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Deutschland enttäuscht beim ESC, aber Sarah Engels bleibt positiv

Sarah Engels aus Deutschland tritt mit dem Song „Fire“ beim Grand Final des 70. Eurovision Song Contest in Wien, Österreich, am Samstag, den 16. Mai 2026, auf.
Sarah Engels aus Deutschland tritt mit dem Song „Fire“ beim Grand Final des 70. Eurovision Song Contest in Wien, Österreich, am Samstag, den 16. Mai 2026, auf. Copyright  AP Photo
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Deutschland erreichte beim Eurovision Song Contest lediglich zwölf Punkte und erhielt im Publikumsvoting keine Punkte, wodurch Sarah Engels auf dem 23. Platz landete. Trotz des Ergebnisses äußerte sich die Sängerin zufrieden.

Bulgarien und Israel haben sich beim diesjährigen 70. Eurovision Song Contest (ESC) ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Dara hätte im Televoting 140 Punkte benötigt, um Israel noch zu überholen, doch Noam Bettan lag mit über 200 Publikumspunkten lange klar in Führung.

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Deutschland erhielt insgesamt nur zwölf Punkte, darunter tatsächlich keinen einzigen Punkt aus dem Publikumsvoting. Sarah Engels belegte damit am Ende den 23. Platz. Deutschland nimmt seit 1956 an dem Wettbewerb teil und gehört zu den sogenannten "Big Five", die wegen ihres hohen finanziellen Beitrags automatisch fürs Finale qualifiziert sind.

Engels trat zwar im Halbfinale des Eurovision Song Contest auf, Deutschland musste sich aber nicht für das Finale qualifizieren; der Auftritt diente lediglich der Präsentation des Songs vor dem Endentscheid.

Die Sängerin nahm den 23. Platz beim ESC tapfer auf und hob stattdessen die positive Erfahrung hervor: Sie sei trotz des Ergebnisses zufrieden mit ihrem Auftritt zufrieden, sagte sie. Sie und ihr Team hätten auf der Bühne alles gegeben und seien stolz auf die Performance. Der Beitrag selbst sei für sie ein wichtiger Moment gewesen, unabhängig von der Platzierung.

In den letzten Jahren lagen die Ergebnisse häufig im hinteren Mittelfeld, einzelne Beiträge konnten aber auch Top-Platzierungen erreichen, wie beispielsweise Lena 2010 mit ihrem Song "Satellite" – der erste Sieg in dem Wettbewerb für Deutschland nach mehreren Jahrzehnten.

Nachteil der automatischen Qualifikation

Das Deutschland automatisch für das Finale qualifiziert ist, ist organisatorisch zwar praktisch, kann aber auch ein Nachteil sein: Während andere Länder sich erst im Halbfinale "einsingen" und Publikum aufbauen, startet Deutschland direkt im Finale, ohne zusätzliche Bühne für Aufmerksamkeit oder Fanbindung.

Dazu kommt, dass der ESC stark von Trend- und Blockvoting-Effekten geprägt ist. Viele Länder stimmen regelmäßig in geografischen oder kulturellen Blöcken ab (z. B. Skandinavien, Balkan, Osteuropa). Deutschland hat solche stabilen Partnerblöcke weniger stark.

Ein weiterer Punkt ist die Song- und Künstlerstrategie. Deutsche Beiträge wirken im Vergleich häufig vorsichtiger, international weniger auffällig oder weniger auf maximale "ESC-Momente" ausgerichtet. Erfolgreiche Beiträge sind hingegen oft sehr klar positioniert – entweder stark emotional, sehr eigenständig oder bewusst spektakulär.

Schließlich spielt auch die Erwartungshaltung und mediale Wahrnehmung eine Rolle: Deutschland geht oft mit dem Druck ins Rennen, "endlich wieder gut abzuschneiden", was sich indirekt auch in Auswahlprozessen und Risikobereitschaft niederschlagen kann.

Hier die Liste der einzelnen Teilnehmer-Länder und wie sie abgeschnitten haben:

  • 1 Bulgarien: Dara - "Bangaranga" (516 Punkte)
  • 2 Israel: Naom Bettan - "Michelle" (343 Punkte)
  • 3 Rumänien: Alexandra Căpitănescu - "Choke Me" (296 Punkte)
  • 4 Australien: Delta Goodrem - "Eclipse" (287 Punkte)
  • 5 Finnland: Linda Lampenius x Pete Parkkonen - "Liekinheitin" (279 Punkte)
  • 6 Italien: Sal Da Vinci - "Per Sempre Si" (281 Punkte)
  • 7 Dänemark: Søren Torpegaard Lund - "Før vi går hjem" (243 Punkte)
  • 8 Moldau: Satoshi - "Viva, Moldova!" (226 Punkte)
  • 9 Ukraine: Leléka - "Ridnym" (221 Punkte)
  • 10 Griechenland: Akylas - "Ferto" (220 Punkte)
  • 11 Frankreich: Monroe - "Regarde!" (158 Punkte)
  • 12 Polen: Alicja - "Pray" (150 Punkte)
  • 13 Albanien: Alis - "Nân" (145 Punkte)
  • 14 Norwegen: Jonas Lovv - "Ya Ya Ya" (134 Punkte)
  • 15 Kroatien: Lelek - "Andromeda" (124 Punkte)
  • 16 Tschechien: Daniel Zizka - "Crossroads" (113 Punkte)
  • 17 Serbien: Lavina - "Kraj Mene" (90 Punkte)
  • 18 Malta: Aidan - "Bella" (89 Punkte)
  • 19 Zypern: Antigoni - "Jalla" (75 Punkte)
  • 20 Schweden: Felicia - "My System" (51 Punkte)
  • 21 Belgien: Essyla - "Dancing on the Ice" (36 Punkte)
  • 22 Litauen: Lion Ceccah - "Sólo Quiero Más" (22 Punkte)
  • 23 Deutschland: Sarah Engels - "Fire" (12 Punkte)
  • 24 Österreich: Cosmo - "Tanzschein" (6 Punkte)
  • 25 Großbritannien: Look Mum No Computer - "Ein, Zwei, Drei" (1 Punkt)

Im ersten Halbfinale schieden Portugal mit Bandidos do Cante ("Rosa"), Georgien mit Bzikebi ("On Replay"), Montenegro mit Tamara Živković ("Nova Zora"), Estland mit Vanilla Ninja ("Too Epic To Be True") und San Marino mit Senhit ("Superstar") aus.

Im zweiten Halbfinale schieden Aserbaidschan mit Jiva ("Just Go"), Luxemburg mit Eva Marija ("Mother Nature"), Armenien mit Simón ("Paloma Rumba"), die Schweiz mit Veronica Fusaro ("Alice") und Lettland mit Atvara ("Ēnā") aus.

Fünf Länder – Irland, Island, die Niederlande, Spanien und Slowenien – hatten sich vom Eurovision Song Contest 2026 zurückgezogen, weil Israel teilnahm. Als Begründung wurden der Krieg im Gazastreifen und dessen Auswirkungen auf die palästinensische Zivilbevölkerung genannt.

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