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FCAS-Streit: Deutsch-französischer Kampfjet endgültig gestorben

Macron und Merz November 2025 in Berlin.
Macron und Merz November 2025 in Berlin. Copyright  AP Photo
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Von Verena Schad
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach jahrelangem Streit ziehen Berlin und Paris einen Schlussstrich unter den gemeinsamen Kampfjet. Airbus und Dassault konnten sich nicht auf eine Zusammenarbeit einigen. Die Rüstungskooperation beider Länder soll dennoch fortgesetzt werden.

Das deutsch-französische Kampfjetprojekt FCAS ist nach jahrelangem Milliardenstreit zwischen Airbus und Dassault gescheitert. Wie zunächst das Handelsblatt unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, haben Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron entschieden, die Entwicklung eines gemeinsamen Kampfflugzeugs nicht weiterzuverfolgen.

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Grund ist das endgültige Scheitern der Verhandlungen zwischen Airbus und Dassault. Die beteiligten Rüstungskonzerne konnten sich weder über Führungsrollen noch über Arbeitsanteile und Patentrechte einigen.

Mit dem Future Combat Air System (FCAS) wollten Deutschland, Frankreich und Spanien ursprünglich eines der ambitioniertesten Rüstungsprojekte Europas auf den Weg bringen. Herzstück des Programms war ein Kampfjet der nächsten Generation, der ab den 2040er-Jahren den Eurofighter und die französische Rafale ersetzen sollte.

Ergänzt werden sollte er durch Drohnen, Sensoren und digitale Kommunikationssysteme, die in einer vernetzten Gefechtsumgebung zusammenarbeiten.

Unternehmen aus Deutschland und Frankreich betroffen

Viele Unternehmen und Zulieferer in mehreren EU-Ländern arbeiten seit Jahren - abgesehen von Airbus und Dassault - erfolgreich an dem FCAS-Projekt. So sind unter anderen auch die Triebwerkspezialisten Safran und UMT daran beteiligt. Safran aus Frankreich und UMT Aero Engines aus München hatten dazu das Joint Venture EUMET gegründet, das vergleichsweise konfliktfrei zu funktionieren scheint.

Die Arbeit soll laut Safran-Chef Olivier Andriès auch fortgesetzt werden, wie er bei einer Anhörung vor dem Wirtschaftsausschuss des französischen Senats am 14. Januar 2026 sagte. Das Gemeinschaftsunternehmen beliefere mittlerweile auch andere Kunden.

Das FCAS Projekt galt lange als eines der wichtigsten industrie- und sicherheitspolitischen Vorhaben Europas. Doch seit Jahren wurde es von Konflikten zwischen den beteiligten Unternehmen ausgebremst. Doch im Streit um Führung, Arbeitsanteile und geistige Eigentumsrechte fand sich keine Lösung. Während Dassault die Führung beim Kampfflugzeug beanspruchte, lehnte Airbus eine Rolle als Juniorpartner ab.

Hinzu kamen unterschiedliche militärische Anforderungen. Frankreich bestand auf einem atomwaffenfähigen und trägergestützten Flugzeug für seine Streitkräfte. Deutschland sah dafür keinen Bedarf. Vorschläge, innerhalb des Programms zwei unterschiedliche Flugzeugvarianten zu entwickeln, fanden keine gemeinsame Zustimmung.

An der Combat Cloud soll weitergearbeitet werden

Mit dem Ende des gemeinsamen Jets ist das FCAS-Projekt allerdings nicht vollständig beendet. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll die Entwicklung der sogenannten Combat Cloud fortgesetzt werden. Dabei handelt es sich um ein digitales Netzwerk, das Flugzeuge, Drohnen und andere Waffensysteme miteinander verbinden soll. Auch weitere gemeinsame Rüstungsprojekte stehen auf der Agenda des deutsch-französischen Ministerrats.

Für Airbus eröffnet die Entscheidung die Suche nach neuen Partnern. In Branchenkreisen werden unter anderem der schwedische Rüstungskonzern Saab sowie das britisch-japanisch-italienische Kampfflugzeugprogramm als mögliche Kooperationsoptionen genannt. Dassault dürfte seinerseits die nächste Generation der Rafale eigenständig weiterentwickeln.

Mit dem Scheitern des gemeinsamen Kampfflugzeugs endet eines der ehrgeizigsten europäischen Rüstungsvorhaben der vergangenen Jahre. Gleichzeitig markiert die Entscheidung einen Kurswechsel: Statt eines gemeinsamen Flugzeugs setzen Berlin und Paris künftig offenbar auf getrennte nationale Entwicklungen unter einem gemeinsamen technologischen Dach.

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