Venedigs Opernhaus La Fenice entlässt die designierte Musikdirektorin Beatrice Venezi nach monatelangen Protesten wegen mehrfach beleidigender Äußerungen.
Nach monatelangem Widerstand trennt sich das Teatro La Fenice, Venedigs berühmtes Opernhaus, von der designierten Musikdirektorin Beatrice Venezi. Anlass sind Äußerungen, die als beleidigend und schädlich für das künstlerische und berufliche Ansehen der Stiftung Teatro La Fenice bewertet wurden.
Venezi wurde im September 2025 zur festen Musikdirektorin ernannt und wäre die erste Dirigentin am Haus gewesen. Im folgenden Monat forderten die Theatergewerkschaften Venezi zum Rücktritt auf und argumentierten, die 36-Jährige habe nicht genügend Erfahrung, um das Orchester zu leiten.
Zudem äußerten Kritikerinnen und Kritiker Bedenken wegen ihrer Nähe zur rechtsextremen Regierung von Giorgia Meloni.
Venezis Vater gehörte früher der neofaschistischen Partei Forza Nuova an. Nach Melonis Machtantritt 2022 wurde Venezi zur Beraterin des Kulturministers ernannt.
Zuletzt sorgten neue Aussagen für Empörung, in denen Venezi dem Orchester Nepotismus vorwarf.
In einem Interview mit der argentinischen Zeitung La Nación am 23. April sagte sie: „Dies ist ein Orchester, in dem Stellen praktisch von Vater zu Sohn weitergegeben werden.“
Sie fügte hinzu, die Orchestermitglieder verließen die Insel Venedig „so gut wie nie“ und wüssten nicht, wie sie ein junges Publikum ansprechen könnten.
„Sie haben Angst vor Veränderung, vor Erneuerung.“
Nach diesen Äußerungen kündigte das Teatro La Fenice den Vertrag mit Venezi.
Intendant Nicola Colabianchi begründete die Entscheidung mit „wiederholten und gravierenden öffentlichen Äußerungen Venezis, die beleidigend und schädlich“ für das Theater und sein Orchester gewesen seien.
Die Gewerkschaften von La Fenice begrüßten den Schritt und nannten ihn „einen notwendigen Akt des Respekts“. Sie betonten, die Professionalität des Hauses sei durch „schwere, unbegründete öffentliche Aussagen, die die Würde der Arbeit verletzen“, in Frage gestellt worden.
Das Büro von Meloni wies einen Pressebericht zurück, sie habe die Entlassung Venezis angeordnet. Die Tageszeitung Corriere della Sera hatte berichtet, Meloni habe dem Rauswurf zugestimmt, weil sich zu viele Kontroversen um Venezi angesammelt hätten.
Der italienische Kulturminister Alessandro Giuli stellte sich jedoch hinter die Entscheidung. Er erklärte, er hoffe, sie werde „alle Missverständnisse, Spannungen und Instrumentalisierungen jeder Art und jeden Ausmaßes aus dem Weg räumen – im Interesse des Theaters und der Stadt Venedig“.