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Euronews Culture Film der Woche: „Mortal Kombat II“ – Game over?

Film der Woche: Mortal Kombat II
Film der Woche: Mortal Kombat II Copyright  Warner Bros. Pictures - Canva
Copyright Warner Bros. Pictures - Canva
Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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Blöder Spaß für die einen, für die anderen nur eine weitere misslungene Videospielverfilmung. Egal wie man dazu steht: Lasst euch nicht vom Slogan »für die Fans gemacht« einlullen.

Man kann es niemandem verdenken, wenn er nicht auf dem Schirm hat, dass seit dem ersten Mortal Kombat-Film von 1995 bereits fünf Fortsetzungen erschienen sind: Mortal Kombat Annihilation (1997), Mortal Kombat Legends: Scorpion's Revenge (2020), Mortal Kombat (2021), Mortal Kombat Legends: Battle of the Realms (2021) und Mortal Kombat Legends: Snow Blind (2022).

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Spoiler: Sie sind alle ziemlich mies. Der Realfilm-Reboot von 2021 war für Fans der geliebten Neunziger-Spiele ein Schritt in die richtige Richtung, zeigte aber auch, dass Videospiel-Adaptionen weiter zu Hollywoods bête noire gehören. Viele verweisen nun auf die jüngsten Minecraft- und Super-Mario-Verfilmungen als Kassenerfolge, doch hohe Einspielergebnisse bedeuten noch lange keine Qualität. Und Mortal Kombat II wird nicht der Film sein, der diesen Fluch bricht.

Der neue Film knüpft an den Reboot von 2021 an, der erstaunlicherweise ohne echtes Kampfturnier auskam, und stellt nun andere Figuren ins Zentrum. Cole Young (Lewis Tan) rutscht in die zweite Reihe und spielt nur noch eine Nebenrolle. Stattdessen rücken Kitana (Adeline Rudolph) und Johnny Cage (Karl Urban) nach vorne. Sie ist eine Prinzessin eines mystischen Reichs, das der finstere Outworld-Machthaber Shao Kahn (Martyn Ford) versklavt hat. Er ist ein widerwilliger, abgehalfterter Actionstar, der besonders gern F-Bombs streut.

Kahn und seine Krieger haben schon neun Turniere gegen die Champions der Erde gewonnen. Ein zehntes, und für den Planeten heißt es Game Over. Die Spiele mögen beginnen... Ach ja, und da ist noch ein mystisches Amulett, das einen erheblichen Teil der Laufzeit frisst und jedes Tempo killt.

Wer im Kino Spaß an einer hanebüchenen Story mit eindimensionalen Figuren hat, die sich gegenseitig nach allen Regeln der Kunst verprügeln, kommt bei Mortal Kombat II auf seine Kosten. Die Actionsequenzen, so heftig sie auch zurechtgeschnitten sind, bieten beeindruckend blutige Schauwerte – mit Feuerbällen, tödlich scharfen Hüten und Blue Portals, die für einige kreative Fatalities sorgen.

Urban spielt Cage im Deadpool-Modus. Was MKII aber versenkt, ist das Scheitern von Regisseur Simon McQuoid und Drehbuchautor Jeremy Slater, eine konstante Balance zwischen Sprücheklopferei und der FSK-18-Gewalt zu finden. Die daraus entstehenden brutalen Tonwechsel machen den Film zu einem weiteren wegwerfbaren Krach-Bumm-Spektakel – genau das, was man von noch einem Mortal-Kombat-Film erwarten konnte.

Flawless Victory? Von wegen. Und einigen Kreativen ist das bewusst. Produzent Todd Garner hat bereits auf erste, negative Kritiken zum Film scharf reagiert.

Auf X schrieb Garner: „Einige dieser Rezensionen bringen mich echt zum Lachen. Es ist klar, dass sie das Spiel nie gespielt haben und keine Ahnung haben, was die Fans wollen oder auch nur IRGENDEINE der Regeln beziehungsweise den Kanon von Mortal Kombat kennen. Ein Kritiker war sauer, dass ein Typ ‚ein Laserauge hatte!‘ Warum zum Teufel lassen wir Menschen, die dieses Genre überhaupt nicht lieben, solche Filme immer noch besprechen? Unbegreiflich.“

In den Antworten legte er nach und betonte wiederholt, der Film sei „für die Fans“ gemacht und nicht für Kritiker.

Ach ja, dieses alte Argument, nach dem ein Film „für die Fans“ angeblich die Meinungen von Kritikerinnen und Kritikern entwertet.

Herr Garner, der Grund, warum Kritiker überhaupt zu Kritikerinnen und Kritikern werden, ist, dass sie Fans sind. Wenn Sie schlechte Rezensionen aus der Fassung bringen, dann gilt: Suchen Sie nicht aktiv nach Kritik; suchen Sie sich einen anderen Job; legen Sie sich ein dickeres Fell zu; oder akzeptieren Sie, dass es völlig normal, erwartbar und legitim ist, wenn Filmkritikerinnen und -kritiker ihre Meinung sagen, sobald ein Film in die Welt entlassen wird. Meinungsvielfalt ist etwas Wunderbares. Einige Kritiker werden MKII mögen. Andere werden sagen: Wenn Sie bessere Kritiken wollen, müssen Sie bessere Filme machen.

Mortal Kombat II läuft jetzt in den Kinos.

Cutter • Amber Louise Bryce

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