Prag führt 2025 Europas Luxusimmobilienmarkt an, London verzeichnet den stärksten Einbruch. Weltweit dominiert Tokio mit fast 60 % Preissprung; Euronews Business analysiert die Trends.
In ganz Europa steigen die Hauspreise. Luxusimmobilien bilden keine Ausnahme. Die Preise für Prime-Immobilien ziehen in den europäischen Städten an. In mehr als der Hälfte der rund 50 Städte, die Knight Frank im "Wealth Report 2026" untersucht, lag das jährliche Preiswachstum 2025 über drei Prozent.
Welche Städte treiben den Boom bei Prime-Immobilien in Europa? Und wie schlagen sich die europäischen Luxusmärkte im Vergleich zum Rest der Welt?
Prime-Immobilien sind die begehrtesten und teuersten Objekte an einem Standort. In der Regel zählen die obersten fünf Prozent eines Marktes nach Wert dazu. In diesen Segmenten kaufen überdurchschnittlich viele internationale Käufer.
Prag verzeichnet größten Anstieg
Der Prime International Residential Index von Knight Frank erfasst 100 Städte weltweit, davon 47 in Europa. Prag, die Hauptstadt Tschechiens, verzeichnete unter den europäischen Städten das stärkste Wachstum: Die Preise legten 2025 um 14,6 Prozent zu.
Das französische Méribel (neun Prozent), Portugals Porto (8,5 Prozent) und Spaniens Marbella (8,1 Prozent) verzeichneten ebenfalls kräftige Zuwächse, jeweils von mehr als acht Prozent.
Auch der französische Skiort Courchevel 1850 verzeichnete einen deutlichen Anstieg von 6,9 Prozent.
Die italienischen Ziele Florenz und der Comer See meldeten Zuwächse von 6,7 beziehungsweise 6,5 Prozent.
Gstaad in der Schweiz (5,5 Prozent), Italiens Hauptstadt Rom (5,5 Prozent) und Portugals Quinta do Lago (5,2 Prozent) verzeichneten allesamt Anstiege von mehr als fünf Prozent.
Die Top zehn europäischen Städte im Index haben eines gemeinsam: Alpine Skiorte, portugiesische Golfresorts und romantische Kulturstädte dominieren die Rangliste.
London verzeichnet stärksten Rückgang in Europa
Nicht alle europäischen Städte verbuchten Zuwächse. In London fielen die Preise für Prime-Immobilien 2025 um 4,7 Prozent – der stärkste Rückgang im europäischen Vergleich.
"London verändert sich. Neue Steuerregeln für vermögende Einwohner drücken die Budgets und bringen einige Käufer dazu, lieber zu mieten als zu kaufen", heißt es in dem Bericht.
Auch Ibiza, Jersey und Lausanne verzeichneten leichte Rückgänge zwischen ein und zwei Prozent.
Unter den übrigen europäischen Hauptstädten legten Madrid (fünf Prozent), Oslo (4,2 Prozent) und Berlin (3,4 Prozent) deutlich zu. In Lissabon (2,7 Prozent), Dublin (2,3 Prozent), Wien (1,3 Prozent), Paris (1,3 Prozent) und Bukarest (0,4 Prozent) fiel das Wachstum deutlich moderater aus. In Stockholm gingen die Preise leicht um 0,7 Prozent zurück, in Edinburgh stagnierten sie.
Lifestyle- und Ferienziele profitieren am meisten
Lifestyle- und Ferienziele sind in Europa die klaren Gewinner. Alpine Skiorte und mediterrane Sonnenziele belegen die Spitzenplätze im Ranking. Auch die italienischen Städte stechen als Gruppe hervor.
Die großen Finanzzentren zeichnen ein anderes Bild. London, Stockholm, Paris und Mailand bleiben deutlich hinter den Ferienmärkten zurück.
Tokio sticht weltweit heraus
Tokio bildet weltweit die große Ausnahme. Die Preise für Prime-Immobilien in Japans Hauptstadt schnellten 2025 um 58,5 Prozent in die Höhe. Laut Bericht treibt ein knappes Angebot den Markt für Neubauwohnungen. Hinzu kommen niedrige Zinsen und eine starke Nachfrage aus der Asien-Pazifik-Region.
Dubai liegt mit einem Plus von 25,1 Prozent auf Rang zwei. Die Daten beziehen sich jedoch auf die Zeit vor dem Angriff der USA und Israels auf Iran und vor Teherans anschließender Reaktion auf Golfstaaten.
Auch Manila und Seoul gehören zu den Top fünf. Beide Städte verzeichneten Zuwächse von rund 15 bis 20 Prozent.
Prag komplettiert die Top fünf und ist damit die höchstplatzierte europäische Stadt weltweit.
"In vielen Märkten haben sich Prime-Wohnimmobilien vom übrigen Wohnungsmarkt abgekoppelt. Grundlage ist die starke Vermögensbildung", sagte Liam Bailey, Herausgeber des "Wealth Report".
"Die Mainstream-Märkte bleiben breiteren wirtschaftlichen Belastungen ausgesetzt. Doch das Tempo, in dem Vermögen entsteht, stützt die Nachfrage nach Luxusimmobilien. Sie bleibt damit robuster, selbst trotz jüngster Schwankungen bei den Finanzierungskosten."
Größte Verluste in China und Kanada
Im chinesischen Guangzhou fiel der Index am stärksten: Die Preise für Prime-Immobilien sanken um 12,2 Prozent. Auch Shenzhen (7,2 Prozent), Shanghai (fünf Prozent) und Peking (4,9 Prozent) zählen zu den weltweit größten Rückgängen. Das weist auf eine umfassende Abschwächung in chinesischen Städten hin.
In den kanadischen Städten Toronto und Vancouver gingen die Preise jeweils um rund sieben Prozent zurück.
Laut Eurostat stiegen die Hauspreise in der EU im Schlussquartal 2025 im Jahresvergleich um 5,5 Prozent. Touristische Märkte wie Portugal, Kroatien und Spanien verzeichneten sogar noch stärkere Zuwächse.