Das Kino Ultimate Picture Palace in Oxford braucht einen verlängerten Mietvertrag über 2037 hinaus, um zu sanieren und Fördermittel für Energieeffizienz und Barrierefreiheit voll zu nutzen.
Liebhaberinnen und Liebhaber des Kinos könnten eines der ältesten unabhängigen Lichtspielhäuser Großbritanniens verlieren. Grund sind Streitigkeiten um die Verlängerung des Mietvertrags.
Das Ultimate Picture Palace in East Oxford öffnete erstmals 1911 seine Türen. Seitdem gilt es Generationen von Anwohnern und Studierenden als beliebter Kulturtreff.
Der Saal bietet Platz für 106 Besucherinnen und Besucher. Ein von Hand gezogener Vorhang und eine altmodische Kasse sorgen für nostalgische Atmosphäre. Im UPP waren bereits prominente Gäste zu Gast, darunter der Oscar-prämierte Regisseur Sam Mendes.
Aktuell ist die Zukunft des Kinos jedoch ungewiss. Der Eigentümer, das Oriel College der Universität Oxford, weigert sich, den Mietvertrag für das denkmalgeschützte Gebäude (Grade II) zu verlängern. Ohne eine längere Laufzeit lassen sich dringende Sanierungen kaum planen.
Zwar gehört das UPP inzwischen einer Genossenschaft aus Mitgliedern der Gemeinschaft. Doch die langfristige Perspektive hängt davon ab, ob das Oriel College den Vertrag über das Jahr 2037 hinaus verlängert.
Nur dann kann das Kino grundlegende Umbauten angehen und Fördermittel nutzen, die Barrierefreiheit und Energieeffizienz verbessern würden. In den vergangenen vier Jahren sind die Betriebskosten um 25 Prozent gestiegen, die finanzielle Lage bleibt angespannt.
„Dieser Mietvertrag wurde erst 2022 mit einer neuen eingetragenen Gesellschaft geschlossen. Wir haben derzeit nicht vor, den Vertrag in diesem frühen Stadium des Mietverhältnisses zu ändern ... Wir bleiben mit den neuen Betreiberinnen und Betreibern im Gespräch, wie sichergestellt werden kann, dass das Kino weiterhin für die breite Öffentlichkeit geöffnet bleibt“, sagte eine Sprecherin des Oriel College laut „The Guardian“.
Das Oriel College besitzt zudem mehrere weitere Immobilien in East Oxford und plant, seinen Bestand auszubauen.
Der Fall macht eine wachsende Tendenz zur sogenannten „Studentifizierung“ sichtbar. Immer mehr unabhängige Treffpunkte für die lokale Bevölkerung verschwinden, beliebte und geschichtsträchtige Orte geraten unter Druck.
Bereits im März starteten Unterstützerinnen und Unterstützer eine Petition und Kampagne zur Rettung des UPP. Sie sammelten mehr als 22.000 Unterschriften.