Nach US-Angaben haben die US-Streitkräfte nahe der Straße von Hormus vier iranische Kamikaze-Drohnen und eine Bodenstation in Bandar Abbas zerstört, die kurz vor dem Start einer fünften Drohne stand.
Seine Streitkräfte hätten neue „Verteidigungsschläge“ gegen den Iran geflogen, meldete das US-Militär am späten Mittwoch.
Nach Angaben des Zentralkommandos der US-Streitkräfte griffen die Truppen vier iranische Einweg-Angriffsdrohnen an, die in der Umgebung der Straße von Hormus eine Bedrohung darstellten. Außerdem zerstörten sie eine iranische Bodenleitstation in Bandar Abbas, von der aus eine fünfte Drohne gestartet werden sollte.
Der neue US-Angriff ist der zweite binnen drei Tagen. Die seit mehreren Wochen geltende Waffenruhe ist brüchig und die Gespräche beider Seiten über ein Ende des seit fast drei Monaten andauernden Krieges scheinen zu stocken.
Trump droht Oman
Die Welt wartet auf eine Lösung, die die Straße von Hormus wieder öffnet. Zuvor, am Mittwoch, hatte Präsident Donald Trump erklärt, Iran verhandele nur noch mit letzter Kraft. Seine Regierung komme bei der Beilegung des Krieges voran, sagte er. während einer Kabinettssitzung am Mittwochmorgen. Später warnte er jedoch, die USA müssten den Einsatz „zu Ende bringen“, falls die Gespräche scheitern.
„Sie wollen unbedingt ein Abkommen schließen“, sagte Trump. „Bislang sind sie noch nicht so weit. Wir sind damit nicht zufrieden, aber wir werden es sein – oder wir müssen die Sache eben zu Ende bringen.“
US-Präsident Donald Trump hat Berichte zurückgewiesen, wonach Iran und Oman an einem informellen Abkommen zur Regelung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus arbeiten. In der Kabinettssitzung erklärte Trump, die strategisch wichtige Meerenge dürfe von keinem Staat kontrolliert werden. Es handle sich um internationale Gewässer. Zugleich richtete er scharfe Worte an Oman und drohte indirekt mit militärischem Vorgehen, sollte sich das Sultanat nicht entsprechend verhalten.
Die Äußerungen gelten als deutliche rhetorische Zuspitzung gegenüber Oman, das bislang eine zentrale Vermittlerrolle in regionalen Konflikten spielt. Weder das Weiße Haus noch die omanische Botschaft in Washington wollten sich zunächst dazu äußern.
Iran ist ein unpopulären Konflikt. Wird Trump bald den Sieg ausrufen?
Trump zieht allmählich mit Blick auf die Zwischenwahlen im November in den USA in den Wahlkampf. In der Republikanischen Partei wächst zugleich die Sorge, dass steigende Lebenshaltungs- und Spritkosten die Stimmung der Wähler drücken.
Analysten sehen Trump auf der Suche nach einem überzeugenden Argument, wonach die nuklearen Fähigkeiten Irans ausreichend geschwächt sind, um einen Sieg auszurufen und einen für die Republikaner unpopulären Konflikt zu beenden.
Nach derzeitigem Stand riskiert Trump jedoch, dass das Kapitel seines selbst gewählten Krieges mit einem für ihn unbefriedigenden Ergebnis schließt.
Bereits die bekannt gewordenen Eckpunkte einer möglichen Vereinbarung haben dem US-Präsidenten heftige Kritik eingebracht – auch aus den eigenen Reihen. Kritiker warnen, die Hardliner in der iranischen Führung gingen zwar angeschlagen, aber politisch gestärkt aus dem Konflikt hervor.
Trump wies am Mittwoch jedoch den Gedanken zurück, die anstehenden Wahlen beeinflussten seine Iran-Strategie. „Sie dachten, sie könnten mich aussitzen. Sie wissen schon: ‚Wir warten einfach, er hat ja die Zwischenwahlen‘“, sagte Trump. „Die Zwischenwahlen interessieren mich nicht.“
Einige Trump-Anhänger bleiben skeptisch
Trump beharrt darauf, ein Abkommen sei in Reichweite, obwohl es bei mehreren zentralen Punkten offenkundige Differenzen zwischen den USA und dem Iran gibt. Besonders strittig sind der Umgang mit Irans Uranvorräten und der Krieg Israels gegen die Hisbollah im Libanon, den Teheran beendet sehen will.
Dem möglichen Deal zufolge würde Teheran sich verpflichten, seinen Vorrat an hoch angereichertem Uran abzugeben – eine zentrale Forderung Trumps – und im Gegenzug Erleichterungen bei den Sanktionen erhalten.
Trump erklärte am Mittwoch, er wäre „nicht wohl dabei“, wenn entweder Russland oder China den Bestand an hoch angereichertem Uran aus dem Iran übernehmen würden.
Beide Staaten pflegen die engsten Beziehungen zu Teheran. Atomexperten hatten sie deshalb als mögliche dritte Partei ins Spiel gebracht, die das angereicherte Uran im Rahmen eines Abkommens übernehmen könnte und für die Islamische Republik akzeptabel wäre.
Iran verfügt nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde über 440,9 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von bis zu 60 Prozent. Von dort ist es nur noch ein kurzer technischer Schritt bis zu dem für Atomwaffen nötigen Niveau von 90 Prozent. Teheran hat bislang nicht öffentlich zugesagt, dieses Uran aufzugeben.