis zu 8 Zentimetern erreichen.
In allen Bundesländern beobachtet: "So viele Meldungen wie noch nie"
Mithilfe einer Meldeaktion, an der sich Zehntausende in ganz Deutschland beteiligt haben, hat der NABU die Nosferatu-Spinne inzwischen in allen Bundesländern nachgewiesen. Zuletzt gab es viele Meldungen von der Ostsee - aus Rügen und Usedom.
Auch im kühleren Schleswig-Holstein fühlt sich die mediterrane Spinne inzwischen heimisch. Der NABU geht davon aus, dass auch Urlauberinnen und Urlauber die Nosferatu-Spinne mit ihrem Gepäck eingeschleppt haben könnten.
Wie Dr. Alexander Wirth vom NABU berichtet, gab es im Frühjahr 2026 "so viele Meldungen mit Bildern wie noch nie zuvor: Bislang sind bereits über 2.500 Fotos eingegangen. Betrachtet man diesen Zeitraum (Januar bis Mai) für die einzelnen Bundesländer, ergibt sich für fast alle ein Fotomelderekord für das Frühjahr 2026."
Der NABU-Naturgucker hat im Internet eine interaktive Version der Karte zur Verbreitung der Nosferatu-Spinne veröffentlicht.
Und wenn die Nosferatu-Spinne beißt...
Wenn sie sich bedroht fühlt, kann es vorkommen, dass die Nosferatu-Spinne einen Menschen beißt. Der Biss ähnelt einem Wespenstich. Die Schwellung klingt in einigen Tagen ab. Nur allergische Personen sollten vorsichtig sein.
Die Spinnenart kann dank ihrer Hafthaare sogar an Fenstern oder anderen Glasflächen hochklettern und kommt damit so gut wie überall hin. Weil die Nosferatu-Spinnen es am liebsten warm mögen, halten sie sich gern im Inneren von Gebäuden auf. Wer eine Nosferatu-Spinne im Haus oder in der Wohnung findet, sollte sie keinesfalls erschlagen, sondern behutsam nach draußen setzen.
Besonders den Winter verbringen die Nosferatu-Spinnen vorzugsweise in Wohnungen oder Garagen. Laut NABU zeigen Aufnahmen von Jungtieren und Gelegen, dass dadurch die Fortpflanzung das ganze Jahr über möglich ist, was neben dem Klimawandel ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Ausbreitung der Art sein könnte.
Wie der NABU erklärt, ernähren sie sich vor allem von anderen Spinnen, die durchaus auch größer sein können als sie selbst und fressen zudem Fliegen und Falter.