Solara4 in Alcoutim an der Algarve arbeitet seit fünf Jahren, kämpft jedoch immer wieder mit Rückschlägen.
Das britische Unternehmen Welink Energy Portugal 2 UK, dem der Solarpark Solara4 gehört, die größte Solaranlage des Landes, ist insolvent. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Beratungsgesellschaft BDO in diesem Monat veröffentlicht hat und über den das Wochenmagazin „Expresso“ berichtet (Quelle auf Portugiesisch). Im Mittelpunkt steht ein Großprojekt im Algarve mit einer installierten Solarleistung von 219 MW, wie auf der Website der Welink Group zu lesen ist (Quelle auf Portugiesisch).
Der Solarpark Solara4 in Alcoutim ist seit fünf Jahren in Betrieb; die Anlage wurde 2021 eingeweiht. Seither kämpft sie mit einer Reihe von Rückschlägen. Laut demselben Bericht, auf den inzwischen mehrere portugiesische Medien verweisen (Quelle auf Portugiesisch), hat der Solarpark „eine Kombination aus betrieblichen und marktbedingten Herausforderungen erlebt, die seine Leistung und die Erzeugung von Cashflow spürbar beeinträchtigt haben“.
Im Dokument heißt es weiter: „Die Stromproduktion liegt durchgängig unter den ursprünglichen Prognosen. Gleichzeitig ist im iberischen Energiemarkt die installierte Solarkapazität stark gestiegen. Dieses zusätzliche Angebot drückt die Großhandelspreise, die zeitweise bis auf null oder sogar in den negativen Bereich fallen.“ Durch das Zusammenspiel dieser Faktoren „liegen die Einnahmen deutlich unter den Erwartungen“.
Nach Angaben der Zeitung „Expresso“ belasten außerdem Konflikte zwischen dem britischen Unternehmen und dem Bauunternehmer China Triumph International Engineering (Quelle auf Portugiesisch), einer Tochter eines staatlichen chinesischen Industriekonzerns, sowie Brände und weitere technische Probleme den Betrieb von Solara4.
Trotz dieser wechselvollen Geschichte berichtete das „Jornal Económico“ (Quelle auf Portugiesisch) 2024, Welink habe beschlossen, den Solarpark zu einem Hybridkraftwerk auszubauen. Geplant war eine Investition von 400 Millionen Euro, um die Solarkapazität zu erhöhen und zusätzlich Windkraft- sowie Batteriespeicherlösungen zu installieren.
Das ursprüngliche Konzept zielte auf eine möglichst durchgängige Stromproduktion. Vorgesehen waren zusätzliche 50 MW Solarkapazität, 264 MW Windleistung über 40 Turbinen sowie ein Batteriespeichersystem (BESS) mit 100 MW. Damit sollte die installierte Gesamtleistung „auf mehr als 600 MW nach Abschluss des Projekts“ steigen, heißt es auf der Website der Welink Group.
Der ehrgeizige Ausbauplan stieß jedoch auf eine negative Bewertung durch die Prüfkommission unter Leitung der portugiesischen Umweltbehörde (Quelle auf Portugiesisch) (APA). Sie hielt das Vorhaben für „nicht vereinbar mit dem Schutz der in dem betroffenen Gebiet vorhandenen Umweltwerte“. Der Plan wurde anschließend überarbeitet; die Zahl der vorgesehenen Windturbinen sank auf etwas mehr als die Hälfte und das Projekt ging in die öffentliche Konsultation. Eine endgültige Entscheidung der APA steht bis heute aus.
All dies geschieht, nachdem Solara4 bereits kurz vor einem Verkauf stand. Im laufenden Insolvenzverfahren steht erneut die Suche nach neuen Investoren im Vordergrund, die bereit sind, den Solarpark zu übernehmen, berichtet das Wochenmagazin „Expresso“.