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Capgemini verkauft US-Tochter nach Kritik an ICE-Vertrag

Capgemini schließt endgültigen Verkaufsvertrag für Capgemini Government Solutions
Capgemini unterzeichnet endgültige Verkaufsvereinbarung für Capgemini Government Solutions. Copyright  AP Photo/Michel Euler
Copyright AP Photo/Michel Euler
Von Alexander Kazakevich
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Capgemini Government Solutions lieferte der US-Einwanderungspolizei Technologien. Damit konnte sie ausländische Staatsangehörige identifizieren und orten.

Der französische IT-Konzern Capgemini hat am Samstag mitgeteilt, dass er einen endgültigen Vertrag über den Verkauf seiner US-Tochter abgeschlossen hat. Zuvor war das Unternehmen wegen seiner Verbindungen zur ICE, der Einwanderungsbehörde unter Donald Trump, stark in die Kritik geraten.

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Der Käufer ist ITC Federal, „ein US-Anbieter von digitalen Dienstleistungen und Lösungen für Bundesbehörden mit Zuständigkeit für innere Sicherheit und Verteidigung“, teilte Capgemini in einer Pressemitteilung (Quelle auf Französisch) mit.

Der Konzern erklärte weiter: „Die Transaktion unterliegt den üblichen Bedingungen für ein Geschäft dieser Art und sollte in den kommenden Wochen abgeschlossen sein.“

Auf Nachfrage von Euronews zum Verkaufspreis erklärte das Unternehmen, diese Information nicht offenzulegen.

Im Februar hatte Capgemini seine Absicht bekannt gegeben, Capgemini Government Solutions zu verkaufen, die US-Tochter, die auf Dienstleistungen für Bundesbehörden spezialisiert ist. Der Schritt folgte auf die Veröffentlichung eines Vertrags mit der ICE. Er betrifft ein digitales Werkzeug, das ausländische Staatsangehörige identifizieren und ihre Bewegungen auf US-Territorium nachverfolgen soll.

Zur Begründung erklärte Capgemini damals, „die üblichen gesetzlichen Auflagen in den Vereinigten Staaten für Verträge mit Bundesbehörden, die klassifizierte Aktivitäten ausführen, hätten dem Konzern keine angemessene Kontrolle über bestimmte Aspekte der Tätigkeit dieser Tochtergesellschaft ermöglicht“.

Mehrere Abgeordnete sowie der Wirtschafts- und Finanzminister Roland Lescure forderten das Unternehmen daraufhin auf, seine Aktivitäten in den Vereinigten Staaten genauer offenzulegen.

Die schwer bewaffneten ICE-Beamten setzen die verschärfte Migrationspolitik von Donald Trump durch. Wegen ihrer als gewalttätig kritisierten Einsätze stehen sie in den gesamten Vereinigten Staaten massiv in der Kritik. Die Behörde geriet unter anderem nach dem Tod von zwei US-Bürgern durch Schüsse in Minneapolis Anfang dieses Jahres unter Druck.

Capgemini ist in rund 50 Ländern aktiv und gehört zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen Frankreichs. Der Konzern erzielte 2025 einen Umsatz von 22,5 Milliarden Euro.

Die betroffene Tochtergesellschaft stand laut Capgemini in diesem Jahr nur für null Komma vier Prozent des weltweiten Umsatzes und für weniger als zwei Prozent der Erlöse in den Vereinigten Staaten.

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