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„Wohltätigkeit zu stehlen ist nicht okay“: Elon Musk sagt im OpenAI-Streit mit Sam Altman aus

Elon Musk trifft am Dienstag, 28. April 2026, am Bundesbezirksgericht in Oakland, Kalifornien, ein.
Elon Musk trifft am Dienstag, dem 28. April 2026, am US-Bezirksgericht in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien ein. Copyright  AP Photo/Godofredo A. Vásquez
Copyright AP Photo/Godofredo A. Vásquez
Von Roselyne Min mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Musks Anwalt Steven Molo wirft Altman und Brockman vor, mit Microsoft eine KI-Stiftung übernommen zu haben. Musk verlangt Schadenersatz und Altmans Rauswurf aus dem OpenAI-Verwaltungsrat.

Elon Musk, Chef des Elektroautobauers Tesla und früher Mitgründer von OpenAI, hat am Dienstag in einem brisanten Prozess ausgesagt. Im Mittelpunkt steht sein Streit mit seinem früheren Freund Sam Altman – ein Verfahren, das die künftige Ausrichtung der Künstlichen Intelligenz beeinflussen könnte.

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Im Jahr 2024 reichte Musk Klage gegen Altman, den OpenAI-Mitgründer Greg Brockman und Microsoft ein. Er wirft ihnen vor, OpenAI von seiner ursprünglichen gemeinnützigen Struktur abgebracht zu haben.

„Im Kern werden sie versuchen, diese Klage sehr kompliziert wirken zu lassen, aber in Wahrheit ist sie sehr einfach“, sagte Musk. „Es ist nicht in Ordnung, eine Wohltätigkeitsorganisation zu stehlen.“

In seinem Eröffnungsplädoyer erklärte Musks Anwalt Steven Molo, Altman und Brockman hätten mit Hilfe von Microsoft die Kontrolle über eine Organisation übernommen, deren Ziel die sichere und offene Entwicklung von Künstlicher Intelligenz gewesen sei. Musk fordert Schadenersatz und die Entlassung Altmans aus dem Verwaltungsrat von OpenAI.

Der Prozess hat am Montag vor dem Bundesbezirksgericht für den Norden Kaliforniens in Oakland unter Vorsitz von Richterin Yvonne Gonzalez Rogers begonnen und soll zwei bis drei Wochen dauern.

Was sagt Musk?

Musk war am Dienstag der erste Zeuge. Sein Anwalt begann mit Fragen zu seiner Lebensgeschichte.

Musk erzählte, wie er mit siebzehn Jahren aus Südafrika nach Kanada zog. Dort arbeitete er nach eigenen Angaben zeitweise als Holzfäller und nahm verschiedene Gelegenheitsjobs an, bevor er in die USA ging. Er schilderte die Vielzahl von Unternehmen, die er gegründet hat und leitet, darunter SpaceX, Tesla, The Boring Company und Neuralink.

Auf die Frage, wie er für all das Zeit finde, antwortete Musk, er arbeite achtzig bis hundert Stunden pro Woche, mache keinen Urlaub und besitze weder Ferienhäuser noch Yachten.

Molo fragte Musk auch nach seinen Ansichten zu KI. Musk sagte, er erwarte, dass KI bereits im kommenden Jahr „klüger als jeder Mensch“ sein werde. Eine seiner langfristigen Sorgen sei die Frage, was passiert, wenn Computer deutlich intelligenter werden als Menschen.

Er verglich KI mit einem „sehr klugen Kind“. Wenn dieses Kind erwachsen werde, könne man es nicht mehr kontrollieren, meinte Musk. Man könne ihm aber Werte wie Ehrlichkeit, Integrität und Gutsein vermitteln.

Musk schilderte seine Sicht auf die Gründung von OpenAI. Demnach entstand die Idee nach einem Gespräch mit Google-Mitgründer Larry Page, der ihn als „speciesist“ bezeichnet habe, weil Musk das Überleben der Menschheit über das von KI stellte.

