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Truth API: 100.000-Dollar-Feed beschert Trump Klage

US-Präsident Donald Trump zeigt im Oval Office ein Bild aus seinem Truth-Social-Konto. Er unterzeichnet dort eine Impfverfügung, am zehnten August 2026.
US-Präsident Donald Trump zeigt im Oval Office ein Bild aus seinem Truth-Social-Konto und unterschreibt dabei einen Erlass zu Impfstoffen, am zehnten August 2026. Copyright  AP Photo/Jacquelyn Martin
Copyright AP Photo/Jacquelyn Martin
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Zwei Presseorganisationen fordern ein Bundesgericht in Manhattan auf, den Dienst Truth API zu stoppen, der Wall-Street-Firmen schnelleren Zugriff auf Trumps Truth-Social-Beiträge für bis zu 100.000 Dollar im Monat verkauft.

Die Investigativplattform The Intercept und die Freedom of the Press Foundation sind am Mittwoch vor ein Gericht in New York gezogen. Sie wollen Truth API stoppen, ein Abo-Angebot, das Trump Media and Technology Group – die an der Nasdaq notierte Firma hinter Truth Social – in diesem Monat gestartet hat.

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Das Abo verschafft Handelsfirmen privilegierten Zugriff auf die Beiträge von US-Präsident Donald Trump in den sozialen Medien. Sie erhalten die Posts Bruchteile einer Sekunde, bevor sie auf der öffentlichen Timeline erscheinen. Für Hochfrequenz-Algorithmen reicht diese Zeit, um Tausende Orders auszuführen, bevor andere die Informationen verarbeiten.

Die Verträge kosten von rund 60.000 Dollar (52.000 Euro) bis 100.000 Dollar (86.600 Euro) im Monat. Sie umfassen die zehn meistverfolgten Accounts der Plattform, darunter US-Präsident Donald Trump, das Weiße Haus, US-Vizepräsident JD Vance, FBI-Direktor Kash Patel und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.

Nach Angaben des Unternehmens haben sich bereits mehr als zehn Kunden angemeldet, überwiegend Hochfrequenz-Handelsfirmen.

Interimschef Kevin McGurn sagte am Montag in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen, Abonnenten erhielten Nachrichten „minimal schneller“ als alle anderen. Zuvor hatte er den Dienst als Echtzeitkanal für die kursrelevantesten Beiträge der Plattform angepriesen.

ARCHIV: Kursverlauf der Trump Media and Technology Group auf der Nasdaq-Website auf einem Computerbildschirm in New York, April 2024
ARCHIV: Kursverlauf der Trump Media and Technology Group auf der Nasdaq-Website auf einem Computerbildschirm in New York, April 2024 AP Photo/Patrick Sison

US-Präsident Donald Trump hält rund 41 Prozent des Unternehmens über einen widerruflichen Trust, den sein ältester Sohn Donald Trump Jr. überwacht. Der Anteil ist derzeit fast 1 Milliarde Dollar wert, rund 866 Millionen Euro.

Offizielle Verlautbarungen gehören nach Auffassung von The Intercept und der Freedom of the Press Foundation der Öffentlichkeit – und nicht denjenigen, die am meisten dafür zahlen.

Zwei verfassungsrechtliche Vorwürfe

In der Klageschrift, die US-Präsident Donald Trump, den stellvertretenden Stabschef Dan Scavino, die Assistentin Natalie Harp und das Executive Office of the President nennt, ist von einer „zutiefst korrupten“ Konstruktion die Rede.

Die Kläger sehen darin einen Verstoß gegen den Ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, weil der Dienst gleichen Zugang zu Verlautbarungen des Präsidenten verweigere, und gegen den Fünften Zusatzartikel, weil dieser Zugang an überhöhte Zahlungen geknüpft werde. Sie verweisen darauf, dass viele der 9.000 bis 11.000 Beiträge, die Trump seit Januar 2025 veröffentlicht hat, ohne begleitende Erklärung des Weißen Hauses erschienen seien.

„Trump versucht, sich zu bereichern, indem er Regierungsinformationen privatisiert“, sagte Ben Muessig, Chefredakteur von The Intercept.

Ein Sprecher von Trump Media hielt dagegen, die Kritiker zeigten „ein Unverständnis für den Unterschied zwischen öffentlichen und nichtöffentlichen Informationen“. Linke Aktivisten instrumentalisierten die Gerichte, fügte er hinzu.

Das Weiße Haus hat sich zu der Klage nicht geäußert. Zuvor hatten die US-Senatoren Elizabeth Warren und Adam Schiff die Börsenaufsicht SEC aufgefordert zu prüfen, ob der Dienst die Integrität der Finanzmärkte untergräbt.

Muster schon vor der Bezahlschranke

Der Dienst zementiert einen Vorteil, der bereits seit Monaten Fragen aufwirft.

In diesem Jahr registrierten Terminmärkte mehrfach ungewöhnliche Aktivität wenige Minuten bevor auf dem Account von US-Präsident Donald Trump wichtige Ankündigungen zum Iran-Krieg erschienen.

Keine Untersuchung hat bislang Ergebnisse geliefert.

Am deutlichsten war der Fall am 23. März: Gegen 6.50 Uhr New Yorker Zeit verzeichneten Futures auf den S&P 500 und auf Öl einen isolierten Sprung beim Handelsvolumen. 15 Minuten später schrieb Trump, es habe Gespräche mit Iran gegeben und Angriffe auf dessen Energieinfrastruktur seien vorerst gestoppt.

Aktienfutures stiegen anschließend um mehr als 2,5 Prozent, der Preis für West Texas Intermediate fiel um fast 6 Prozent.

Laut einer Auswertung von 1.341 Beiträgen zwischen Ende Januar und Anfang April durch die Queensland University of Technology gab es 15 Fälle, die den Verdacht auf Insiderhandel nahelegen.

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