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Anthropic investiert über 170 Millionen Euro in Forschung zu KI und Arbeitsmarkt

ARCHIV: Anthropic-Chef Dario Amodei beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz, Januar 2025.
ARCHIV: Anthropic-Chef Dario Amodei beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz, Januar 2025 Copyright  AP Photo/Markus Schreiber
Copyright AP Photo/Markus Schreiber
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Anthropic stellt einen Forschungsfonds und Leitlinien für Regierungen vor, falls KI Jobs verdrängt. Der CEO schlägt vor, KI-Konzerne zu besteuern, um ein Grundeinkommen zu finanzieren.

Der Entwickler des KI-Modells Claude, das Unternehmen Anthropic, gehört nun ebenfalls zu den Branchenschwergewichten, die einräumen, dass ihre eigene Technologie den Arbeitsmarkt grundlegend verändern könnte. Am Mittwoch sagte die Firma zunächst 200 Millionen Dollar (173 Millionen Euro) für Forschung zu, welche die Auswirkungen von KI auf Jobs und die gesamte Wirtschaft untersuchen soll.

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Das Geld fließt in einen von Anthropic aufgelegten „Economic Futures Research Fund“. Aus diesem Fonds will das Unternehmen Studien, Modellprojekte und Bewertungen von aus seiner Sicht vielversprechenden staatlichen Maßnahmen finanzieren.

Zusätzlich richtet Anthropic ein Stipendienprogramm im Umfang von 150 Millionen Dollar (130 Millionen Euro) ein. Dieses Programm soll Nachwuchskräfte dabei unterstützen, die Vorteile von KI in Gemeinden in den gesamten USA zu tragen.

In einem Essay auf seiner persönlichen Website schrieb CEO Dario Amodei, KI könne den Arbeitsmarkt weit stärker und länger erschüttern als frühere Technologiesprünge. Steuern auf KI-Unternehmen könnten eines Tages helfen, ein bedingungsloses Grundeinkommen zu finanzieren, so seine Überlegung.

„Die zentrale Herausforderung in einer solchen Welt besteht nicht darin, Wachstum anzukurbeln, sondern einen Weg zu finden, wie alle an den Vorteilen teilhaben“, schrieb Amodei und fügte hinzu, er wolle „kein Prophet des Untergangs“ sein.

Stufenplan bei steigender Arbeitslosigkeit: KI-Gewinne breiter teilen

Anthropics Konzept beschreibt, wie die US-Regierung auf drei Stufen von KI-bedingten Verwerfungen am Arbeitsmarkt reagieren könnte: bei einer Arbeitslosenquote von fünf Prozent, zehn Prozent oder einem nicht näher definierten „beispiellosen“ Niveau.

Die zuletzt veröffentlichte US-Arbeitslosenquote lag in der vergangenen Woche bei 4,3 Prozent.

Im schwersten Szenario wäre nach Ansicht des Unternehmens eine dauerhafte Absicherung nötig. Als Instrumente nennt Anthropic ein allgemeines Grundeinkommen, staatliche Vermögensfonds und Modelle, bei denen Bürgerinnen und Bürger direkt an KI-Gewinnen beteiligt werden.

Amodei schrieb, ein solches Grundeinkommen ließe sich über Abgaben auf „betroffene Unternehmen“ oder über eine höhere Kapitalertragssteuer finanzieren.

Die Ankündigung folgt auf ein Versprechen von OpenAI vom Montag, die Erträge der KI „breit zu teilen“.

OpenAI-Chef Sam Altman traf sich kürzlich mit dem US-Senator Bernie Sanders, um darüber zu sprechen, wie die Öffentlichkeit über einen staatlichen Vermögensfonds Eigentumsanteile an KI-Firmen erhalten könnte. Beide Unternehmen bereiten sich auf einen Börsengang vor.

US-Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch an, er werde sich bald mit Spitzenvertretern der KI-Branche treffen, um darüber zu reden, wie diese der Öffentlichkeit „etwas zurückgeben“ können. „Wenn wir das tun, wird die Bevölkerung sehr reich werden“, sagte er vor Journalistinnen und Journalisten.

Anthropic empfiehlt außerdem, Regierungen sollten KI-Modelle, die „ein erhebliches Risiko katastrophaler Schäden“ bergen, stoppen oder abschrecken können.

Amodei plädiert für eine Aufsicht, die genauso streng ist wie die Regeln der US-Luftfahrtbehörde: Modelle sollten vor ihrer Einführung getestet und geprüft werden. KI sei wie Flugzeuge, Autos und Medikamente „in der Lage, große Zahlen von Menschen zu töten, wenn sie schlecht konstruiert oder betrieben wird“.

Weitere Quellen • AP

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