Die Nähe zwischen Musk und Altman entstand demnach im Jahr 2015. Damals vereinbarten sie laut den dem Gericht vorliegenden Unterlagen, KI verantwortungsvoller und sicherer zu entwickeln als die profitorientierten Unternehmen von Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin oder Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Zu dieser Zeit, so Musk, habe Google sämtliches Geld, alle Rechnerkapazität und die besten Fachkräfte für KI gehabt. „Es gab kein Gegengewicht.“

Musk erinnerte sich, dass früh über alternative Finanzierungsquellen für OpenAI neben Spenden gesprochen wurde. Er habe nichts dagegen gehabt, dass OpenAI einen gewinnorientierten Arm bekommt, aber „der Schwanz sollte nicht mit dem Hund wedeln“. Der kommerzielle Teil solle also nicht das Sagen haben. Es habe eine Gewinnobergrenze geben sollen, und sobald eine allgemeine Künstliche Intelligenz (AGI) erreicht sei, sollte der profitorientierte Teil wieder verschwinden.

OpenAI: Musk will Wachstum ausbremsen

OpenAI weist Musks Vorwürfe als Ausdruck verletzten Stolzes zurück. Die Klage solle das rasante Wachstum des Unternehmens bremsen und Musks eigenes Unternehmen xAI stärken, das er 2023 als Konkurrenz gegründet hat.

In seinem Eröffnungsplädoyer sagte OpenAI-Anwalt William Savitt vor der Jury: „Wir sind hier, weil Mr Musk sich bei OpenAI nicht durchgesetzt hat.“

Savitt warf Musk vor, mit Zusagen über zukünftige Finanzierungen Druck auf die OpenAI-Mitgründer ausgeübt zu haben. Musk habe versucht, OpenAI zu übernehmen und mit Tesla zu verschmelzen. Tatsächlich habe Musk eine gewinnorientierte Firma schaffen wollen, an der er mehr als fünfzig Prozent der Anteile gehalten hätte.

Es gebe keinen Nachweis, so Savitt, dass Musk zugesichert worden sei, OpenAI werde für immer eine gemeinnützige Organisation bleiben. Entscheidend sei für Musk gewesen, den KI-Wettlauf mit Google zu gewinnen, nicht der Non-Profit-Status von OpenAI.

Musks Anwalt betonte, es gehe in diesem Verfahren nicht um Musk selbst, sondern um Altman, Brockman und Microsoft.

Bis 2017, rund zwei Jahre nach der Gründung von OpenAI, sei klar geworden, dass das Unternehmen mehr Geld brauche, sagte Molo. Die Gründer hätten sich schließlich darauf geeinigt, einen kommerziellen Arm von OpenAI zu schaffen, der die gemeinnützige Mutter unterstützt. Die Renditen für Anleger seien gedeckelt worden, damit sie „keine unbegrenzten Gewinne“ machen könnten.

„Es ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, wenn eine gemeinnützige Organisation eine gewinnorientierte Tochtergesellschaft hat“, sagte Molo. Diese müsse jedoch die Mission der Mutterorganisation voranbringen.

Musk soll seine Aussage am Mittwoch fortsetzen.

Auch Altman wird als Zeuge erwartet, ebenso Microsofts Konzernchef Satya Nadella.

Altman, Musk und weitere Gründer hatten OpenAI im Jahr 2015 als gemeinnützige Organisation gestartet.

Musk war anfangs der größte private Geldgeber von OpenAI und steuerte mehr als 44 Millionen US-Dollar (38 Millionen Euro) zu dem damaligen Start-up bei.

Musk verließ 2018 den Verwaltungsrat von OpenAI nach einem Zerwürfnis mit Altman. Ein Jahr zuvor soll er vergeblich versucht haben, sich mehr Kontrolle über das Unternehmen zu sichern.

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