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Japanisches 'Höllenschiff' mit tausenden toten Kriegsgefangenen entdeckt

Schiff Hōfuku Maru
Schiff Hōfuku Maru Copyright  Wikimedia Commons
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Von Cagla Uren
Zuerst veröffentlicht am
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Vor den Philippinen haben Forscher ein Wrack aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt. Der Fund bedeutet die Enthüllung eines der größten bislang unbekannten Massengräber mit alliierten Kriegsgefangenen.

Vor der Küste der Philippinen ist das Wrack des japanischen Kriegsschiffs Hōfuku Maru entdeckt worden. Auf dem Schiff spielte sich im Zweiten Weltkrieg eine der schlimmsten Menschentragödien ab – rund 80 Jahre nach seinem Untergang kommt sie nun wieder ans Licht.

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Der Fund legt eines der größten bislang unbekannten Massengräber alliierter Kriegsgefangener frei. Beim Untergang des Frachters im September 1944 kamen nach Schätzungen mehr als 1.000 alliierte Gefangene ums Leben.

Im Krieg nannte man das gegen die Achsenmächte (Deutschland, Italien, Japan) kämpfende Bündnis die Alliierten. Getragen wurde die Allianz vor allem von Großbritannien, den USA, der Sowjetunion und Frankreich.

Die Entdeckung gelang dem Abenteurer Josh Gates gemeinsam mit Forschenden der Hellships Memorial Foundation. Sie lokalisierten das Wrack rund 50 Meter tief vor der Provinz Zambales auf der Insel Luzon.

Was waren die "Höllenschiffe"?

Alliierte Kriegsgefangene tauften die Transportschiffe, mit denen Japan sie verschleppte, "Hellships" – Höllenschiffe. Der Name spiegelte die extrem schlechten, überfüllten und unmenschlichen Zustände an Bord.

Das Kaiserreich Japan setzte im Krieg mehr als 130 Fracht- und Passagierschiffe ein, um Kriegsgefangene zwischen Arbeitslagern in Südostasien zu transportieren. Historiker gehen davon aus, dass so rund 125.000 alliierte Gefangene verschifft wurden - etwa 20.000 von ihnen starben unterwegs.

Viele dieser Schiffe fuhren getarnt in japanischen Geleitzügen. Die alliierten Streitkräfte wussten nicht, dass sich Kriegsgefangene an Bord befanden, und stuften sie als legitime militärische Ziele ein.

Untergang in weniger als drei Minuten

Am 21. September 1944 traf ein alliierter Torpedo die Hōfuku Maru. Laut zeitgenössischen Aufzeichnungen zerbrach der Frachter in zwei Teile und sank in weniger als drei Minuten.

Hunderte britische und niederländische Kriegsgefangene, die in den unteren Decks eingepfercht waren, hatten keine Chance zur Flucht und gingen mit dem Schiff unter. Trotzdem blieb die genaue Position des Wracks über Jahrzehnte unbekannt.

Übersehene Archiv-Akten lösen das Rätsel

Den Weg zu der Entdeckung ebnete die Hellships Memorial Foundation, die der pensionierte Marineoffizier Randy Anderson gegründet hat. Sein Team sichtete bislang übersehene Unterlagen in amerikanischen und japanischen Militärarchiven.

Gemeinsam mit den Forschern Tim Beckensall und John Duresky stießen sie in japanischen Quellen auf detaillierte Angaben zum Angriffsgebiet und zu den getroffenen Schiffen.

Den Unterlagen zufolge sank die Hōfuku Maru rund 50 Kilometer weiter entfernt, als bisher angenommen.

Sonar und Tiefentauchgänge bestätigen Fund

Im neu eingegrenzten Suchgebiet ortete das Team per Sonar ein bislang nicht kartiertes Wrack. Anschließende Tiefentauchgänge lieferten detaillierte Aufnahmen; mit Hilfe der Fotogrammetrie entstand ein dreidimensionales Modell.

Wie Heritage Daily berichtet, verglichen die Forschenden die neuen Daten mit den Originalplänen der Hōfuku Maru. Abmessungen des Schiffes, Anordnung der Laderäume, Position der Masten und die Zweiteilung des Wracks stimmen weitgehend mit japanischen und amerikanischen Kriegsaufzeichnungen überein.

Wrack birgt menschliche Überreste

Die Taucher stießen bei ihren Untersuchungen auch auf menschliche Überreste. Damit gilt der Fundort nicht nur als Schiffswrack, sondern auch als Kriegsgrab.

Der Discovery Channel widmet der Entdeckung eine ausführliche Folge der Reihe "Expedition Unknown". Die Dokumentation zeigt zudem die Arbeit der zum US-Verteidigungsministerium gehörenden POW/MIA Accounting Agency, die in der Subic-Bucht auf den Philippinen nach den Opfern eines weiteren Höllenschiffs, der Ōryoku Maru, sucht.

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