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Ölpreise steigen trotz OPEC-Austritt der VAE, Waffenruhe mit Iran wackelt

ARCHIV: Ein Öltechniker klettert in einer Raffinerie in Jebel Ali in den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Turm hinunter, März 2004
Archivaufnahme: Ein Öltechniker steigt von einem Turm in einer Raffinerie in Dschabal Ali in den Vereinigten Arabischen Emiraten, März 2004. Copyright  AP Photo/Kamran Jebreili
Copyright AP Photo/Kamran Jebreili
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ölmärkte erleben derzeit extreme Schwankungen, seit die VAE ihren Austritt aus der Opec und dem Bündnis Opec+ bekanntgegeben haben.

Die Ölmärkte stehen erneut vor Turbulenzen. Die Vereinigten Arabischen Emirate treten formell aus der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und ihrem erweiterten Bündnis OPEC+ aus. Die Regierung verkündete den Schritt am Dienstag, wirksam wird er am Freitag.

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Der Schritt beendet eine jahrzehntelange Mitgliedschaft. Er erfolgt in einer Phase, in der die Weltwirtschaft weiter unter dem anhaltenden Krieg mit Iran leidet und die Blockade der Straße von Hormus in Kraft bleibt.

Anlegerinnen und Anleger prüfen, ob die Emirate künftig deutlich mehr Öl fördern und damit die Preise dämpfen könnten. Gleichzeitig fürchten sie akute Risiken für die globalen Lieferwege und ein erhöhtes Risiko, dass weitere Länder OPEC und OPEC+ verlassen.

Nach der Ankündigung reagierten die Märkte schnell. Sie kalkulierten eine mögliche Überversorgung durch die Emirate ein. Die Ölpreise fielen zwischen zwei und drei Prozent, besonders bei Terminkontrakten mit einer Laufzeit von einigen Monaten.

Doch die Verluste waren rasch wieder ausgeglichen. Die Risikoprämie für den Konflikt im Nahen Osten und den derzeitigen Stopp der Verhandlungen zwischen den USA und Iran stützte die Preise.

Zum Zeitpunkt der Berichterstellung notiert die US-Referenzsorte WTI über 105 US-Dollar je Barrel, Brent als internationale Referenz über 112 US-Dollar. Beide Preise liegen am Mittwoch rund vier Prozent über dem Tiefstand nach der Ankündigung der Emirate.

Die Entscheidung der Emirate folgt auf jahrelange Spannungen zwischen Abu Dhabi und Riad über Förderquoten. Die Regierung hat mehr als 150 Milliarden US-Dollar (128 Milliarden Euro) in den staatlichen Konzern Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) investiert, um die Kapazität auf fünf Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen.

Im engen Korsett der OPEC blieb ein großer Teil dieser Kapazität jedoch ungenutzt. Nun stellt die Regierung das nationale Interesse in den Vordergrund.

Der Austritt des drittgrößten Produzenten des Kartells ist ein schwerer Schlag für den Zusammenhalt der seit sechzig Jahren bestehenden Organisation. Maurizio Carulli, globaler Energieanalyst bei Quilter Cheviot, betont, wie sehr dieser Schritt die übrigen Mitglieder einschränkt.

„Solange der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus nicht wieder sicher ist, kann die OPEC die Preise nur begrenzt stabilisieren. Gleichzeitig haben Produzenten in den USA überproportional an Einfluss gewonnen“, erklärte Carulli.

Die Emirate haben zugesagt, zusätzliche Produktion „schrittweise und maßvoll“ auf den Markt zu bringen. Der plötzliche Wegfall der Koordination innerhalb der OPEC sorgt dennoch für zusätzliche Unsicherheit.

Für die Emirate wirkte die Blockade letztlich als Auslöser für den Austritt. Weil ihre wichtigste Exportroute bedroht ist, sucht Abu Dhabi nun den diplomatischen Spielraum, eigenständige Sicherheits- und Handelsabkommen außerhalb der traditionellen Kartellstrukturen zu schließen.

Trotz der geopolitischen Turbulenzen zeigen sich Energieaktien robust.

Nach Einschätzung von Carulli profitieren integrierte Energiekonzerne wie BP, Shell, TotalEnergies, ENI, Chevron und ExxonMobil von dem Preisanstieg. „Pro zehn US-Dollar mehr beim Ölpreis könnten ihre operativen Barmittelzuflüsse um fünf bis zehn Prozent steigen“, sagt er.

Patt im Konflikt um Straße von Hormus

In einer getrennten, aber eng verbundenen Entwicklung bleibt die Sicherheitslage im Nahen Osten trotz eines brüchigen Waffenstillstands angespannt. Iran hat vor Kurzem einen Zehn-Punkte-Plan zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorgelegt.

Im Gegenzug für die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs verlangt Teheran den vollständigen Abzug der US-Marine aus dem Gebiet und ein Ende der aktuellen Kampfhandlungen.

US-Präsident Donald Trump, der den von Pakistan vermittelten, zweiwöchigen Waffenstillstand jüngst verlängert hat, nannte das jüngste Angebot Irans „deutlich besser“ als frühere Vorschläge, lehnte die Bedingungen jedoch ab.

Kurz darauf schrieb Trump in Online-Netzwerken, Iran befinde sich in einer verzweifelten Lage und habe keinerlei Verhandlungsmacht.

Trumps jüngste Äußerungen zu den Verhandlungen zwischen den USA und Iran

Washington beharrt weiterhin auf einer dauerhaften Regelung des iranischen Atomprogramms und einer „bedingungslosen“ Wiedereröffnung der Wasserstraße, bevor Sanktionen aufgehoben werden.

Die Folgen dieser Blockade für die weltweite Energiesicherheit sind kaum zu überschätzen.

„Die anhaltende Schließung der Straße von Hormus hat laut IEA etwa zwölf Prozent des globalen Ölangebots vom Markt genommen – eine stärkere Störung als der Jom-Kippur-Krieg, der Iran-Irak-Konflikt, die Invasion Kuwaits oder sogar die Folgen des Kriegs in der Ukraine“, betonte Carulli.

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