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Dell erhält Pentagon-Auftrag über 9,7 Milliarden Dollar nach Trumps Kaufaufruf

Archivbild: Dell-Chef Michael Dell (l.) und IBM-Chef Arvind Krishna (r.), US-Präsident Donald Trump spricht bei einem Runden Tisch im Weißen Haus, Dez. 2025
ARCHIV: Dell-Chef Michael Dell (links) und IBM-Chef Arvind Krishna (rechts); US-Präsident Donald Trump spricht bei einem Runden Tisch im Weißen Haus, Dezember 2025. Copyright  AP Photo/Evan Vucci
Copyright AP Photo/Evan Vucci
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Dell Technologies erhält Verteidigungsauftrag über 9,7 Mrd. Dollar: Konzern liefert Microsoft-Software an sämtliche US-Streitkräfte, kurz nach öffentlichem Lob Trumps im Weißen Haus.

Am Mittwoch hat das US-Kriegsministerium bestätigt, dass die auf Behördenkunden spezialisierte Dell-Tochter Dell Federal Systems einen fünfjährigen Auftrag im Volumen von 9,7 Milliarden Dollar (8,3 Milliarden Euro) zur Belieferung des Pentagons erhalten hat.

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Der Vertrag ist Teil des Core Enterprise Technology Agreement (CETA), einem pentagonweiten Rahmen für Microsoft-Lizenzen und Softwarebeschaffung. Dell soll Microsoft-Softwarelizenzen, Cloud-Abonnements und Lizenzen für lokal installierte Software bereitstellen und verwalten – quer durch die US-Streitkräfte, die Geheimdienste und die US-Küstenwache.

Die Aktien von Dell Technologies legten im vorbörslichen Handel um rund fünf Prozent auf 320 Dollar zu, nachdem sie die Sitzung am Mittwoch bei etwa 305 Dollar beendet hatten.

Das Unternehmen legt am Donnerstag seine Ergebnisse für das erste Quartal dieses Jahres vor. Analysten von Zacks Investment Research rechnen mit einem Umsatz von rund 35 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro), was einem Wachstum von etwa 50 Prozent im Jahresvergleich entsprechen würde.

Nach Angaben von US-DoW-Chief-Information-Officer Kirsten Davies, die Journalisten im Pentagon informierte, soll CETA dem Ressort jährlich rund 422 Millionen Dollar (360,9 Millionen Euro) einsparen. Dazu werden bislang zersplitterte Technologieetats der Teilstreitkräfte in einer gemeinsamen Einkaufsstruktur gebündelt.

Der Zuschlag erfolgte weniger als drei Wochen, nachdem US-Präsident Donald Trump bei einer Veranstaltung im Weißen Haus die Amerikaner aufgerufen hatte, „geht raus und kauft einen Dell. Die sind großartig“.

Davies und der kommissarische Chief Information Officer der US Navy, Barry Tanner, betonten beide, der Auftrag sei nach einem wettbewerblichen Verfahren vergeben worden.

„Die Anbieter wurden anhand des Wettbewerbs, des Vergleichs mit den GSA-Listenpreisen und des gesamten Mehrwerts für das Ministerium bewertet“, sagte Tanner.

Dell unterhält seit Langem eine enge kommerzielle Partnerschaft mit Microsoft und gehört zu den größten Käufern von Windows-Lizenzen. Der neue Auftrag kommt jedoch am Ende einer Phase sichtbar enger Abstimmung zwischen CEO Michael Dell und der Trump-Regierung.

Im Dezember 2025 traten Dell und seine Ehefrau Susan gemeinsam mit Trump im Weißen Haus auf und kündigten eine Spende von 6,25 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) an „Trump Accounts“ an, ein steuerbegünstigtes Anlageprogramm für Kinder, das im Rahmen der „One Big Beautiful Bill“ geschaffen wurde.

Die Zusage sieht vor, dass rund 25 Millionen US-Kinder im Alter von höchstens zehn Jahren aus Haushalten mit einem Medianeinkommen unter 150.000 Dollar (129.000 Euro) jeweils 250 Dollar (214 Euro) erhalten. Invest America, die federführende gemeinnützige Organisation, bezeichnete dies als die bislang größte private Zusage zugunsten amerikanischer Kinder.

Michael Dell spricht bei der Einführung der „Trump Accounts“ in Washington, Januar 2026
Michael Dell spricht bei der Einführung der „Trump Accounts“ in Washington, Januar 2026 AP Photo/Jacquelyn Martin

Michael Dell sitzt außerdem in Trumps Council of Advisors on Science and Technology, das die Regierung in Fragen der Wirtschafts-, Gesundheits-, Sicherheits-, Energie- und Technologiepolitik berät.

Das Zusammenspiel von öffentlichen Empfehlungen des Präsidenten und nachfolgenden Bundesaufträgen sorgt inzwischen über den Fall Dell hinaus für Aufmerksamkeit.

Aus Finanzangaben, die das US Office of Government Ethics in diesem Monat veröffentlicht hat, geht hervor, dass Anlagekonten, die Präsident Donald Trump zugerechnet werden, im ersten Quartal 2026 Aktien von Dell Technologies hielten. Die Unterlagen deuten darauf hin, dass einige Käufe erfolgten, bevor Trump das Unternehmen bei einem Auftritt im Weißen Haus öffentlich lobte.

Die Trump Organization erklärte, die Konten würden unabhängig von externen Finanzinstituten verwaltet und weder Trump noch seine Familie steuerten einzelne Transaktionen.

Auf Fragen zu Trumps Finanzangaben sagte Vizepräsident JD Vance in der vergangenen Woche bei einem Briefing im Weißen Haus, unabhängige Vermögensberater verwalteten die Anlagen des Präsidenten. Er wies den Vorwurf zurück, Trump entscheide persönlich über einzelne Aktiengeschäfte. „Er tätigt diese Börsengeschäfte nicht selbst“, so Vance.

Kommentatoren und Ethikexperten verweisen außerdem auf Handelsaktivitäten mit Aktien von Unternehmen wie Intel und Palantir, deren Kurse nach öffentlichen Äußerungen Trumps oder nach Ankündigungen zu staatlichen Technologieausgaben zum Teil deutlich ausschlugen.

Das Pentagon bekräftigt, die Auswahl von Dell sei aus einem wettbewerblichen Beschaffungsverfahren hervorgegangen.

Dennoch dürfte der zeitliche Zusammenhang zwischen Trumps öffentlichem Lob für das Unternehmen, den nun offengelegten Investitionen mit Dell-Bezug und der Vergabe des Großauftrags Ethikbeobachter und politische Gegner erneut auf den Plan rufen.

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