Er hat Fotos von Militärkonvois auf Autobahnen und Gebäuden in Berlin gemacht und soll sie anschließend an den russischen Geheimdienst weitergegeben haben. Der mutmaßliche Spion wurde in Berlin festgenommen.
In Berlin wurde ein Mann gefasst, der nach Einschätzungen der Bundesanwaltschaft für Russland spioniert haben soll. Der Mann soll "spätestens seit Mai 2025 von Deutschland aus fortlaufend in Kontakt zu einem russischen Geheimdienst" gestanden haben, teilte die Behörde mit.
Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um den kasachischen Staatsangehörigen Sergej K. Am Dienstag hat die Bundesanwaltschaft ihn festnehmen lassen und seine Räumlichkeiten sowie die einer weiteren nicht tatverdächtigen Person durchsucht.
Agent für den russischen Geheimdienst
Der Generalbundesanwalt wirft Sergej K. vor, für den russischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein. Seit spätestens Mai 2025 habe er demnach Kontakte zu Vertretern des russischen Geheimdienstes geführt und soll bis zu seiner Festnahme aktiv gewesen sein.
Sergej K. soll dabei sensible Informationen weitergegeben haben. So etwa Angaben über die militärische Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland für die Ukraine sowie über die deutsche Rüstungs- und Verteidigungsindustrie. Er habe insbesondere Informationen zu Unternehmen, die Drohnen und Roboter entwickeln, weitergegeben.
Darüber hinaus wirft die Bundesanwaltschaft ihm vor, mehrmals Fotos von öffentlichen Gebäuden in Berlin sowie von militärischen Konvois auf Autobahnen weitergegeben zu haben. Auch ein Konvoi eines anderen NATO-Staates, der Deutschland durchquert hatte, soll darunter gewesen sein.
Zusätzlich hat der Agent mutmaßlich geeignete Objekte für Sabotage in Deutschland ausgekundschaftet und angeboten, weitere Personen für eine Sabotage- und Spionagetruppe zu rekrutieren.
Entscheidung über Untersuchungshaft
Am Mittwoch wird Sergej K. dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Es könnte ein Haftbefehl eröffnet werden. Die Entscheidung fällt auch, ob Sergej K. in Untersuchungshaft verlegt wird.
Es ist nicht der erste Spionage-Fall im Zusammenhang mit Russland. Im März diesen Jahres wurden zwei mutmaßliche Agenten festgenommen, die einen deutschen Drohnenhersteller ausspioniert haben sollen. Im Februar wurde ein mutmaßlicher Spion für Belarus festgenommen, der seit Juni 2024 in Deutschland, Litauen und Polen spioniert haben soll.