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Maersk-Gewinn bricht ein: Konzern hält Prognose trotz Hormus-Unsicherheit

Archivbild: Das Containerschiff „Maersk Skarstind“ liegt an den APM Terminals im Hafen von Los Angeles. 15. April 2025.
Archivbild: Das Containerschiff „Maersk Skarstind“ liegt am APM-Terminal im Hafen von Los Angeles, 15. April 2025. Copyright  AP Photo/Damian Dovarganes
Copyright AP Photo/Damian Dovarganes
Von Doloresz Katanich mit AFP&AP
Zuerst veröffentlicht am
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Dänische Reederei Maersk hält trotz Krieg im Nahen Osten und möglicher Störungen der Route durch die Straße von Hormus an Prognose für 2026 fest.

Der Schifffahrtsriese Maersk hat im ersten Quartal deutlich weniger verdient, obwohl die Nachfrage nach Containertransporten hoch blieb.

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Von Januar bis März sank der Nettogewinn auf 100 Mio. Dollar (85 Mio. Euro). Das ist etwa zwölfmal weniger als ein Jahr zuvor, als eine außergewöhnlich starke Nachfrage nach Seefracht die Gewinne in die Höhe trieb.

Der Umsatz ging um 2,6 Prozent auf knapp 13 Mrd. Dollar (11 Mrd. Euro) zurück. Der Gewinn je Aktie fiel auf 4 Dollar nach 74 Dollar im gleichen Quartal des Vorjahres.

Das in Kopenhagen ansässige Unternehmen erklärte, vor allem niedrigere Frachtraten im Bereich Ocean hätten das Ergebnis belastet. Ein Plus der Transportmengen um 9,3 Prozent im Gesamtkonzern habe einen Teil des Rückgangs abgefedert.

Der Konflikt im Nahen Osten habe sich laut Maersk nur begrenzt direkt auf die Zahlen des ersten Quartals ausgewirkt. Zugleich sorge er aber für neue Unsicherheit im weltweiten Ausblick.

„Der Konflikt im Nahen Osten, der am 28. Februar 2026 begonnen hat, bringt eine zusätzliche Unsicherheit mit sich“, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns.

Der Verkehr durch die Straße von Hormus liege demnach nahezu komplett lahm. Die eingetrübte Stimmung drücke zudem auf das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher.

Dennoch stieg die weltweite Nachfrage nach Containertransporten im Quartal um rund drei bis fünf Prozent.

Konzernchef Vincent Clerc sagte, die Nachfrage sei in den meisten Regionen robust geblieben.

„Wir haben in diesem Quartal in den meisten Regionen eine starke Nachfrage gesehen. Das hat ein kräftiges Wachstum der Mengen in unseren drei Geschäftssparten gestützt“, so Clerc.

Er warnte jedoch, die Schwankungen in der Seefracht blieben groß. Das Überangebot an Schiffskapazitäten setze die Frachtraten weiter unter Druck.

Maersk bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Konzern rechnet weiterhin damit, dass die weltweite Containernachfrage 2026 um etwa zwei bis vier Prozent wächst und damit in etwa im Einklang mit dem Gesamtmarkt steht.

Allerdings warnte Maersk, die Branche habe weiterhin mit einem Überangebot durch neue Schiffe zu kämpfen. Hinzu komme die Unsicherheit, wann zentrale Routen über das Rote Meer und durch die Straße von Hormus wieder vollständig öffnen.

Die Maersk-Aktie lag an der Börse Nasdaq Kopenhagen in Dänemark bis etwa 10.30 Uhr MEZ rund vier Prozent im Minus.

Schifffahrtsbrache unter Druck

Auch der übrige Schifffahrtssektor kämpft mit erheblichen Störungen.

Im Persischen Golf stecken mehr als zwei Monate nach Beginn des Iran-Konflikts weiterhin Hunderte Schiffe fest. Das treibt die Kosten und bringt Handelsströme durcheinander. Von Verzögerungen betroffen sind unter anderem Rohöl, raffinierte Produkte und Düngemittel. Tausende Seeleute sitzen an Bord ihrer Schiffe fest und können sich nicht frei bewegen.

Nach Schätzungen des US-Militärs befinden sich mehr als 1.550 Schiffe mit rund 22.500 Seeleuten im Persischen Golf.

Wegen der Gefahr von Angriffen sind die Versicherungsprämien für Schiffe in der Region stark gestiegen. Das erhöht den Druck auf Reedereien, die ohnehin unter höheren Treibstoffkosten leiden.

Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd bezifferte die Beeinträchtigungen rund um Hormus auf etwa 60 Mio. Dollar (51 Mio. Euro) pro Woche, vor allem wegen höherer Ausgaben für Treibstoff und Versicherungen.

Analystinnen und Analysten warnen, dass sich die Märkte selbst bei einer raschen Öffnung der Meerenge nur langsam normalisieren dürften.

Kaho Yu, Leiter für Energie und Rohstoffe beim Analysehaus Verisk Maplecroft, sagte, Raffinerien, Reedereien und Rohstoffhändler würden vorsichtig bleiben, bis es klare Hinweise gebe, dass die Gefahr neuer Störungen gebannt sei.

„Die Energiemärkte werden wohl nicht so schnell zu den Annahmen vor der Krise zurückkehren“, so Yu.

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